Die Saturnus Philosophorum Filmgalerie

Vor Ewigkeiten, als ich noch Zeit und Muße hatte, habe ich einen ganzen Schwung von  Kinoaushangfotos, Promobildern und Plakaten eingescannt. Diese Bilder geistern mittlerweile überall im Netz umher. Da ich die Scans gerne mal gesammelt zur Verfügung stellen will, veröffentliche ich diese hier; alphabetisch nach deutschen Titeln sortiert.

Zusätzlich habe ich die gesamte Sammlung in eine ZIP-Datei gepackt und auf Google Drive hochgeladen (350 Bilder, 80 MB).

Schon vor einiger Zeit habe ich meine Filmbildsammlung aufgelöst. Wahnsinnig umfangreich war die ohnehin nicht. Eigentlich wollte ich sämtliches Material vorher noch einscannen, denn es waren auch ein paar seltene Sachen dabei, aber dazu bin ich leider nicht mehr gekommen. Daher bleibt es vorläufig bei diesen Bildern.

Die Bilder können gerne für eigene Zwecke verwendet und weiterverbreitet werden. Ein Link zu meinem Blog wäre nett. Die Verwendung erfolgt auf eigene Gefahr. Es handelt sich um Werbematerial, dessen Urheberrecht bei den jeweiligen Produktionsfirmen, Nachfolgefirmen und Lizenzgebern liegt.

 

Bestien lauern vor Caracas (The Lost Continent, 1968)

 

Braindead (Dead Alive, 1992)

 

Circus der Vampire (Vampire Circus, 1972)

 

Das Cabinet des Dr. Caligari (1920)

 

Das Geheimnis des Dr. Z (Miss Muerte, 1966)

 

Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts (Mystery of the Wax Museum, 1933)

 

Das schwarze Zimmer (The Black Room, 1935)

 

Der Fluch der Mumie (The Mummy’s Shroud, 1967)

 

Der Fluch des schwarzen Rubin (Thirteen Days to Die, 1965)

 

Der rote Schatten (Circus of Horrors, 1960)

 

Der Teufel kam aus Akasava (The Devil Came from Akasava, 1971)

 

Die Bande des Captain Clegg (Captain Clegg, Night Creatures, 1962)

 

Die Folterkammer des Dr. Fu-Manchu (The Castle of Fu Manchu, 1969)

 

Die Nackte und der Satan (The Head, 1959)

 

Die neunschwänzige Katze (The Cat o‘ Nine Tails, Il gatto a nove code, 1971)

 

Die reitenden Leichen – Verschiedene (The Blind Dead, 1972 – 1974)

 

Die Schlangengrube und das Pendel (The Torture Chamber of Dr. Sadism, 1967)

 

Die schwarze Katze (The Black Cat, 1934)

 

Die sieben goldenen Vampire (The Legend of the 7 Golden Vampires, 1974)

 

Dracula braucht frisches Blut (The Satanic Rites of Dracula, 1973)

 

Dracula jagt Mini-Mädchen (Dracula A.D. 1972, 1972)

 

Draculas Hexenjagd (Twins of Evil, 1971)

 

Edgar Wallace – Der Frosch mit der Maske (1959)

 

Edgar Wallace – Verschiedene Plakate (1960 – 1967)

 

Ein Zombie hing am Glockenseil (City of the living Dead, Paura nella città dei morti viventi, 1980)

 

Flesh Gordon (1974)

 

Frankenstein schuf ein Weib (Frankenstein Created Woman, 1967)

 

Gangster sterben zweimal (Gangsters ’70, 1968)

 

Geißel des Fleisches (Torment of the Flesh, 1965)

 

Herrscherin der Wüste (She, 1965)

 

In der Gewalt der Riesenameisen (Empire of the Ants, 1977)

 

Klaus Kinski – Italienische Werbeplakate für verschiedene Filme

 

Scarletto – Schloß des Blutes (Bloody Pit of Horror, Il boia scarlatto, 1965)

 

The Ghoul (1933)

 

Verschiede Plakate

 

Verschiedene Originalmotive

Links: Plakatmotiv von Sandro Simeoni für Das schreckliche Geheimnis des Dr. Hichcock (1962). Rechts oben: unverwendetes Motiv für Vampire gegen Herakles (1961), Künstler unbekannt. Rechts unten: unverwendetes Motiv von Mort Künstler für Der Pate (1974).

