Die Europa-Chronik

Bei dem großartigen kostenlosen Hörspielmagazin Playtaste hat sich schon länger nichts mehr getan. Aus gutem Grund. Die zwei Hauptverantwortlichen, Frank Boldewin und Wolfram Damerius, haben ein Buch über das legendäre Hörspiel-Label Europa geschrieben und waren damit in den letzten Jahren verständlicherweise ausgelastet.

Ein dicker, informativer und unterhaltsamer Schmöcker ist es geworden, in gewohnter Playtaste-Qualität. Das Buch dokumentiert die gesamte Firmengeschichte von den Anfängen in den 1950er Jahren bis heute. Bei der Menge an Material, das die Autoren aus den Archiven von Label und Sammlern zusammengetragen haben, kann einem schon schwindlich werden. Das Buch ist vollgepackt mit Covern, Flyern, Werbematerial, Manuskripten, seltenen Fotos, Zeitungsausschnitten und anderem mehr. Darüber hinaus findet man Informationen und Anekdoten zu und von allen wichtigen Personen und Sprechern. Sogar die Cover-Künstler werden nicht außen vor gelassen.

Das Buch ist eine hübsch nostalgische Fundgrube. Selbst die, die in ihrer Kindheit die Europa-Hörspiele rauf und runter gehört haben, dürften hier noch vieles Ungesehene und Ungehörte entdecken. Das Buch verbildlicht, welchen immensen Output das Label Europa über die Jahrzehnte hatte. Man sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass das Buch als Firmenchronik angelegt ist. Inhaltliches und Kritisches zu den Hörspielen findet man kaum.

Wenn ich müsste, könnte ich als Nörgelheini zwei Kritikpunkte anbringen.

  1. Das seltsame Querformat. Ist unpraktisch und unnötig. Das Format hat hier keinen Vorteil und bewirkt nur, dass man das Buch immer irgendwo auflegen muss und es nicht freihändig durchblättern kann.
  2. Das Buch fängt im Jahre 1956 an und endet 400 Seiten später im Jahre 2020 ohne eine einzige strukturelle Trennung. Es gibt weder Kapitel noch Inhaltsverzeichnis. Und leider auch keinen Index. Damit wird das Konzept einer Chronik für meinen Geschmack etwas zu radikal umgesetzt und das Buch ist so eher Durchblätterbuch als Nachschlagewerk, da man Hörspiele, Personen, Themen nicht gezielt finden kann.

Nun denn, das ist das Konzept, für das sich die Autoren entschieden haben und dieses ist zu respektieren. Es ändert letztlich auch nichts an der Qualität des Inhalts. Der Vorbestellerpreis von 24,95€ war ein Schnäppchen. Die nun geforderten 34,95€ sind immer noch sehr fair. Für Hörspielfans, insbesondere für die Nostalgiker, kann ich nur eine Empfehlung aussprechen.

Interessenten sollten sich allerdings ranhalten. Das Buch war ursprünglich exklusiv bei pop.de erhältlich, war dort allerdings schon nach kurzer Zeit nicht mehr lieferbar. Dann erschien Mitte Dezember eine zweite Auflage, aber zurzeit wird das Buch bei pop.de schon wieder als „nicht auf Lager“ gelistet. Bei amazon.de gibt es noch Exemplare für 39,95€ und bei eBay liegt der Preis schon jenseits der 50€. Das Buch dürfte also wohl trotz zweiter Auflage bald ein gesuchtes Sammlerstück sein.

Hörspiel-Autor Ivar Leon Menger hat auf seinem Youtube-Kanal ein Interview mit den beiden Autoren zur Entstehung der Europa-Chronik geführt, das man sich auch gerne mal geben kann.

Von Haubenlerchen und Rennbienen

Unter dem Pseudonym Rico Remberg schrieb der Journalist Dieter Korp den 450-Seiten-Klopper Sex auf Rädern, der 1970 im PPS-Verlag erschien. Korp arbeitete für die Magazine auto motor und sport und Motor Revue und fungierte bis zu seinem Tod im Jahr 2015 als Hauptautor der erfolgreichen Autoreparatur-Bücherreihe Jetzt helfe ich mir selbst, die seit 1962 kontinuierlich erscheint. Was ihn zu dem reißerischen Sexploitation-Werk Sex auf Rädern brachte, ist mir unbekannt. Aber die Sexwelle der 70er Jahre erfasste ja so manchen seriösen Schreiber.

Der Klappentext macht klar, wo die Ausfahrt hingeht:

Das Auto fördert den Sex. Es erregt durch Vibration, Geräusch und Styling. Es macht Schwache schwächer und Scharfe schärfer. Es verführt und schafft neue Gelegenheiten. Es verlagert das Bett auf die Straße. Dieses Buch – eine völlig neue und alarmierende Dokumentation – stützt sich ausschließlich auf Tatsachen.

Nichts weniger als eine alarmierende Dokumentation wird versprochen. Alarmierend finde ich es ja immer, wenn man mir eine Dokumentation verkaufen will und extra darauf hinweist, dass sie sich ausschließlich auf Tatsachen stützt. Ist das nicht der Sinn einer jeden Dokumentation?

Aus heutiger Sicht überwiegt bei diesem Buch der Cringe-Faktor. Aber wenn man Spaß an den trashigen Zotigkeiten der 70er Jahre hat und sich für die alten Autos interessiert, kommt man hier durchaus auf seine Kosten. Der Anspruch einer Dokumentation geht dem backsteindicken Buch zwischen pseudointellektuellen Bonmots und küchenpsychologischen Weisheiten allerdings recht schnell verloren. Erwartbar werden hier naheliegende Begriffe wie Kolbenhub und Schaltknüppel zur sexuellen Analogie und der Autor wittert hinter jeder Motorvibration und jedem Auspuffknall ein verstecktes Stimulans. Das Auto, des Deutschen liebstes Kind, in Wahrheit also ein einziges Objekt der Verführung und des Lasters.

Mir ist das Buch beim Kauf einer gemischten Bücherkiste in die Hände gefallen. Als ich erkannte, dass in Sammlerkreisen dafür irrwitzige 40 bis 80€ gezahlt werden, habe ich das Buch schnell bei eBay eingestellt. Aber nicht ohne vorher zumindest noch das Bildmaterial einzuscannen. Der Autor hat einige herrliche und herrlich fragwürdige Bilder aus den Archiven zusammengetragen, darunter unveröffentlichtes Werbematerial, das den Autofirmen wohl selbst zu peinlich war. Dazu vermitteln die Bildunterschriften einen guten Eindruck von Duktus und Narrativ des Buchs – als wenn der Klappentext nicht schon genug wäre. Für das Folgende gilt: anschnallen!

Wortspiel Galore

Auch wenns manchmal wehtut, ohne Wortspiele kommt das Buch nicht aus. Sie ziehen sich durch den ganzen Text. Hier geht es los mit „Straßenranderscheinung“ und „Begleit-Erscheinung„. Die These lautet, dass bereits die Enge des Autos die Insassen in erotische Stimmung versetzt. Gemütliche Liegesitze, die früher in der Tat ein populäres Feature waren, tun ihr Übriges. Da ist natürlich auch noch der Vorteil der Mobilität. Gehen wir zu dir oder zu mir? Weder noch!

