Zwischenmahlzeit

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Hirse mit Rinderhack und Chinakohl, dazu Arepas

Arepas sind so ziemlich das Einfachste, was man zubereiten kann und dabei äußerst lecker. Man benötigt nur das richtige Mehl, nämlich vorgekochtes Maismehl (z.B. Harina P.A.N.), womit man auch wunderbar Tortillas machen kann. Arepas sind praktisch das Gleiche, nur dicker.

Man mischt das Maismehl mit Wasser und einer ordentlichen Prise Salz, knetet einen Teig, formt kleine Bällchen, die man in der Hand je nach Geschmack auf eine Dicke von 1 bis 2 cm flachdrückt. Die Maisfladen backt man dann in der Pfanne mit Öl bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten von beiden Seiten. Arepas kann man belegen, füllen oder einfach so essen.

Das Mehl-Wasser-Verhältnis beträgt ungefähr 2 : 2,5. Aber ich mische das immer freihand. Einfach eine Menge Mehl in eine Schüssel geben und langsam lauwarmes Wasser dazugießen bis sich eine gute Konsistenz ergibt. Mit einer Hand gießen, mit der anderen rühren und kneten. Der Teig ist perfekt, wenn er eine leicht gummiartige Oberfläche hat und beim Falten nicht reißt oder bröckelt. Salz nicht vergessen!

Hinweis: Vorgekochtes Maismehl wird sehr oft aus genverändertem Mais gewonnen, so auch das oben erwähnte Harina P.A.N. Wer solche Produkte meiden will, muss etwas länger suchen. Ein gentechnikfreies Produkt ist z.B. das Naturelo Maismehl.

Zwischenmahlzeit

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Ochazuke (お茶漬け) und Tamagoyaki (卵焼き).

Von Ochazuke existieren unzählige Versionen, aber als Grundbasis dienen in der Regel Reis und grüner Tee. Mein liebstes Rezept:

– Gekochten Reis (Sushi- oder Calrose-Reis) in eine kleine Schüssel füllen.
– Gebratenen Lachs fein zerteilen und auf den Reis geben.
– Sesam, zerbröckelte Reiscracker, in feine Streifen geschnittene Nori-Blätter und einen Schuss Tamarisauce hinzufügen.
– Schüssel mit grünem Tee auffüllen (Sencha, Kukicha oder Bancha).
– Optional: Kombu und Wakame dazugeben.

Der grüne Tee darf ruhig etwas stärker aufgebrüht werden, damit man etwas schmeckt.

Hier auf dem Foto habe ich zusätzlich noch Tamagoyaki zubereitet, japanisches Omelett. Dazu werden Eier mit Salz, Soja- oder Tamarisauce und Mirin gemischt und in einer speziellen rechteckigen Tamagoyaki-Pfanne in dünnen Lagen gebacken und gerollt, so dass eine Spiralform im Inneren entsteht. Das ist zwar nicht nötig, sieht aber nett aus. Die Zubereitung sieht man beispielsweise in diesem Youtube-Video. Passende Pfannen gibt es bei Amazon oder eBay.

Pizza ohne Tomaten

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Es kommt vor, da bin ich der Tomaten überdrüssig. Tomaten hier, Tomaten da. Manchmal kann ich die roten Dinger nicht mehr sehen. Wenn ich allerdings gleichzeitig Lust auf eine Pizza habe, was vorkommt, bringt mich das in ein kleines Dilemma. Eine Alternative ist, auf Flammkuchen auszuweichen oder eine Pizza entsprechend mit Sauerrahm oder Frischkäse anstatt der Tomatensoße zuzubereiten. Funktioniert problemlos und schmeckt richtig gut.

Dennoch habe ich mal etwas Neues ausprobiert und das Ergebnis gefällt mir. Jeweils einen Esslöffel Reismehl und Braunhirsemehl in 200ml Wasser einrühren, aufkochen und auf eine entsprechende Soßenkonsistenz reduzieren lassen. Das Ganze mit Salz, Pfeffer, Oregano, Paprika edelsüß und ein bischen Salbei abschmecken. Der intensive, rustikale Geschmack der Braunhirse macht sich gut in der Pizzasoße. Im obigen Beispiel habe ich die Pizza mit Blattspinat, Brokkoli, und Rindersalami belegt. Schmeckt.

Insektengericht

Vor ungefähr 15 Jahren hatte ich schon mal aus Neugierde einige Speiseinsekten aus Thailand geordert, darunter Mehlwürmer, Heuschrecken und Skorpione. Die waren nahezu ungenießbar. Extrem überwürzt mit einer starken Dominanz von Salz. Sonst war da nichts. Kein Appeal.