Eine Filmanzeigen-Sammlung

Auf archive.org habe ich eine schöne Sammlung von Anzeigenvorlagen für alte Horror- und Science-Fiction-Streifen entdeckt. Es handelt sich dabei um Seiten mit jeweils 10 Anzeigen in verschiedenen Formen und Größen für über 150 Filme. Diese schwarzweißen grobkörnigen Zeitungsanzeigen besitzen eine ganz eigene Ästhetik im Vergleich zu farbigen Postern und Cover-Artworks. Es freut mich immer, solches altes Filmmaterial zu entdecken.

Ich habe mal eine Downloadcontainer-Datei für den JDownloader erstellt. Einfach die DLC-Datei im JDownloader öffnen und schon kann man mit einem Klick die ganze Sammlung runterladen.

Hier eine kleine Auswahl.

 

Love Death + Robots – Meine Top 5

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Bei der Netflix-Serie Love Death + Robots handelt es sich um eine Anthologie von 18 animierten Kurzfilmen kreiert und produziert von Tim Miller and David Fincher. Das Projekt geht auf eine über zehn Jahre alte Idee der beiden zurück, das Anthologie-Konzept des einflussreichen Comic-Magazins Heavy Metal (ursprünglich in Frankreich als Métal Hurlant und in Deutschland als Schwermetall erschienen) und speziell der Verfilmung von 1981 wieder aufleben zu lassen; nämlich sehr unterschiedliche Geschichten aus den verschiedensten Genres in mannigfaltiger stilistischer Vielfalt zu präsentieren. Aus der Heavy-Metal-Adaption ist nie etwas geworden, weil sich schlicht keine Geldgeber gefunden haben. Zwischenzeitlich wurden die Filmrechte von Robert Rodriguez erworben, der damit bis heute allerdings auch nichts Produktives realisiert hat. [*]

Unter neuem Titel und dank der gut gefüllten Geldspeicher von Netflix, haben Miller und Fincher nun mit Love Death + Robots ihre Vision eines modernen Heavy Metal verwirklichen können. Und nicht zuletzt auch die Vision der zahlreichen beteiligten kreativen Köpfe, die hinter der Serie stehen, von den Autoren bis zu den Beschäftigten in den Animationsstudios.

Nur zwei der 18 Geschichten wurden für die Serie geschrieben. Die anderen sind allesamt Adaptionen von schon existierenden Kurzgeschichten von namhaften Autoren wie Peter F. Hamilton, John Scalzi, Alastair Reynolds und Joe Landsdale. Love Death + Robots spannt den Bogen von Science Fiction über Horror und Fantasy bis zu Comedy.  Ähnlich divers präsentieren sich die Kurzfilme in stilistischer Hinsicht. Von handgezeichnet bis computeranimiert mit Motion- und Performance-Capturing, von cartoonartig bis hyperrealistisch. Das alles macht den großen Reiz der Serie aus.

 

Meine Top 5 (ohne Spoiler)

l_d_+_robots_helping_handPlatz 5. Helping Hand (Helfende Hand)

Eine Astronautin wird während Reparaturarbeiten in den Weltraum geschleudert, ihr Raumschiff in Sicht-, aber außer Reichweite. Dort driftet sie langsam umher, völlig auf sich allein gestellt und der Sauerstoffvorrat neigt sich dem Ende entgegen. Nur durch eine radikale und schmerzliche Entscheidung kann sie sich retten.