Science, bitch!

Hier wirds mal kurz wissenschaftlich. Angeblich führte der Reifenhersteller Uniroyal Englebert (wurde 1979 von Continental übernommen) eine Studie durch, die bei den sowohl männlichen wie weiblichen Teilnehmern eine sexuelle Stimulation durch das Autofahren nachwies. Zu der Studie konnte ich leider nichts finden. Aber Uniroyal Englebert scheint damals zu allem möglichen Quatsch Studien in Auftrag gegeben zu haben, daher ist das durchaus glaubhaft. Wie „wissenschaftlich-medizinisch“ die Studie tatsächlich war, bleibt aber fraglich. Die Testpilotin im Bild sieht jedenfalls wenig erregt aus. Im unteren Bild sieht man noch den „hochwirksamen Vibrator“, der in Autos steckt; die Kurbelwelle, das geile Stück blankpolierter Edelstahl.

Gut ausgestattet

Die bereits erwähnten Liegesitze werden hier nochmals gesondert herausgestellt. Zu sehen sind hier Interiors von Renault 16, Simca 1100, Peugeot 504, NSU Ro 80, von dem weiter unten bei der Werbung noch mehr kommt, und Alfa Romeo Giulia Super. Beim Simca 1100 kann man auch „durch die Heckklappe ins Schlafzimmer steigen“. Der NSU erlaubt es hingegen, dass man „seine Fee wie Skier von hinten durch den Kofferraum schieben kann“. Mit Fee meint diese schmeichelnde Analogie natürlich die Angebetete des Fahrzeugbesitzers. Ihr Lächeln auf dem Foto ist auch eindeutiger Beweis, dass sie gar nichts dagegen hat, dass man sie wie Skier von hinten durch den Kofferraum schiebt.

Die Bilder stammen von Paul Botzenhardt, der laut Wikipedia einer der bekanntesten Auto-Fotografen des 20. Jahrhunderts war. Neben Autos fotografierte er auch gerne Frauen und Krieg.

Vavavoom. Endlich nackte Tatsachen. Zu meiner Überraschung war auch 1970 die Sicherheit beim Autofahren schon ein Thema. Rico Remberg fabuliert etwas mysteriös, dass der Gurt neben der engen Bindung zum Auto auch noch mehr gestattet. Ja, was denn? Ach so, da steht ja „Keuschheitsgürtel“, hohoho. Ernster geht es rechts auf dem Bild zu. Hosenträgergurte mit Nerzfell kosten immerhin 900 Mark, was damals fast einem durchschnittlichen Monatslohn entsprach.

Phalli und Vaginen

Dieses Buch kann natürlich unmöglich ohne Phallus- und Vagina-Symbolik auskommen. Schaltknüppel, Kühlergrill, Karosserie, alles erinnert an Geschlechtsteile und Körperformen. Während der Autor des Buchs hier noch erfreut darüber ist, dass der Schaltknüppel immer sportlicher und kräftiger wird, ist der Schalthebel heute wohl eher ein Auslaufmodell. Mittlerweile fährt fast die Hälfte aller Autos mit Automatikgetriebe. Die besitzen zwar auch einen Wählhebel, aber an dem wird gewöhnlich nicht so viel rumgerührt wie bei manuellen Schaltgetrieben. Bei zunehmender E-Mobilität wird der Schalthebel über kurz oder lang wohl gänzlich verschwinden.

Gerücht: Dass der Schalthebel ein echter Phallus ist, kann angeblich durch Videos auf pornhub.com nachgewiesen werden. Hat mir mal jemand erzählt, der jemanden kennt, der da schon mal was gesehen haben will.

Links unten wird über den vaginalen Kühlergrill des Ford Edsel berichtet. Tatsächlich fühlten sich wohl einige Zeitgenossen hierbei an das weibliche Geschlechtsteil erinnert. Aber das Buch suggeriert, dass die Produktion aus diesem Grund eingestellt werden musste. Laut Wikipedia war der Wagen allerdings hauptsächlich wegen des hohen Preises und der vielen technischen Mängel ein Misserfolg. Links oben ist noch der „aufpulvernde, hart gefederte und äußerst aggressiv wirkende“ BMW 507 zu sehen. Habe ich nichts gegen einzuwenden. War ein schönes Auto. Und „aufpulvern“ schreibe ich mir ins Wörterbuch.

Im rechten Bild werden die Vergleiche etwas bemühter. Dass die Karosserien von Corvette Stingray und Opel GT irgendwie etwas Weibliches haben, wegen geschwungener Form und so, na ja. Aber wenn mein Penis nach Ford Mustang oder Ford Capri aussähe, würde ich zum Arzt gehen.

Feuerstühle und Kinofilme

Das Buch heißt Sex auf Rädern und nicht Sex im Auto. Daher ergibt es Sinn, dass der Autor auch dem Motorrad ein Kapitel widmet. Links eine Anzeige für die BSA Rocket 3 (von der ich noch eine höher aufgelöste Farbversion gefunden habe) und das Buch-Cover zu Das Motorrad von André Pieyre de Mandiargues, hier ohne Titelnennung nur lapidar als „Schutzumschlag eines Buches“ bezeichnet. Die Verfilmung mit Alain Delon und Marianne Faithfull, in Deutschland als Nackt unter Leder bekannt, sorgte für einigen Wirbel. Der Film kam aber erst 1969 ins deutsche Kino, was vermutlich der Grund ist, warum man dazu nichts im Buch findet. Der Film hätte thematisch vortrefflich gepasst. Hier der englische Trailer:

Auf der rechten Seite kommt immerhin Brigitte Bardot zum Zuge. „Was sie empfindet, flötet sie auf einer Schallplatte: Wenn ich auf dem Sattel sitze, steigt mir beim Rattern der Maschine Lust in die Lenden.“. Stimmt, dichtete Serge Gainsbourg und ließ Brigitte auf die Harley steigen. Zu dem Song gibt es auch ein schönes Video für das Scopitone.

Es finden neben dem unvermeidlichen Autokino („Leinwandfreuden und legitimierte erotische Bastelstunden“, häh?) noch ein paar kuriose und obskure Filme Erwähnung, die nichts mit Autos zu tun haben, außer dass in irgendeiner Szene mal eines auftaucht.

Links unten ein Bild aus Spielst Du mit schrägen Vögeln, in dem Margarethe von Trotta einen frühen Auftritt hat. Mitte oben ein Bild aus Die goldene Pille, ein Aufklärungsfilm von 1968, der momentan verschollen ist. Ich kenne auch niemanden, der den schon mal gesehen hat. Mitte unten ein Film, den ich nicht zuordnen kann. Laut Bildunterschrift hielt eine versteckte Kamera die Szene für den Film „Feigenblatt“ fest.

Bei der Recherche bin ich noch auf den Film Die Auto-Nummer – Sex auf Rädern von 1972 gestoßen, der zwar ein ähnliches Thema bearbeitet, mit dem Buch aber offenkundig keine direkte Verbindung hat. Alleine wegen Rolf Eden als Motorradpfarrer sollte man sich diesen Film vielleicht mal auf die Watchlist setzen.

