Gerry Anderson’s Firestorm

Als großer Fan von Gerry Anderson und seinen Marionettenserien hat es mich sehr gefreut, als sein Sohn Jamie Anderson vor vier Jahren eine neue Produktion im Geiste seines verstorbenen Vaters ankündigte. Mit Hilfe einer Kickstarter-Aktion konnte eine 9-minütige Pilotepisode produziert werden, die seit Oktober kostenlos auf Youtube verfügbar ist.

Gerry Anderson hatte bereits 2001 die Idee zu dieser Serie, konnte die Serie aber nicht nach seinen Wünschen umsetzen. Aus dem Konzept wurde daraufhin 2003 eine japanische Anime-Serie, also etwas, das kein Fan von Gerry Andersons Marionetten eigentlich sehen will.

Die nun vorliegende Pilotepisode zeigt, wie es besser geht; mit technisch ausgeklügelten Marionetten, detailreichen Miniaturmodellen und echten Explosionen. Wie in guten alten Zeiten eben. Die Episode dient hauptsächlich als Proof-of-Concept und soll Fernsehsender oder Streaming-Anbieter ins Boot holen, um eine komplette Serie zu realisieren. Und die Zeichen stehen nicht schlecht: die Vorproduktion der Serie ist gestartet. Um auf dem Laufenden zu bleiben, empfehle ich die offizielle Facebook-Seite.

Übrigens bin ich immer davon ausgegangen, dass es teurer ist, eine solche aufwändige Puppenserie zu drehen, als eine Serie mit Schauspielern. Auf meine Anfrage hin, belehrte mich Jamie Anderson eines Besseren. Laut seiner Aussage halten sich die Kosten in etwa die Waage.

 

 

Advertisements

Celadon (Ru Yao)

Dieses schöne Celadon-Set (oder Ru Yao nach dem berühmten Ru-Brennofen) habe ich vor einigen Jahren gekauft. Die Bezeichnung ist Tao Feng Gu Qi. Exzellente Qualität, aber relativ massiv und schwer, so dass man mit der Kanne kaum einhändig einschenken kann. Das ist auch der Grund, warum ich es eher selten nutze. Dafür haben diese dickwandigen Keramikwaren den Vorteil, dass sie die Hitze gut halten. Die Kanne hat ein Volumen von ca. 220 ml, die Schalen um die 40 ml.

Neben dem Set gefällt mir auch die Verpackung außerordentlich. Die stabile Kiste hat zwei Etagen, wobei die obere Etage nur locker in der unteren sitzt.

Tomb Raider (2018)

tombraider

Lu Ren: Some men like dangerous women.
Lara Croft: Some men are foolish.

Nach den ganzen durchwachsenen Kritiken bin ich positiv überrascht. Man muss seine Erwartungshaltung den Gegebenheiten anpassen. Es handelt sich um einen Film, der auf einem Videospiel-Franchise beruht, das im Wesentlichen aus Indiana Jones mit großen Brüsten bestand. Erst mit dem 2013 erschienen Spiel bekam Lara Croft einen realistischeren Anstrich, der in den neuen Film übernommen wurde. Und das ist für meine Begriffe weitgehend gelungen.

Diese Art von Abenteuergeschichte – und zugebenermaßen liebe ich solche – setzen gewisse Klischees voraus, ohne die ein Film nicht auskommt. Exotische Orte, mysteriöse Artefakte, geheime Tunnel und Verstecke, versunkene Kulturen und vergessene Völker, Grabstätten und Tempel mit tödlichen Fallen. Indiana Jones eben. In dieser Beziehung erhält Tomb Raider zwar keinen Originalitätspreis, aber der Film erfüllt seinen Soll und sieht optisch in den meisten Szenen sehr gut aus. Die von mir aufgrund des Trailers noch erwartete Orgie von schlechten CGI ist im Film ausgeblieben. Bis auf ein oder zwei Szenen wirkt das alles überzeugend.

Die Story ist filmdienlich, aber im Grunde vernachlässigbar. Die Story gehört zum Klischee. Das Drehbuch setzt Wegpunkte, die von Lara Croft im Schnitzeljagdstil abgearbeitet werden. Gelungen finde ich, wie der Film mit dem “Fluch der Mumie” spielt. Bis zum letzten Moment ist nicht klar, ob der Fluch tatsächlich existiert oder „wissenschaftlich“ erklärt werden kann.