Der logischste und technischste Film der Serie und der einzige, der gänzlich ohne phantastisches Element auskommt. Das hier ist Hard-Science-Fiction mit einer Problemlösung, die auf echter Physik basiert. Gleichzeitig gelingt es dem Film auch emotional zu bewegen. Wie die Protagonistin die verschiedenen Phasen von Ärger über Verzweiflung bis hin zu Hoffung durchmacht, ist gut inszeniert. Deshalb funktioniert der Film auch beim zweiten Mal Anschauen, obwohl man das Ende schon kennt. In gerade mal 10 Minuten bringt der Film seine Story perfekt auf den Punkt.

 

l_d_+_robots_good_huntingPlatz 4. Good Hunting (Gute Jagdgründe)

Liang, der kleine Sohn eines Geisterjägers, freundet sich mit der jungen Yan an, eine Hulijing – eine Fuchsfee, die ihre Gestalt änden kann. Jahre später treffen sich die Beiden in Hongkong wieder, wo Liang als Mechaniker arbeitet und ein tiefgehendes Interesse am Bau von komplexen Maschinen und Geräten entwickelt hat. Mittlerweile ist die Magie aus der Welt verschwunden und Yan ist in ihrer menschlichen Gestalt gefangen. Als der Bürgermeister ihr körperlich zusetzt, bittet sie Liang um Hilfe.

Von der hübschen klassischen Zeichentrickoptik sollte man sich nicht täuschen lassen. Die Geschichte ist bizarr, bisweilen gar verstörend, und macht dies durch grafische Details deutlich. Die erste Hälfte des 17-minütigen Films ist ein traditionelles chinesisches Geistermärchen, das in der zweiten Hälfte in eine Steampunk-Rachegeschichte übergeht. Verwandlung ist also ein großes Thema hier. Nicht nur machen beide Figuren eine Verwandlung auf unterschiedlichen Ebenen durch, auch wandelt sich der Film mit dem Wechsel der Genres. Diese Verquickung von Steampunk und asiatischen Motiven, habe ich gelernt, nennt sich Silkpunk. Gefällt mir.

 

l_d_+_robots_aquila_riftPlatz 3. Beyond the Aquila Rift (Jenseits des Aquila-Rifts)

Das Raumschiff Blue Goose kommt vom Kurs ab und dockt an einer unbekannten Raumstation an. Dort treffen Thom und seine Crew überraschenderweise auf dessen Ex-Freundin Greta, die ihnen offenbart, dass sie sich hunderttausende von Lichtjahren von der Erde entfernt befänden, was technisch und zeitlich eigentlich unmöglich ist. Nachdem Thom weitere Seltsamkeiten auffallen, beginnt er langsam daran zu zweifeln, dass Greta tatsächlich Greta ist.

Die gute alte Story vom Raumschiff, das vom Kurs abkommt. Hier allerdings mit schönem Twist. Aquila Rift gehört zu den visuell eindrucksvollsten Filmen von Love Death + Robots. Die Charaktere sind von echten Schauspielern fast nicht mehr zu unterscheiden. Weltraum-Mystery, Sex und ein Schocker-Ende. Diese Geschichte atmet pure Heavy-Metal-Atmosphäre, wie kaum ein anderer Film der Serie. Wenn ich manche Kritik hierzu lese, in der sich über zu viel unnötige Nacktheit echauffiert wird, platzt mir der Kragen. Das muss so sein. Wer das in Abrede stellt, hat das Konzept nicht verstanden. Zumal es ja genug andere Filme in der Serie gibt, die diese Klischees nicht bedienen.

 

l_d_+_robots_the_witnessPlatz 2. The Witness (Die Augenzeugin)

Eine Frau wird von ihrem Hotelzimmer aus Zeuge eines brutalen Mordes gegenüber in einem Apartment. Sie flüchtet panisch aus dem Hotel in ein Taxi, der Mörder ihr dicht auf den Fersen. Sie schafft es in den Stripclub, in dem sie arbeitet, glaubt, dort den Mörder abschütteln zu können. Der ist jedoch hartnäckig und nach einer weiteren Verfolgung treffen beide schließlich in dem Mord-Apartment aufeinander.