Ausgezogen bis aufs Hemd und darüber hinaus – Die Werbung

Wie schon angemerkt, hat der Autor eine ganze Reihe von Werbefotos gesammelt, die vorher unveröffentlicht waren und in vielen Fällen wohl auch nirgends sonst mehr auftauchten. Ein Kommentar zu einzelnen Bildern erübrigt sich. Es ist immer das gleiche Prinzip. Mehr oder weniger bekleidete Frauen räkeln sich auf, an oder um Autos herum und Rico Remberg gibt mehr oder weniger schlüpfrige Anmerkungen zum Besten, die sich ohne ein Gefühl des Fremdschämens kaum lesen lassen. Seine besten Wortschöpfungen beinhalten: Stern-Stunden (wegen Mercedes), Schlängelkurven, Zündwilligkeit, Hemdenmatz, Wohlstandshügel, Zuchtperlen (aua), Haubenlerchen (also, das ist lustig), Puppenfänger (klingt eher nach Serienkiller) und Ehestandslokomotive.

Wem es bisher für ein solches Buch nicht sexistisch genug zuging, der darf sich nun hier durchklicken.

Neben Ford Capri gibt es hier nochmal den NSU Ro 80 zu sehen sowie den lustigen Citroën Ami 6, den Porsche 914, den VW Käfer und noch irgendwas von Ford und Opel. Dies sei nur noch der Vollständigkeit halber erwähnt. Und nun: auf zu den Profis.

Rennsport

Links: „Rennbienen, die nicht nur Honig lecken“ und eine „Mitarbeiterin, die Leistungskurven demonstriert“. Außerdem ist als seltene Ausnahme eine Beifahrerin in einem Renngespann zu sehen. Oben auf der rechten Seite versucht Rennfahrer Jack Brabham der blonden Dame ausschließlich in die Augen zu schauen. Ich bin mir sicher, die Dame auch schon mal irgendwo gesehen zu haben, komme aber nicht dahinter, um wen es sich handelt. Unbekannt ist auch der Fahrer auf dem rechten unteren Bild, der von zwei „Rennmiezen“ oben ohne beglückwünscht wird.

Kurze Röcke und Lustgeräusche. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Hier die wahrscheinlich schönsten und ehrlichsten Worte, die im gesamten Buch zu lesen sind.

Der Mensch ist hinter Rennhelm, Gasmaske und feuersicherem Anzug verschwunden. Es wurde ein herrliches Ungeheuer geboren, das den genießenden Zuschauer so wohlig darüber im Zweifel lässt, ob er pervers oder irre ist oder nur spinnt.

Vielleicht könnte man Ähnliches auch über den Leser dieses Buchs sagen. Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, worin der Unterschied zwischen irre sein und spinnen liegt.

Mobiles Horizontalgewerbe

Als Rausschmeißer tischt Rico Remberg ein armseliges Kapitel über Prostitution auf. Wortspielerisch wird es auch langsam dünn. Links im Bild ist doch tatsächlich die Rede von „Auto-Strichinen“. Außerdem scheint mir der eigene Mercedes als ersehntes Ziel der Prostituierten zu sehr vom Fall Rosemarie Nitribitt inspiriert zu sein, als dass man daraus eine Allgemeinbehauptung machen könnte. Auf dem rechten Bild lernt der Leser noch, dass „das Geschäft der Pimperliesen im Auto abseits der Straße abgewickelt wird. Im Sommer im Gras“.

Das wars dann auch. Genug Asphalt-Poesie. Abgesehen von schlechten Kalauern gab es immerhin auch ein paar schöne Fotos von alten Autos. Ob das Buch damals ein Verkaufsschlager war, kann ich nicht mehr nachprüfen. Ich bezweifel es. In der Zeit Nr. 14 von 1970 erschien eine Rezension (zugänglich nach Registrierung), die fast schon zu wohlwollend klingt. Der Rezensent stört sich an der mangelnden Wissenschaftlichkeit, attestiert dem Buch „flott geschrieben [zu sein], oft feuilletonistisch geschliffen, aber auch allzu stark gemixt mit jenem Jargon, den flotte Werbetexter oder Kolportage-Reporter vorrätig haben“. Allzuoft verließe Remberg die Position des Chronisten und werde zum schnoddrigen Plauderer, so der Rezensent weiter. Außerdem: „Autofahrer werden offenbar mit kühlem Kalkül manipuliert. Um des Busineß willen zielen Produzenten und Verkäufer mit unterschwelligen Tricks salvenweise unter die Gürtellinie von Herrn oder Frau Jedermann“. Sieh mal an. In dieser Hinsicht hat sich in den letzten 50 Jahren kaum etwas geändert. Zwar ist die Werbung nicht mehr so plakativ sexualisiert, aber unterschwellige Tricks, die gibt es immer noch zur Genüge.

Bookbutler.com von Amazon aufgekauft

Meine erste Anlaufstelle vor dem Kauf eines Buches galt meistens der Buchpreissuchmaschine bookbutler.com. Dort konnte man sich bequem die günstigsten Angebote sowohl von neuen als auch gebrauchten Büchern anzeigen lassen, praktischerweise von Händlern im In- und Ausland.

Speziell bei englischsprachigen Büchern ist ein Preisvergleich äußerst lohnenswert. Aber selbst deutsche Bücher im höherpreisigen Bereich konnte ich schon mit nennenswerter Ersparnis im Ausland bestellen. Das ist bei Neuware zwar eine Umgehung der deutschen Buchpreisbindung, aber das interessiert den ausländischen Händler nicht.

Als ich kürzlich mal wieder nach einem Buch suchen wollte, wurde ich allerdings beim Aufruf von bookbutler.com direkt zu amazon.de umgeleitet. Hatte ich mich vertippt? Ein erneuter Versuch brachte das gleiche Ergebnis. Ein kurzer Moment des Zweifelns, war die Seite gehackt worden oder gab es ein Problem mit dem DNS-Eintrag? Nein, natürlich nicht. Die naheliegendste Erklärung dämmerte mir: Amazon hat den Laden aufgekauft und abgeschaltet. Heimlich, still und leise. Ohne Erklärung, ohne Ankündigung.

Ich habe zwar nie zu den Miesepetern gehört, die ständig auf Amazon und deren Geschäftsgebaren schimpfen und Amazon schon rein aus Prinzip boykottieren, aber diese Intransparenz ist nicht nett. Nun gut, bookbutler.com war kein Herzensprojekt eines Enthusiasten, sondern eine rein kommerzielle Seite, die sich über Affiliate-Links finanziert hat. Also Schwamm drüber. Das ist die harte Welt des Kommerz.

Bücher finden

Glücklicherweise gibt es noch Alternativen. Mein Favorit ist zurzeit justbooks.de. Tatsächlich gefällt mir die Seite sogar etwas besser als bookbutler.com. Die Seite ist noch minimalistischer und übersichtlicher gestaltet und bindet auch Ergebnisse von dem mir liebgewonnenen Gebrauchtbuchportal booklooker.de ein, was bei bookbutler.com seltsamerweise fehlte. Die Detailsuche lässt ausreichend spezifizierte Suchen zu und die Ergebnisdarstellung von Neu- und Gebrauchtbüchern parallel nebeneinander ist sehr praktisch.