Zum eigentlichen Grund, warum man sich den Film anschaut und was den Film letztlich über das Mittelmaß hinaushebt: Lara Croft und die Action. Alicia Vikander ist eine gute Besetzung als Lara Croft. Schauspielerisch dürfte sie das kaum gefordert haben, dafür körperlich. Vikander sieht aus, als käme sie direkt vom Ninja-Warrior-Parkour nachdem sie ihn bezwungen hat. Es ist eine erfreuliche Entwicklung, dass Schauspielerinnen mittlerweile das gleiche harte Training durchmachen, wie die männlichen Kollegen. Es zahlt sich im Film stehts aus, wenn die Darsteller so aussehen als wären sie dazu in der Lage, das, was im Film zu sehen ist, auch genauso in der Realität durchzuziehen. Die gesamten Actionszenen wirken roh und authentisch.

So hart wie Alicia Vikander ist, so milde fällt mein Urteil aus: Tomb Raider setzt keine neue Maßstäbe im Action-Abenteuer-Bereich, bietet aber kurzweilige Genre-Unterhaltung mit einer überzeugenden Hauptfigur und einigen richtig guten Actionszenen. Wenn dem Film vorgeworfen wird, dass er im Prinzip lediglich das Spiel nacherzählt, dann ist das unfair in Anbetracht dessen, dass Videospielverfilmungen überlicherweise sonst immer nachgesagt wird, sich von der Vorlage zu weit zu entfernen. Für mich gilt daher, dass das Meiste hier richtig gemacht wurde und ich offen für eine Fortsetzung bin.

Cosmics

Cosmics war ein schönes und leider ziemlich kurzlebiges Comic-Magazin für Erwachsene, das sowohl deutsche als auch internationale Künstler vereinte, darunter Matthias Schultheiss, Ron Embleton, Guy Colwell, Ben Jansen, René Lehner, Milo Manara, und Michael Kaluta, um einige bekanntere Namen zu nennen.

Zwischen 1984 und 1985 wurden fünf Ausgaben im Abi-Melzer-Verlag veröffentlicht. Im Vorwort der letzten Ausgabe wird bereits vom finanziellen Engpass berichtet, aber dennoch um Abos gebeten. Gereicht hat es offensichtlich nicht. Mit Ausgabe 5 war Schluss.

Vielleicht hat das Ende auch damit zu tun, dass Konzept und Aufmachung von Cosmics frappierend an Schwermetall erinnert, die deutsche Ausgabe des französischen Métal Hurlant (in den USA Heavy Metal), die bereits seit 1980 in Deutschland regelmäßig erschien, und der deutsche Comicmarkt eventuell zu klein für zwei ähnliche Magazine war.

Apostle (2018)

Apostle (Netflix)

Ein garstiger, niederschmetternder Film, der den eleganten Zynismus eines Wickerman mit der Räudigkeit eines Backwood-Schockers kreuzt. Der Regisseur Gareth Evans kann nicht nur entfesselte Martial-Arts-Action (siehe The Raid), sondern auch diese Art von kultischem Sekten-Horror.

Visuell beeindruckend und mit einigen hochunangenehmen Szenen versehen, kann mich der Film aber nicht vollends überzeugen. In einigen Szenen fehlt ihm das letzte Quentchen Orginalität und er ist mit 130 Minuten ein bischen lang geraten. Dennoch sehenswert.

Englischer Trailer:

Hörspiel: Märchen und Verbrechen

maerchenundverbrechen

Die Kriminalakten der Brüder Grimm

Fünf klassische Grimm-Märchen als Kriminalgeschichten inszeniert mit den Brüdern Grimm als Ermittler. Ein Grimmi sozusagen! Das ist ganz interessant umgesetzt. Die altbekannten und weniger bekannten Märchen Räuberbräutigam, Schneewittchen, Der Wolf und die Sieben Geißlein, Die Gänsemagd und Fundevogel werden fast bis zur Unkenntlichkeit demontiert. Produziert vom HR2 und jetzt als Download erhältlich.