Obwohl The Witness mit einer schönen Auflösung endet, die die Erwartungen des Zuschauers völlig umdreht, hat es mir dieser Film vor allem wegen seines außergewöhnlichen Stils angetan. Hier schreit einem alles ins Gesicht. Die grellen Farben, die stroboskopischen Effekte, die entfesselte Kamera, die dreht, zoomt, verschwimmt, wackelt und den Fokus verliert, der hämmernde Soundtrack, die Geräusche. Der ganze Film ist ein irrwitziger audiovisueller Trip. Spektakulär!

 

l_d_+_robots_zima_bluePlatz 1. Zima Blue (Zima Blue)

Die Journalistin Claire erhält überraschend eine Einladung des mysteriösen und öffentlichkeitsscheuen Künstlers Zima Blue, der seine Geschichte erzählen möchte, bevor er sein finales Kunstwerk offenbart. Zima Blue ist durch seine bahnbrechenden Kunstinstallationen berühmt geworden, einzelne geometrische Formen in blau, in zimablau, deren Größe stetig wuchs. Leinwände, die die Pyramiden überragten, bis in die Stratosphäre reichten und schließlich färbte Zima Blue einen ganzen Asteroidengürtel blau. Mit welchem finalen Kunstwerk könnte er dies noch übertreffen?

Zima Blue ist mit Abstand der tiefgründigste Film der Serie. In betörender Weise bricht er die große existentielle Frage des Seins auf eine einfache Prämisse herunter. Da ist der Künstler, der mit seiner Kunst versucht, die wahre Natur der Dinge zu ergründen und seinen Platz im Kosmos sucht. Aber die jahrzehntelange Suche durch immer größere Leinwände und die technische und körperliche Vervollkommnung des eigenen Selbst mittels kybernetischer Modifikationen, bringen Zima Blue nicht die Erkenntnis. Letztlich findet er die Wahrheit nur, indem er dorthin zurückkehrt, wo er herkommen ist.

Zima Blue ist ein faszinierender kleiner Film, der durch seine philosophischen Aspekte, denen eigentlich zutiefst buddhistische Motive zugrunde liegen, inspirierend wirkt und der mit seinen satten Farben und den Charakteren, die mit dickem schwarzem Pinselstrich umrandet sind, auch optisch einiges hermacht. Fast ist Zima Blue zu schade dafür, ihn nur im Kontext von Love Death + Robots zu sehen.

 

Abschließend sei noch angemerkt, dass ich alle 18 Filme sehenswert finde. Wenn nicht immer inhaltlich, dann doch zumindest stets visuell und aufgrund der Vielfalt. Mein größter Kritikpunkt ist, dass manche Filme eher wie ein langer Trailer wirken oder schlicht nicht auserzählt sind. Ein Beispiel ist Fish Night (Nacht der Fische), der eine interessante Vater-und-Sohn-Geschichte erzählt und mit seinen schönen Bildern zunächst vielversprechend erscheint. Aber das Ende bleibt leider unbefriedigend. Ein weiteres Beispiel ist Ice Age (Eiszeit), die mit Mary Elizabeth Winstead und Topher Grace die einzige Episode mit echten Schauspielern ist. Die Mini-Zivilisation im Eisschrank ist eine tolle Idee, aber es wird nichts daraus gemacht. Im Prinzip wird nicht mal eine Geschichte erzählt. Sehr schade, Mary Elizabeth Winstead und Topher Grace sind hier leider verschwendetes Talent.

Filme, die ich außerdem noch recht gut finde, die es aber nicht in meine Top 5 geschafft haben: der traditionell animierte 80er Jahre Macho-Horror Sucker of Souls (Seelenfänger), der cartoonige Monsterspaß Suits (Schutzanzüge) und die moderne Twilight-Zone-Reminiszenz Lucky 13 (Raumschiff Nr. 13).