Ähnlich gut ist eurobuch.com. Einige Anbieter, die bei justbooks fehlen sind hier eingebunden. Zum Beispiel Thalia. Ansonsten ist es in erster Linie eine Frage des eigenen Geschmacks, welche Suchmaschine man bevorzugt. Sowohl justbooks.de als auch eurobuch.com finden Angebote der großen internationalen Portale ZVAB und Abebooks, was vor allem dann hilfreich ist, wenn man antiquarische Bücher aus aller Herren Länden sucht. Auch eBay wird von beiden Suchmaschinen unterstützt.

Weitere Alternativen sind buchfreund.de, buchhai.de, findmybook.de und daistesja.de. Diese unterstützen aber generell weniger Anbieter und erfahrungsgemäß finden die nichts, was man nicht auch bei justbooks.de oder eurobuch.com findet.

Die Ironie des Ganzen: Die von mir favorisierte Seite justbooks.de, aber auch Abebooks und ZVAB, gehören bereits zum Amazon-Konzern.

Neues im Buchregal

Ich habe mir ein paar Bücher aus dem Bereich Plakatkunst und Illustration gegönnt, die ich schon länger auf dem Wunschzettel hatte.

Das erste Buch ist Firuz Askin – Illustration. Askin siedelte Ende der 1950er Jahre aus der Türkei nach Deutschland über und betätigte sich in allen Bereichen der Illustration. Neben Werbung und Filmplakaten schuf er vor allem Magazinillustrationen und Cover von Heftromanen. Während der Hochphase der Heftromane in den 70ern und 80ern malte er unzählige Covergemälde zu bekannten Reihen wie Seewölfe, Kommissar X, Fledermaus und Mister Dynamit. In den 2000ern arbeite er u.a. für Titania-Medien, für die er mehr als hundert Hörspiel-Cover schuf, davon alleine 70 für das Gruselkabinett.

Das 170-seitige Hardcover-Buch aus dem Heider-Verlag bietet einen guten Querschnitt von Askins Arbeiten aus allen Bereichen. Auch findet sich hier manches kuriose Werk, wie beispielsweise eine Illustration aus der Bravo von 1977, die zeigt, wie Elvis Presley tot in seinem vergoldeten Badezimmer liegt. Das Buch erschien bereits 2010 und ist auf 500 Stück limitiert. Sehr schönes Teil, aber nicht billig.

 

Ebenfalls im Heider-Verlag erschienen ist das 184-seitige Hardcover-Buch Kunst fürs Kino – Die Plakate des Filmpreisträgers Klaus Dill. Das gleiche Buch wurde mit verändertem Cover auch im Henschel-Verlag veröffentlicht. Für dieses habe ich mich entschieden, da es bedeutend billiger zu haben ist.

Klaus Dills Plakate gehören für mich zu den schönsten im deutschsprachigen Raum. Zwischen den Jahren 1952 und 1994 malte Dill mehr als 600 Filmplakate, darunter etliche zu großen Filmklassikern. Dill betätigte sich in allen Genres: Historienschinken, Abenteuerfilme, Western, Krimi, Horror und Komödien. Ein bischen ausgeklammert werden im Buch leider die Sexklamotten der 70er, für die Dill auch einige Plakate schuf. Immerhin werden die im kompletten (!) Werksverzeichnis genannt. Dieses Verzeichnis erstreckt sich über 45 Seiten – keine Sorge, es ist keine Textwüste, sondern durchgehend bebildert – und dürfte vor allem für Plakatsammler interessant sein.

Die einzige Amazon-Kritik zu dem Buch erschließt sich mir nicht wirklich.

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Eilig zusammengeschustert wirkt das Buch auf mich nicht. Die Reproduktionsqualität der Bilder und das Layout sind tadellos. Die Texte, nun ja, die sind allesamt von Personen geschrieben, die Dill persönlich kannten. Hier darf man also keine hohe Kunstkritik erwarten. Das sind eher Anekdoten, die allenfalls etwas zu viel distanzloses Lob vermitteln. Mitunter gibt es aber auch interessante Information, zum Beispiel über die Arbeitsweise und den Auftragsprozess zwischen Künstler und Filmstudio. Oder, was von Dill selbst geschildert wird, wie sich die Studios für die Cover der Videokassetten oft urheberrechtswidrig bei den Plakatmotiven bedienten. Warum die Rezensentin für ein komplett negatives Review trotzdem 5 Sterne gibt, bleibt auch unklar. Für mich gibt es keinen Grund, dieses Buch nicht zu empfehlen.

 

Eine tolle Ergänzung zu dem vorherigen Buch ist Kino-Schätze. Kino-Schätze ist den Anzeigenillustrationen gewidmet, die Klaus Dill zwischen 1950 und 1980 mit feinem Strich aufs Papier gebracht hat. Satte 200 Seiten gefüllt mit schwarzweißen Filmillustrationen, das dürfte ziemlich einzigartig sein. Mir ist jedenfalls kein anderes Buch bekannt, dass sich so nischig monothematisch mit dieser Art der Filmwerbung beschäftigt. Artikel über Dills Vita, das Druckverfahren der Anzeigen, und den wirtschaftlichen Aspekt der Filmkunst runden das Buch ab.

36 Kilo Buchpaket vom Taschen-Sale

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Wenn Taschen eine Sale-Aktion veranstaltet, fällt es mir immer schwer zu widerstehen. Obwohl die letzte Aktion noch nicht besonders lange her ist, habe ich auch diesmal ein paar schöne und vor allem schwere Bücher an Land ziehen können.

Pieter Bruegel. Das vollständige Werk (85€ statt 150€)

Trotz Preisreduzierung immer noch ein ordentlicher Pappenstil. Aber aufgrund der Aufmachung und Qualität mehr als gerechtfertigt. Im gleichen Format habe ich bereits den Hieronymus Bosch. Bei den alten Meistern, deren Werke so detailreich sind, lohnt sich einfach das großformatige Buch. Man kann das Teil natürlich nur am Tisch studieren. Mal eben locker in der Hand durchblättern ist bei dem Gewicht nicht drin.

Dark City – The Real Los Angeles Noir (40€ statt 75€)

Mit diesem Buch habe ich schon länger geliebäugelt und bin nun froh, auf den Sale gewartet zu haben. Eine betörende wie beklemmende Fotodokumentation der düsteren Seite des Los Angeles der 1920er bis 1950er Jahre. Mord, Drogen, Prostitution, gescheiterte Schauspielexistenzen, versiffte Spelunken und Stripclubs, seltsame Sekten und ein kleines bischen Hollywood-Glamour. Besonders gut gefällt mir hier auch die Aufmachung: Halbleinen mit blutigen Einschusslöchern im Buchdeckel und ein Pappschuber. Im Buch eingebunden sind außerdem jeweils mehrere Seiten umfassende Faksimile von zeitgenössischen Magazinen.