Mittlerweile werden Insekten für den Verzehr auch in Deutschland verkauft. Zögerlich zwar, aber immerhin. Da dachte ich mir, ich könnte mal wieder einen Test wagen und habe mir von Snack-Insects eine Mix-Packung mit Grillen, Heuschrecken, Mehlwürmern und Buffalowürmern gekauft. Buffalowürmer sind eigentlich die Larven des Getreideschimmelkäfers, aber aus Marketinggründen macht sich der Fantasiename wohl besser.

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Die Tierchen sind gänzlich ungewürzt, was mir entgegen kommt, um den puren Geschmack zu bewerten. Ich habe sie mit etwas Öl in der Pfanne gebraten oder besser gesagt: angeröstet; und nur leicht gesalzen mit Hirse, Blattspinat und Waldpilzen serviert.

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Geschmacklich ist das schon deutlich besser als mein erster Versuch mit den Salzdingern aus Thailand. Aber ein echter Knaller ist es nicht. Man sollte je nach Vorliebe mit ein paar Gewürzen nachhelfen, z.B. Knoblauch und Ingwer. Die vier Insektenarten schmecken alle ähnlich, haben eine leicht nussige Note, wobei die großen Heuschrecken durch ein intensiveres Aroma hervorstechen. Die Insekten besitzen ein angenehmes Mundgefühl, das ja bekanntlich auch eine nicht zu unterschätzende Rolle beim Genuss spielt. Die Tiere sind so leicht und dünn, dass sie nach dem ersten Biss fast schon auf der Zunge zergehen. Das hat etwas von einlagigem Blätterteig. Nur die Heuschrecken sind knackiger.

Als Snack-Beilage zum Salat oder Reis, wie es eigentlich auch in den asiatischen Ländern üblich ist, sehe ich die Insekten daher durchaus geeignet. Als Fleischersatz, wie es in manchen Medien fabuliert wird, dagegen kaum. Zwar haben die Insekten einen deutlich höheren Energiegehalt als beispielsweise Rindfleisch, aber wegen des Gewicht/Volumen-Verhältnisses müsste man schon eine ziemlich große Schüssel Insekten essen, um ein Steak zu ersetzen. Da ist dann auch noch der Preis, der pro Kilogramm zwischen 150€ (Mehlwürmer) und 600€ (Heuschrecken) liegt.

Mein Fazit fällt daher auch eher mittelmäßig aus. Noch besitzen Insekten zum Essen eine gewisse Originalität, aber das zusammen mit einem nur okayen Geschmackserlebnis reicht mir nicht aus, um den hohen Preis zu rechtfertigen. Von einer Packung guter Tiefkühl-Shrimps hat man mehr. Sowohl geschmacklich als auch preislich. Den Umwelt-Aspekt wage ich nicht zu bewerten. Da gehen scheinbar auch in Fachkreisen die Meinungen auseinander, inwieweit es realistisch oder überhaupt sinnvoll ist, größere Teile der westlichen Welt mit essbaren Insekten zu versorgen.

Sardinenlieferung aus Frankreich

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Ich bin schon lange ein Liebhaber von Ölsardinen. Ein Lebensmittel, das meiner Erfahrung nach, unterschätzt wird. Dazu dürfte auch Discounterware beigetragen haben, die leider häufig eine Enttäuschung ist. Lieblose Verarbeitung und die Verwendung von Rapsöl oder minderwertigem Olivenöl werden dem Fisch nicht gerecht. Da die Sardinenbestände in vielen Fanggebieten als bedroht gelten, gebe ich lieber mehr Geld für ein hochwertiges Produkt aus und konsumiere dafür insgesamt weniger.

Über lange Zeit hatte ich mein Glück in den portugiesischen Marken wie Minerva, Nuri und Tricana gefunden. Dann allerdings bin ich auf La Quiberonnaise gestoßen, eine Fischmanufaktur auf der bretonischen Halbinsel Quiberon, die bereits seit 1921 existiert und sich durch exzellente Qualität und originelle Spezialitäten auszeichnet. Zartere Sardinen habe ich niemals gegessen.

Ein oder zwei Mal im Jahr lasse ich mir ein Paket mit Meeresschätzen liefern. Das obige Foto zeigt die aktuelle Lieferung. Details folgen hier:

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Einige Standardprodukte. Von oben nach unten sind das: Sardinen mit Zitrone, in Tomatensauce und klassisch nur in Olivenöl. Sofern es sich nicht um Spezielles wie Tomatensauce handelt, sind alle Sardinen von La Quiberonnaise in hochwertigem Olivenöl (vierge extra) eingelegt. Es fehlt hier sardines aux piments, Sardinen mit Chili. Esse ich sehr gerne, sind aber moment nicht verfügbar.

 

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Diese geöffnete Dose zeigt die klassische Variante in ganzer Pracht. Große Fische im zarten goldgelb des Olivenöls. Traditionell sind die Sardinen mit Haut und Gräten eingelegt, die mitessbar sind. Wer den gewissen „Crunch“ der Gräten nicht mag, kann die Rückengräte entfernen. Mache ich meistens so. Dazu empfehle ich ein frischgebackenes Weiß- oder Fladenbrot und sonst nichts.