Ich warte gespannt auf die 2. Staffel…

Youtube-Kanal: Screened

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Meine heutige Empfehlung ist der Youtube-Kanal Screened. In jedem der Videos beschäftigen sich die zwei Betreiber des Kanals mit einem bestimmten Aspekt des filmischen Geschichtenerzählens. Dabei analysieren sie Filme, Genres, bestimmte Szenen oder andere filmische Themengebiete und schauen, was warum wie funktioniert. Dazu werden nicht einfach technische Details runtergerattert, sondern man bedient sich einer essayistischen Erzählweise, um den Zuschauer an das Themenkonzept heranzuführen. Die Videos sind nicht nur inhaltlich äußerst interessant, sondern gewinnen dadurch auch eine, ich nenne es mal: literarische Qualität.

Meine Empfehlungen für den Einstieg sind Why Cosmic Horror is Hard To Make, über das Problem kosmischen Horror im Film umzusetzen, The Haunting of Hill House – How To Use Long Takes, über die atemberaubenden langen Kamerafahrten ohne Schnitt in der poetischen Netflix-Gruselserie (siehe meine Empfehlung hier) und The Twilight Zone – What Do We Fear?, über die universellen Angstmotive in der originalen Twilight-Zone-Serie der 1950er Jahre.

Die originalgetreuste Dracula-Verfilmung

James Rolfe alias The Angry Video Game Nerd beschäftigt sich in einem aktuellen Video mit einem meiner Lieblingsbücher; oder besser gesagt dessen Verfilmungen. Er beantwortet die Frage, welcher Film wohl die originalgetreuste Umsetzung von Bram Stokers Dracula ist. Das Ganze kommt aus naheliegenden Gründen nicht ohne subjektive Vorauswahl aus. Aus der Vielzahl der Dracula-Filme hat sich James zwölf der aussichtsreichsten Kandidaten ausgesucht – und ich würde behaupten, die Auswahl ist gelungen – und prüft diese Filme anhand einer Checkliste auf die wichtigsten Figuren, Elemente und Handlungsdetails des Buches.

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Rein instinktiv hätte ich vermutet, dass Francis Ford Coppolas Verfilmung von 1992 ziemlich weit vorne rangieren müsste. Und in der Tat ist es auch so. Coppolas Version liefert sich bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der BBC-Verfilmung von 1977, die letztlich knapp gewinnt. Nicht nur, weil die BBC-Version die meisten Übereinstimmungen mit dem Buch hat, sondern auch weil Coppolas Version deutlich mehr Elemente hinzudichtet, die im Buch gar nicht vorkommen. Immerhin ist der Coppola-Film der einzige von den zwölf Filmen, der die Briefkorrespondenz mit in die Handlung integriert. Stokers Roman besteht bekanntlich ausschließlich aus Briefen, Tagebucheinträgen und Zeitungsausschnitten. Auf Platz 3 landet ein Film, den ich gar nicht mehr auf dem Schirm hatte: Jess Francos Nachts, wenn Dracula erwacht von 1970.

Serien 2018

Weils so schön ist, gleich noch eine Liste. Die Serienneustarts 2018, die mich besonders begeistert haben, sind diese fünf:

Killing Eve

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Eine durchgeknallte Auftragsmörderin namens Villanelle mordet sich durch Europa. Die MI5-Ermittlerin Eve Polastri erkennt die Zusammenhänge, wird aber wegen eines Dienstvergehens gefeuert. Daraufhin erhält sie von der Auslandssektion des MI6 die Chance eine inoffizielle Sondereinheit zu gründen, um die Killerin aufzuspüren. Villanelle bekommt unterdessen Wind von der Sache und entwickelt eine stalker-artige Leidenschaft für Eve. Obwohl zuerst in Todesangst, fühlt sich auch Eve bald zu der unberechenbaren Psychopathin hingezogen. Von da an beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Rollen von Jägerin und Gejagter ständig wechseln.