Buchumschläge der Weimarer Republik (30€ statt 50€)

Zeigt und kommentiert über 1000 Buchumschläge aus der Weimarer Republik. Viele politische Werke sind hier enthalten, aber auch Gesellschaftliches, Unterhaltungsliteratur, Kunst und Kinderbücher. Wer sich für Bücher, Design, Illustration und diese Zeitepoche interessiert, findet hier eine kleine Schatzkiste. Und vielleicht auch den einen oder anderen Kauftipp fürs Antiquariat.

Die Welt der Ornamente (25€ statt 50€)

Ornamentik scheint mir ein sehr nischiges, spezielles Spezialthema zu sein. Ornamente werden als schmückendes Beiwerk häufig einfach übersehen. Völlig zu Unrecht. Ornamente sind fantastische oftmals hochkomplexe Kunst. Dieses Buch vereint zwei der großen enzyklopädischen Ornamentik-Sammlungen des 19. Jahrhunderts: L’Ornement polychrome (Band I und II) von Auguste Racinet und  L’Ornement des tissus von Auguste Dupont-Auberville. Die findet man zwar auch online digitalisiert (siehe Links), aber als Nachdruck in diesem gigantischen Buch wirken die Bildtafeln doch noch mal beeindruckender. Der Vorteil des Buchs ist auch, dass sämtliche Tafeln dreisprachig kommentiert sind.

100 Filmklassiker des 20. Jahrhunderts (15€)

War zwar nicht Teil des Sales, aber für 15€ habe ich es mitgenommen. Das kompakte Format bei über 800 Seiten ergibt einen schönen kleinen Schmöker. Gute Texte und viele tolle Bilder sind hier enthalten. Das Buch fängt mit The Birth of a Nation von 1915 an und hört mit Crouching Tiger, Hidden Dragon von 2000 auf. Es sind alles Filme, auf die man sich als Klassiker einigen kann. Es gibt aber auch die eine oder andere Überraschung. Spätestens bei Face/Off von John Woo werden sich die Geister scheiden.

Kostenlose Kunstliteratur zum Download

Das Metropolitan Museum of Art betreibt unter der Bezeichnung MetPublications ein umfangreiches Programm von Kunstliteratur. Das Tolle ist, dass ein Großteil der Veröffentlichungen kostenfrei als PDF runtergeladen werden kann. Dazu zählen die Periodika The Metropolitan Museum of Art Bulletin und The Metropolitan Museum Journal, aber auch die meisten vergriffenen Bücher aus dem Programm. Die kostenlosen Downloads zählen zurzeit fast 1300 Veröffentlichungen. Eine ganz großartige Sache.

Stanislaw Przybyszewski – De Profundis

Von dem deutsch-polnischen Schriftsteller mit dem mir unaussprechlichen Namen kannte ich bisher nur Die Synagoge des Satans, eine Abhandlung über die Entstehung des Satanismus. Dem heutigen Stand der Forschung, das Buch erschien immerhin 1897, hält das Werk zwar nicht immer Stand, aber für alle am Thema Interessierten, ist Die Synagoge des Satans nach wie vor eine empfehlenswerte Lektüre, nicht zuletzt dank Przybyszewskis packendem Stil. Eine Neuausgabe ist unter dem Titel Die Gnosis des Bösen erschienen, wahrscheinlich um nicht den falschen Eindruck entstehen zu lassen, hier handele es sich in irgendeiner Weise um ein antisemitisches Werk. Die Neuausgabe ist zudem mit Fußnoten und Übersetzungen der lateinischen und französischen Zitate versehen, die das Lesen erheblich erleichtern. Da das Urheberrecht am Originaltext abgelaufen ist, kann man diesen zum Beispiel hier herunterladen.

Die Synagoge des Satans ist nur ein kleiner Teil von Przybyszewskis Werk, das sich von der Kritik (Chopin, Nietzsche) über den Naturalismus bis zum magischen Symbolismus erstreckt. Daher war es für mich an der Zeit, auch einmal einen Blick auf das zu richten, was Przybyszewski sonst noch so verfasst hat. Doch wo anfangen?

Meine Wahl fiel auf De Profundis, Aus der Tiefe.

Bei De Profundis (Volltext) handelt es sich um eine relativ kurze Erzählung. Przybyszewski stellt dem Buch ein umfassendes Vorwort voran, in dem er seine Beweggründe und Vorstellungen von Literatur und Kunst darlegt. Demnach versucht Przybyszewski mit De Profundis das Gebiet des normalen Denkens zu verlassen und sich von Goethe, den er für „den Maßstab des Empfindens des Bürgertums“ hält, abzusetzen. In blumigen Worten beschreibt Przybyszewski das, was als Blaupause des ursprünglichen Symbolismuses angesehen werden kann, das Sichtbarmachen des Innersten:

In »De profundis« handelt es sich um die Manifestation des reinen Seelenlebens, der nackten Individualität, des Zustandes der somnambulen Ekstase, oder wie die zahllosen Worte auch heißen mögen, die eine und dieselbe Tatsache ausdrücken, die Tatsache nämlich, daß es noch etwas Anderes gebe außer dem dummen Gehirn, ein au delà vom Gehirn, eine unbekannte Macht mit seltsamen Fähigkeiten begabt, nämlich: die Seele – die Seele, die Ekel empfand, in der fortwährenden Berührung mit der lächerlichen Banalität des Lebens zu stehen und sich das Gehirn geschaffen hatte, um sich nicht jeden Tag prostituieren zu müssen …

Schon hier, De Profundis erschien 1895, nimmt Przybyszewski vorweg, was er später als Chefredakteur der Krakauer Zeitschrit Das Leben (Zycie) als seine Auffassung der neuen Kunst verbreitet. Diese neue Kunst soll von allen moralischen und gesellschaftlichen Zwängen befreit und ein Ausdruck der totalen Individualität sein.

Weiterhin distanziert er sich vom Inhalt seiner Geschichte, ja, er behauptet, seine Geschichte habe gar keine Handlung :

Was ich also mit meinem »De profundis« bezwecke, ist einzig und allein, ein seelisches Phänomen darzustellen – ich denke die Seele immer im schroffsten Gegensatz zum Gehirne. Das ist Alles. Aber ja: die Handlung! Hm, die Handlung, vielleicht auch Situation, Verwicklung, Intrige u. s. w. Ich pflege keine Handlung zu haben, weil ich das Leben der Seele schild’re und die Handlung ist nur eine Kulisse der Seele, eine schlecht bemalte Kulisse, wie sie auf einer Liebhaberbühne einer Kleinstadt zu sehen ist. Das Leben bedarf keiner Handlung, um Konflikte zu erzeugen. Dazu genügt ein harmloser Gedanke, der nach und nach vom ganzen Menschen Besitz nimmt und ihn zu Grunde richtet.

De Profundis besitzt zumindest einen roten Faden, die Idee einer Geschichte. Und die geht so: Der namenlose Protagonist ist zu Besuch in einer namenlosen Stadt, in der er seine Schwester Agaj nach langen Jahren der Funkstille wiedertrifft. Das pikante Detail, das sich im Laufe der Handlung entspinnt, ist, dass die beiden einst eine inzestuöse Beziehung führten und sich immer noch, wenn auch sträubend, zueinander hingezogen fühlen.