 

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Serie limitée Les sirènes. Limitierte Editionen werden regelmäßig aufgelegt. Diese sind nicht nur geschmacklich überraschend, sondern auch optisch einzigartig. Für jede limitierte Serie werden Künstler für die Dosen engagiert, darunter auch die eine oder andere bekannte Größe. Die aktuelle Edition „Die Sirenen“ besteht aus von oben nach unten: Sardinen mit Oliven und Meerfenchel (Künstler: Stanislas Barthélémy), mit Ingwer (Künstler: Gilbert Shelton!) und mit Wasabi (Künstler: Denis LeLièvre alias „PIC“). Das Problem mit den limitierten Dosen: sie sind so schön, man will sie gar nicht öffnen.

 

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Sardines au beurre. Sardinen in Butter – klingt banal, schmeckt aber unbeschreiblich gut. Der Clou hierbei ist, dass die Sardinen nicht in Olivenöl eingelegt, sondern in einer Premiumbutter von Meister Jean-Yves Bordier eingegossen sind. Zur Zubereitung erwärmt man die Dose im Wasserbad bis die Butter geschmolzen ist, gibt alles in eine heiße Pfanne und brät die Sardinen für einige Minuten von beiden Seiten. Es gibt nichts Besseres! Neben der Reinform, sind diese Buttersardinen auch mit Yuzu-Frucht, mit Algen und mit rauchig-mildem Espelette-Chili erhältlich. Es lohnt sich,  alle Sorten zu probieren.

 

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Zum Schluß noch ein Geheimtipp: Anchovis. Wer die kleinen Sardellen bisher aufgrund ihres Salzgehaltes selbst in Zutaten- oder Beilagenform für ungenießbar gehalten hat, so wie ich, der wird Anchovis nach dem Genuß der Quiberonnaise-Variante in ganz neuem Licht sehen. Bei Quiberonnaise werden Anchovis nicht eingesalzen, sondern nach Art der Sardinen in Olivenöl, Pfeffer und Lorbeer eingelegt. Das Ergebnis ist ein noch feinerer Geschmack als bei den ohnehin schon exzellenten Sardinen. Da stellt sich die Frage, warum man diese Zubereitungsform nicht häufiger antrifft.

Preise – Lohnt sich eine Bestellung in Frankreich?

Die Preise der hier vorgestellten Produkte bewegen sich pro Dose zwischen €3,30 (Sardinen in Tomatensauce, 5er Pack) bis €5,00 (limitierte Serie, 3er Pack). Dies sind die günstigsten Preise beim Kauf der 5er und 3er Packs. Kauft man einzelne Dosen, wird es teurer. Meine Bestellung beinhaltete insgesamt 28 Dosen und die nach Gewicht berechneten Versandkosten beliefen sich auf €17. Ermittelt man vom Endpreis inklusive Versandkosten den Durchschnittspreis, kommt man auf genau €4,77 pro Dose. Das ist das etwa zwei- bis dreifache einer normalen Sardinendose im Supermarkt. Klingt viel, ist aber ein guter Preis für ein hochwertiges Produkt.

Ein Vergleich mit einer Bestellung in Deutschland fällt nicht schwer, da die Produkte von La Quiberonnaise in Deutschland kaum angeboten werden. Einzig Maître Philippe und Sardinophil, die ebenfalls zu Maître Phillipe gehören, haben eine größere Auswahl an La Quiberonnaise. Die günstigste Dose kommt dort auf €5,50 (beim Kauf im 5er Pack) und die teuerste auf €8 (im 3er Pack). Klicke ich mir dort die gleiche Bestellung zusammen, komme ich auf eine Ersparnis von über €50 bei der direkten Bestellung in Frankreich. Dies gilt für die aktuelle Bestellung von 28 Dosen. Bestellt man weniger oder mehr, fällt entsprechend auch die Ersparnis niedriger oder höher aus.

Rein finanziell lohnt sich die Bestellung in Frankreich also ab einer gewissen Menge durchaus, trotz der relativ hohen Versandkosten. Zum Bestellprozess bei La Quiberonnaise muss gesagt werden, dass die Webseite nur in Französisch verfügbar ist. Allerdings ist so eine Bestellung mit Warenkorb ja quasi selbsterklärend und die Adresse in ein Formular eintragen, schafft man auch ohne große Sprachkenntnis. Die Zahlung erfolgt per Kreditkarte über einen externen Finanzdienstleister, was aus Sicherheitsgründen eine gute Sache ist. Bisher waren die Bestellungen stets nach drei bis vier Tagen bei mir.

Es lohnt sich auch, einen Blick auf das das restliche Angebote von La Quiberonnaisse zu werfen. Neben den hier gezeigten Sardinen und Sardellen werden viele weitere Sorten sowie Makrelen, Muscheln, Pasten, Suppen und andere Meerespezialitäten angeboten.