Dem positiven Medien- und Zuschauerecho kann ich mich nur anschließen. Killing Eve ist sowohl Thriller als auch schwarze Komödie mit wohldosiertem Humor und trotz Blut und Brutalität voller überraschender Leichtigkeit und mit Verve inszeniert – und gespielt. Sandra Oh als zielstrebige Ermittlerin und Jodie Comer als völlig Wahnsinnige, die in sexuelle Erregung gerät, wenn sie ihren Opfern beim Sterben zusieht, bieten hier eine große Show. Warum die Serie noch keinen deutschen Starttermin hat, ist mir ein Rätsel. Nachtrag: Die Serie ist mittlerweile über Amazon Prime auf dem Starzplay Channel und als DVD verfügbar.

 

The Haunting of Hill House

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Die famose Netflix-Horrorserie habe ich bereits hier vorgestellt.

 

The Terror

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Ein echter Downer. Wer was für die gute Laune sucht, muss woanders schauen. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dan Simmons, der die gescheiterte Arktis-Expedition von John Franklin thematisiert und mit Elementen des fantastischen und realen Horrors kombiniert. Ironischerweise hätte es das Monster gar nicht gebraucht, denn das wahre Monster ist in dieser Geschichte mal wieder der Mensch selbst.

Die Serie strahlt zu jeder Sekunde die pure Hoffnungslosigkeit aus und der Zuschauer weiß, dass dieses düstere Abenteuer kein gutes Ende nehmen wird. Der Kontrast zwischen der gedrängten Enge in den Schiffen und der weiten arktischen Unwirtlichkeit außerhalb ist gut in Szene gesetzt. Dazu eine feine Schauspielerriege und ein die Atmosphäre unterstreichender minimalistischer Soundtrack. Die erste Staffel steht auf Amazon Prime Video zum Abruf. Eine zweite Staffel ist für 2019 angekündigt, was mich überrascht, denn die Geschichte ist eigentlich auserzählt. Ich hoffe auf eine sehenswerte Weiterführung.

 

Strange Angel

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Strange Angel erzählt die Geschichte des Raketenwissenschaftlers Jack Parsons, der in den 1930er Jahren die erste Rakete mit heterogenem Festtreibstoff erfand und so maßgeblich die Raumfahrt beeinflusste. Einen kuriosen Twist erhält Parsons Biografie dadurch, dass er ein Anhänger von Aleister Crowleys okkulter Thelema-Bewegung war. Das prädestiniert die Figur Parsons geradezu für eine spannende Serienumsetzung. Auf der einen Seite Wissenschaftler, auf der anderen Seite Mitglied eines verschrobenen Kults mit sexualmagischen Ritualen. Die erste Staffel von Strange Angel spielt mit diesem Gegensatz auf anschauliche Weise und zeigt, wie und warum Parsons in den Bann der örtlichen Loge gerät, während er gleichzeitig versucht, die Wissenschaft zu revolutionieren.

Die Serie überzeugt visuell und hat eine tolle Besetzung. Zugegebenermaßen könnte die Serie etwas mehr Tempo gebrauchen. Man könnte auch sagen, die Erzählweise korrespondiert mit der Karriere von Parsons, die anfangs mehr als einmal ins Stocken gerät und das nicht nur, weil seine Raketen nicht zünden. Vielleicht befasst sich die Serie tatsächlich etwas zu ausführlich mit den Eheproblemen von Parsons und seinem Nachbarn. Da mich die Geschichte aber so begeistert, kann ich über diese Unzulänglichkeiten hinwegsehen. Die Serie ist bisher leider nur über den Streaming-Dienst CBS All Access zu sehen.

 

The End of the f***ing World

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Der 17-jährige Außenseiter James hält sich selbst für einen Psychopathen und fantasiert von einem Mord, als die neu an die Schule gekommene Alyssa ihn überzeugt sie bei der Suche nach ihrem leiblichen Vater zu begleiten. James willigt ein, weil er sie für sein perfektes erstes Mordopfer hält. Mit einem geklauten Auto begeben sich die Beiden auf einen Roadtrip, der nicht nur die Suche nach Alyssas Vater ist, sondern sich auch als Suche nach Sinn und Bedeutung in einer düsteren Welt entpuppt.