Die Inzest-Geschichte nutzt Przybyszewski als Kulisse, um in den Fieberwahn des Protagonisten einzutauchen. Symbolismus bedeutet meist auch immer Traum. Das Wort Traum ist hier weniger zu verstehen als der schlafende Traum, sondern mehr im Sinne eines überhöhten Zustandes, des Ideals,  oder in diesem Fall: des grenzenlosen Abgrunds. Przybyszewski gelingt es ausgezeichnet, die brüchige Realität der Geschichte mit dem Wahn des Protagonisten verschwimmen zu lassen.

Endlich packte er gierig ein Buch, das auf dem Nachttisch lag: Auf der ersten Seite sein eignes Portrait.

Er sah flüchtig hin: sein Blut gerann vor Schreck. Er sah wieder hin: die Linien schienen lebendig zu werden, das Gesicht wuchs, bekam Leben, schien sprechen zu wollen …

Er blätterte ein paar Seiten um und fing an laut zu lesen. Aber seine Stimme klang ihm dröhnend im Gehirne wieder, und er hatte das Gefühl, daß der Andre im nächsten Moment hervorkriechen werde, bald, bald werde er aus dem Buche herauswachsen und ihn anstarren …

Das ganze Buch bekam etwas Lebendiges, es schien sich in seinen Händen zu bewegen, er warf es entsetzt weg, aber es bewegte sich, es kroch auf dem Boden umher, der Andre arbeitete sich mühsam hervor, jetzt, jetzt würde er ihn sehen …

Er sprang rasend aus dem Bett, warf sich mit seinem ganzen Körper über das Buch, packte es dann mit den Händen, würgte es, riß es auseinander, aber er fühlte, daß er hochgehoben wurde, gewaltsam, wie von einer Winde hochgeschraubt …

Das ist Wahnsinn, das ist Wahnsinn! schrie es in ihm. Er sprang auf, stierte wie abwesend auf das Buch: die Vision war vorüber, aber er hatte Angst es aufzuheben.

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Parodie Humaine von Félicien Rops

Im klassischen Symbolismus existieren im Wesentlichen zwei Formen der Weiblichkeit; das überhöhte Engelhafte und die diabolische Verkörperung. Sowohl in Literatur als auch in der bildenden Kunst werden Frauen üblicherweise als eines dieser beiden Extreme dargestellt. Agaj  ist für den Protagonisten in De Profundis beides auf verschiedenen Ebenen. Sie wird ihren Bruder in den Wahnsinn und letztlich in den Tod treiben. Sie ist der Succubus, der ihm die Lebensenergie aussaugt. Das Wort Vampir wird von Przybyszewski mehrmals benutzt. Przybyszewski beruft sich im Vorwort auf den französischen Künstler Félicien Rops, dessen Werke für Przybyszewski die „Offenbarung der Seele im Geschlechtsleben“ sind. Laut Przybyszewski steht Rops im Einklang mit den mittelalterlichen Diabologen wie Bodinus, Sinistrari, Del Rio und Sprenger. Dieser Vergleich zwischen dem tabubrechenden Bohemien Rops und den fehlgeleitenden Hexentheoretikern kann jedoch allenfalls oberflächlich gelten.

Ein Weib glitt in sein Bett. Ihre Glieder wanden sich langsam um seinen Körper, zwei schmale Arme umklammerten ihn fest, schmerzhaft fest, und er fühlte die Spitzen zweier Mädchenbrüste sich in seinen Körper hineinglühen […]

Jetzt erlahmten seine Hände, er ließ sie los. Und da wälzte sie sich über ihn, er hörte sie schreien, er fühlte, wie sie mit den Zähnen ihm die Halsadern zerschnitt, wie sie ihre Hände wühlend in seinen Körper vergrub.

Gleichzeitig erscheint dem Bruder Agaj auch  als das Erstrebenswerte zur Vollkommenheit, nämlich in Form des Kindes das sie einst war.

Du hast mich nie als Schwester geliebt. Du zittertest immer nach mir, so wie ich jetzt nach Dir zittre. He, he: Weißt Du noch? Einmal, als Du Deinen Geburtstag hattest und so viele Kinder zu uns kamen? Wir spielten Versteck. Immer bist Du zu mir in die dunkelsten Ecken geschlichen und drücktest Dich heiß an mich. Sieh mich doch an, laß Dir doch in die Augen sehen … Weißt Du noch, als wir Beide so heiß wurden und uns beinahe erwürgt hätten in einer Lust, die sonst Kinder nicht zu haben pflegen? He, he … Da wurd‘ ich Mann …

Dies führt direkt zum Motiv der androgynen Vereinigung.

Er lachte, er schrie mit, aber er ließ das Weib nicht los. Er fraß sich mit den Fingern in ihren Leib. Ihr Herz fühlte er in seinem Körper klopfen, schwer, dumpf wie einen Klöppel gegen die geborstene Metallwand der Glocke, zwei Herzen fühlte er plötzlich Blut in sein Gehirn emporschießen, sich an einander reiben, und einander wund zerschürfen […]

Deine Seele klopft mir entgegen, Dein Blut fließt in meine Adern über, und Dein Geist strömt in mich über, Dein Geist mit der ganzen Hölle von Schmerz, mit der abgründigen Tiefe von Qual. Hörst Du mich sprechen? Hörst Du Dich in mir sprechen? Du hast mich sprechen gelehrt, Du hast Deine Worte in meine Seele gepflanzt

In Ansätzen ist zu erkennen, was Przybyszewski später noch intensiver beschäftigen wird. Fünf Jahre nach De Profundis veröffentlichte er Androgyne (Volltext), in dem er den magischen Gedanken des Androgynen noch vertieft. Ähnlich wie der Okkultist und Autor Joséphin Péladan, dessen Salon de la Rose-Croix Ende des 19. Jahrhunderts wichtiger Treffpunkt für die französischen und belgischen Symbolisten war, scheint Przybyszewski dieses Thema mit leidenschaftlicher Besessenheit zu verfolgen.

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Wiedervereinigung des Männlichen (Adam) und Weiblichen (Sophia)

Diese Idee des Androgynen, die bei  Przybyszewski, Péladan und anderen Künstlern dieser Zeit zu finden ist, geht zurück auf eine gnostisch-kabbalistische Lehre, die insbesondere durch Jacob Böhme , der von Paracelsus inspiriert wurde, Verbreitung fand, und später von Künstlern wie William Blake aufgegriffen wurde. Böhmes Ansicht nach war der biblische Uradam zweigeschlechtlich, er trug das weibliche Prinzip als Lichtleib der himmlischen Jungfrau Sophia in sich. Nach dem Sündenfall wurden Adam und Sophia getrennt, womit die geistliche Verbindung zu Gott unterbrochen war. Seitdem streben Adam und Sophia der Wiedervereinigung entgegen, um in die „erste Herrlichkeit“ zurück zu gelangen. Die Illustration auf der linken Seite stellt die Wiedervereinigung Adams und Sophias dar (Dionysos Andreas Freher, 1649-1728). Adam fährt hinab in die Hölle, wo er den Tod besiegt, dann aufsteigt in den Himmel, um die Urandrogynität mit Sophia wieder herzustellen. Dieses Vereinigungsprinzip findet seine Entsprechung in der Alchemie, wo Sol & Luna bzw. Mercurius & Sulfur über einen mehrstufigen Prozess zum Lapis, dem philosophischen Mercurius, vereinigt werden sollen. Bei William Blake werden Adam und Sophia zu spectre (Geist, Spuk) und emanation (Strahlkraft).

Bedingt durch die innere Zerissenheit der Figuren in De Profundis, führt der Weg aber nur ins Unheil. Mit der Erkenntnis des Bruders, dass die Liebe zu seiner Schwester über das eigentlich Normale hinausgeht, suchen ihn die apokalyptischen Phantasmen heim. In gewisser Weise ähnelt dies dem Höllenabstieg Adams nach Bömscher Lesart. Allerdings wird der Bruder aus dieser Hölle nicht mehr entkommen. Die Suche nach Vollkommenheit ist Schmerz und muss zwangsläufig im Verhängnis enden. Die Einheit kann nicht mehr hergestellt werden und an diese Erkenntnis schließt sich der Tod als einziger Ausweg an.

De Profundis überzeugt als eindringlicher Blick auf das Geschlechtliche zwischen Symbolismus und Dekadenz. Morbide Erotik und eine unterschwellige Atmosphäre der Angst und Beklommenheit begleiten diese Geschichte. Das reine Seelenleben darzustellen, wie es Przybyszewski im Vorwort beschreibt, ist ihm mit De Profundis auf beeindruckende Weise gelungen.

Literatur:

  • Lexikon des Symbolismus, Jean Cassou
  • Lexikon der phantastischen Literatur, Zondergeld/Wiedenstried
  • Ach, wäre fern, was ich liebe!, Anja Elisabeth Schoene
  • Alchemie und Mystik, Alexander Roob
  • Die Erleuchteten, Karl R. H. Frick
  • Licht und Finsternis, Karl R. H. Frick
  • Félicien Rops, Hans Joachim Neyer

 

 

Quentin Tarantino nutzt noch VHS-Kassetten

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In einem Interview im Buch I Lost it at The Video Store, gesteht Tarantino, dass er immer noch Filme aus dem Fernsehen auf VHS aufnimmt. Von Streaming und digitalen Aufzeichnungen hält er demnach gar nichts.

Auf der anderen Seite steht Darren Aronofsky, der Netflix und co. gegenüber aufgeschlossen ist, und für seinen Film Noah gar einen Sound-Mix speziell für iPhone und iPad angefertigt hat. Für Tarantino ist dies verständlicherweise „das Deprimierendste, was er je gehört hat“.

VHS-Tapes aus Sentimentalitätsgründen und eventuell wegen der Cover zu sammeln, ist eine Sache, aber aus dem Fernsehen auf VHS aufzuzeichnen, ist doch eine Qual. Zuletzt ist da auch noch die limitierte Qualität von VHS. Ich bin jedenfalls froh, dass VHS Geschichte ist. Ich habe ich mich schon vor ungefähr 12 Jahren von allen meinen VHS-Kassetten getrennt.

Meine allerersten Amazon-Einkäufe und das Golden Age of Online-Shopping

Amazon feierte kürzlich zwanzigjähriges Jubiläum. Ein Grund, einmal auf meine allerersten Amazon-Käufe zurückzublicken. Immerhin dafür ist die Datensammelei von Amazon gut. Die komplette Bestellhistorie der Nutzer ist bis auf alle Ewigkeiten einsehbar und hilft damit, sich in verträumter Nostalgie daran zu erinnern, wie das so war, als die Einkaufsmöglichkeiten plötzlich grenzenlos wurden und das Internet das Konsumverhalten nachträglich veränderte. Während das Internet vorher schon zur uneingeschränkten Informationsbeschaffung diente, konnte man plötzlich auch Produkte von überallher beziehen. Ein Meilenstein, der damals so von den meisten noch gar nicht erkannt wurde.

Die ersten Amazon-Bestellungen

amazondeWährend amazon.com den Geschäftsbetrieb 1995 aufnahm, eröffnete der deutsche Ableger amazon.de erst 1998. Meine erste Bestellung erfolgte im folgenden Jahr. Ich las viel von Clive Barker und Imagica war eines der Bücher, die mir noch fehlten. Ein eher kurioser Kauf war Wie man einen verdammt guten Roman schreibt 2. Aber zusammen mit Band 1 bot dieses Werk eine durchdachte Analyse, was eine gute Geschichte auszeichnet und wie Dialoge und Charaktere funktionieren. Auch für nichtschreibende Romanleser durchaus interessant.

amazonukDie erste Bestellung bei den Engländern von amazon.co.uk tätigte ich knapp ein Jahr nach meiner ersten Bestellung bei amazon.de. Warum ich The Essential Movie Monster Guide direkt in England bestellt habe, kann ich heute nicht mehr genau sagen. Ich nehme an, es lag schlicht daran, dass es kein deutscher Anbieter im Angebot hatte. Von dem heutigen Standard, dass jedes englischsprachige Buch überall verfügbar ist, konnte man damals nur träumen.

amazoncomMeine erste Bestellung beim amerikanischen amazon.com erfolgte fünf Jahre nach dessen Eröffnung. Ich war zu dieser Zeit im großen DVD-Fieber und viele interessante Veröffentlichungen gab es nur im Ausland, speziell in den USA. Die Limited Editions von Anchor Bay und die DVDs der Criterion Collection waren quasi ein Muss für den Sammler. Entsprechend enthielt auch meine erste Bestellung gleich zwei dieser Schätze: Evil Dead II in der Blechbox von Anchor Bay und Carnival of Souls von Criterion. Dazu das schöne Double-Feature mit den Klassikern The Fly und Return of the Fly. Die limitierten Blechboxen von Anchor Bay waren damals etwas ganz Neues und jeder musste sie haben, auch wenn Limitierungen von bis zu 50.000 Stück eher nach Witz klangen. Die Preise waren in Ordnung, selbst ohne die damals in Massen auftauchenden Gutscheine. Ein weiterer Vorteil dieser Zeit war es, dass viele kommerzielle Sendungen ungeprüft durch den Zoll gingen. Heute dagegen muss man bei allen Bestellungen aus dem Nicht-EU-Ausland mit Zoll und Einfuhrumsatzsteuer rechnen (grob 20% Aufschlag). Von den Blechboxen, ich besaß nahezu alle, konnte ich mich, teilweise mit Gewinn, rechtzeitig wieder trennen, bevor die DVD-Preise in den Keller rauschten, weil die DVD zum Mainstream-Medium wurde.

amazonfrAuch die französische Dependance amazon.fr wurde von mir öfter für die DVD- und später auch Buchbestellung genutzt. Bei der ersten Bestellung im Jahr 2001 handelte es sich um die formidable Crying Freeman Limited Edition DVD. Es ist bis heute eine der wenigen Veröffentlichungen des Films im Original-Bildformat von 2,35:1.