Trotz nihilistischer Weltsicht und rabenschwarzem Humor handelt es sich hierbei um eine romantische Komödie mit Feinsinn. Die Serie hat nicht nur einen originellen Plot, sondern ist außerdem außergewöhnlich gut inszeniert und in 8 mal 25 Minuten schön kompakt erzählt. Staffel 1 steht auf Netflix, eine zweite Staffel ist angekündigt.

 

Honorable Mention

Folgende Serien haben es letztlich nicht ganz in meine Top 5 geschafft, bedürfen aber durchaus besonderer Erwähnung.

Altered Carbon

Viel eye candy, viel Action, solide Story mit etlichen tollen Ideen. Läuft nicht ganz rund, macht aber tierisch Spaß. Freue mich auf die zweite Staffel, auch wenn Joel Kinnaman nicht mehr dabei sein wird.

Lost in Space

Wie Altered Carbon, aber für die ganze Familie. Ein richtig schönes Remake der Serie aus den 1960ern. Irgendwie ist es der Serie gelungen, dass ich über die ganzen Klischees und Logiklöcher und nervenden Figuren hinwegsehen konnte. Erweckte eine kindliche Freude in mir.

Maniac

Äußerst bizarre Mini-Serie, die in einer retro-futuristischen Welt im 1980er-Jahre-Look spielt. Wenig ergibt Sinn, bis zur finalen Folge. Und bis dahin ist es eine irre Reise durch die Gedanken zweier Menschen, die auf seltsame Weise miteinander verbunden sind.

Future Man

Rasante Zeitreisekomödie mit vielen popkulturellen Anspielungen und mit wenig Tabus. Es geht mal wieder um nichts Geringeres als die Welt zu retten, aber die Drehbuchautoren schöpfen aus dem Vollen und schrecken vor nichts zurück. Verdammt lustig.

Impulse

Aus dem mittelmäßigen Science-Fiction-Action-Film Jumper von 2008 hat Youtube eine überraschend gute Coming-of-Age- und Traumabewältigungs-Geschichte gemacht, die weniger auf hektische Rumspringerei und mehr auf Teenage-Angst und Familientragödie setzt. Das ist alles recht schlüssig geschrieben und die Autoren wissen, wann es Zeit ist, die Nebenschauplätze zu verlassen und die Jumper-Haupthandlung weiterzuspinnen.

Star Trek: Discovery

Das ist schon lustig, wie sich die Fanboys über diese Serie empören. Mir haben schon die Kinofilme von J.J. Abrams gefallen und da die Serie eine ähnliche Richtung einschlägt, habe ich auch hier meinen Spaß. Wer Old-School-Star-Trek haben möchte, kann ja The Orville schauen und für die, die ernsthafte Science-Fiction suchen, für die gibt es The Expanse.

Deutschland 86

Nicht so temporeich wie Deutschland 83, dennoch eine sehenswerte Fortsetzung. Behandelt ein sonst eher vernachlässigtes Thema, nämlich die dubiosen Waffengeschäfte der DDR mit dem Apartheid-Regime in Südafrika. Allerdings verliert sich die Serie auch ein wenig in etlichen Nebenplots.

 

Podcast: NostalGeeks!

nostalgeeks

Oh je, ein weiterer Podcast, den ich zukünftig hören muss. Dia Westerteicher von Evil Ed und der Wortvogel Torsten Dewi haben einen neuen Podcast names NostalGeeks! ins Leben gerufen. Die zwei, laut Eigenwerbung, alten Männer reden im vierzehntäglichen Rhythmus über Filme und Serien und anderen Nerdkram (oder muss man sagen Geekkram?) und sparen nicht mit eigenen Anekdoten.

Wer den schon seit einiger Zeit pausierenden Evil-Ed-Podcast vermisst, findet hier gleichwertigen Ersatz. Und diejenigen, die Evil Ed nicht kennen, sollten hier natürlich trotzdem mal reinhören. Obwohl erst eine Folge raus ist, kann ich NostalGeeks schon jetzt getrost empfehlen. Der Podcast ist informativ wie unterhaltsam.