amazoncaAuch Kanada war zu dieser Zeit schon ein Land mit guten Bestellmöglichkeiten. Oftmals konnte man hier Produkte günstiger als aus den USA beziehen und Bücher sogar günstiger als beim Direktkauf in Deutschland. Meine erste Bestellung bei amazon.ca erfolgte 2003 und beinhaltete die drei Bücher: The Classic Era of American Pulp Magazines, The Art of Noir und Julie Strains Greatest Hits. The Art of Noir, ein im Überformat gedrucktes Hardcover gefüllt mit den schönsten Postern aus dem Film-Noir-Genre, kann ich auch heute noch zu meinen Lieblingsbüchern zählen. Bei dieser Bestellung sparte ich damals ungefähr 40% gegenüber einem Kauf in Deutschland.

amazonjpSchließlich gibt es noch den japanischen Ableger amazon.co.jp, bei dem ich verhältnismäßig spät erstmalig bestellt habe, nämlich in 2005. Japan ist ein teures Pflaster, der Yen steht immer ungünstig. Daher bestelle ich dort nach wie vor nur, wenn es keine Alternative gibt. Meine erste Bestellung waren die zwei Fotobücher 眠る 松雪泰子 (Übersetzungsversuch: Yasuko Matsuyuki schläft) und 最後に見た風景 (Übersetzungsversuch: Die letzten gesehenen Landschaften – englischer Titel allerdings: Landscapes with a Corpse) von Izima Kaoru. Letzteres konnte ich später nochmals als Galerieexemplar mit Original-Autogramm erwerben, so dass das bei Amazon gekaufte Buch bei eBay gelandet ist.

Goldene Zeiten

Meine internationale Shopperitis startete mit den DVDs. Das DVD-Fieber grassierte Ende der 90er/Anfag der 2000er Jahre unter den Filmfans und speziell die amerikanischen Online-Shops fuhren die größten Geschütze auf, um Umsatz zu generieren: Coupons, Vouchers, Rebates, Sales! Wir Nutzer wurden förmlich zugeschüttet mit Coupons und konnten uns vor Rabatten nicht retten. Gutscheine sind auch heute nichts Unbekanntes. Aber wer die Zeiten nicht miterlebt hat, kann sich über die Ausmaße der damaligen Rabattschlacht keine Vorstellung machen. Nicht nur amazon.com drückte 5-, 15- und 25-Dollar-off-Coupons ins Internet als gäbe es kein Morgen – nicht selten bekam man bei Bestellungen direkt einen neuen Coupon fürs nächste Mal ausgehändigt – auch die Konkurrenz versuchte Besteller mit Coupons und Rabatten zu ködern.

Amazons große Konkurrenz im DVD-Geschäft waren spezialisierte Film-Shops wie reel.com (nicht mehr existent) und dvdexpress.com (wurde später zu express.com, heute nicht mehr existent). Auch diese wollten nicht nachstehen und veröffentlichten massig Coupons und überboten sich gegenseitig mit Rabatten. Darüberhinaus tauchten kuriose Geschäftsmodelle auf, die noch mehr Rabatte versprachen. BrandsForLess.com (nicht mehr existent) war so ein Ding, über das man sich heute nur noch wundern kann. BrandsForLess fungierte als Vermittler zwischen Kunde und angeschlossenen Shops wie beispielsweise dvdexpress.com. Der Nutzer füllte bei BrandsForLess ein Free-Shipping-Formular aus und schloss seine Bestellung wie üblich bei dvdexpress.com ab. BrandsForLess kassierte von dvdexpress.com eine Vermittlungsgebühr und erstattete dem Nutzer die bei dvdexpress.com angefallenen Versandkosten zu 100%. Dass dieses Geschäftsmodell nicht wirklich tragfähig ist, leuchtet ein. BrandsForLess musste irgendwann schließen, allerdings nicht, bevor ich Schecks im Wert von mehreren hundert Dollar bei meiner Bank eingelöst hatte. Goldene Zeiten? Irre Zeiten!

Gescheiterte Shops und geprellte Kunden

Leider erinnere ich mich nicht mehr an meine erste Internetbestellung überhaupt. Ich glaube, es könnte 1998 ein Buch von buch.de gewesen sein. Manche Menschen pflegen ihre 20 Jahre alte Email-Korrespondenz. Ich leider nicht. Seitdem habe ich rund um die Welt online eingekauft; England, Frankreich, Spanien, Italien, Österreich, Schweiz, Polen, Russland, Hong Kong, Japan, Südkorea, Thailand, USA, Kanada, Brasilien und vielleicht noch ein paar Länder mehr waren dabei. Probleme während der gesamten 17 Jahre des ungezügelten Online-Shoppings? Das ist das eigentlich Verblüffende: so gut wie keine. Mal eine kaputte CD-Hülle, mal eine Lieferverzögerung und ähnliche Kleinigkeiten. Nicht selten wurde man dafür wiederum mit einem neuen Coupon beglückt. Shops in Übersee machten sich oft gar nicht erst die Mühe, ein beanstandetes Produkt zurück zu fordern, es wurde einfach neu verschickt. Das kann ohnehin festgestellt werden: egal, wo ich bestellt habe, der Kundenservice war auch in den Anfangszeiten schon sehr ausgeprägt, speziell bei den internationalen Versendern. Der deutsche Markt scheint mir etwas länger gebraucht zu haben, dieses Niveau zu erreichen. Es liegt Nahe, dass dies zum Teil auch Amazon zu verdanken ist, die vorgemacht haben, wie es geht.

Doch nicht alle Nutzer hatten so viel Glück. Ich habe im Lauf der Zeit etliche Online-Händler kommen und gehen sehen. Manche sind mit Pauken und Trompeten untergegangen und haben hunderte von geprellten Kunden zurückgelassen. Ein etwas bekannterer Fall war der des kanadischen Versenders dvdsoon.com. Für eine geraume Zeit war dies ein zuverlässiger Händler mit sehr günstigen Preisen. Zu günstig vermutlich. Rabattierte Preise von 6 Dollar für eine DVD-Neuerscheinung waren keine Seltenheit. Der Untergang kündigte sich mit DVDs an, die als lagernd aufgefürt waren, aber auch nach Wochen nicht abgeschickt wurden. Durch Vertröstungen beruhigt, bestellten viele Nutzer weiter oder warteten geduldig bis sie vom großen Finale überrascht wurden: der Händler verkündete seine Involvenz.

Online über alles

Das war vor 10 Jahren. Heute hat sich die Situation weitgehend normalisiert. Läden gehen zwar immer noch Pleite und Online-Shops versprechen die besten Preise vom Himmel, aber die Coupon-Flut ist auch bei den amerikanischen Versendern schon lange versiegt. Ich bestelle mehr denn je online, auch international. Allerdings keine DVDs/Blu-rays und nur wenige CDs, da ich dem physikalischen Medium praktisch abgeschworen habe. Dafür so gut wie alles andere. Und es wird nicht weniger werden. Mit der Allverfügbarkeit ist dem Online-Einkauf aber heute auch das Besondere verloren gegangen. Nach neusten Erhebungen kauft über 75% der deutschen Bevölkerung online ein. Wie das Internet, ist auch der Interneteinkauf zur normalsten Sache geworden. Uns Einkaufspionieren bleibt, dass wir mit zu den Ersten gehörten und dass wir damals schon – zumindest in Ansätzen – geahnt haben, dass daraus einmal ein großes Ding wird. Auf die nächsten 17 Jahre Online-Einkauf.