eighty° #2 kostenfrei abzugeben

Im Februar hatte ich die 1. Ausgabe des neuen Teemagazins eighty° vorgestellt. Mit etwas Verspätung ist mittlerweile die 2. Ausgabe erschienen. Mir wurden versehentlich zwei Hefte geliefert, so dass ich nun nach Rücksprache mit dem Herausgeber mein überflüssiges Exemplar an einen interessierten Leser abgeben kann. Wer das Heft haben möchte, kontaktiert mich bitte kurz. Ich schicke es dem- oder derjenigen natürlich kostenfrei zu. Es gilt: wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Zum Inhalt.

Hauptthema is diesmal Japan und seine Tees, ergänzt durch Artikel über Südafrika (Roiboos), Portugal (ja, es gibt Teeplantagen in Portugal!) und Brasilien. Außerdem hat Don Mei von Mei Leaf einen schönen Artikel zum Thema Gong-Fu-Brewing geschrieben, in dem er das Aufgießen des Tees mit dem Dirigieren eines Orchesters vergleicht. Wie schon Ausgabe 1, ist auch die 2. Ausgabe mit tollen Fotos und Illustrationen bebildert.

Zwischenmahlzeit

ochazuke

Ochazuke (お茶漬け) und Tamagoyaki (卵焼き).

Von Ochazuke existieren unzählige Versionen, aber als Grundbasis dienen in der Regel Reis und grüner Tee. Mein liebstes Rezept:

– Gekochten Reis (Sushi- oder Calrose-Reis) in eine kleine Schüssel füllen.
– Gebratenen Lachs fein zerteilen und auf den Reis geben.
– Sesam, zerbröckelte Reiscracker, in feine Streifen geschnittene Nori-Blätter und einen Schuss Tamarisauce hinzufügen.
– Schüssel mit grünem Tee auffüllen (Sencha, Kukicha oder Bancha).
– Optional: Kombu und Wakame dazugeben.

Der grüne Tee darf ruhig etwas stärker aufgebrüht werden, damit man etwas schmeckt.

Hier auf dem Foto habe ich zusätzlich noch Tamagoyaki zubereitet, japanisches Omelett. Dazu werden Eier mit Salz, Soja- oder Tamarisauce und Mirin gemischt und in einer speziellen rechteckigen Tamagoyaki-Pfanne in dünnen Lagen gebacken und gerollt, so dass eine Spiralform im Inneren entsteht. Das ist zwar nicht nötig, sieht aber nett aus. Die Zubereitung sieht man beispielsweise in diesem Youtube-Video. Passende Pfannen gibt es bei Amazon oder eBay.

Meine ersten beiden Kyusus

Das ist häufig die Frage, die sich Trinker japanischer Tees stellen: sollte man seine Tees in einer Kyusu brühen oder sollte man auf den teuren Schnickschnack lieber verzichten? Echte Kyusus sind aus hochwertigem Ton gebrannt, der nur lokal in Japan vorkommt, und bleiben unglasiert, so dass die Mineralien im Ton mit dem Tee reagieren und den Tee zu einem edleren Geschmack verhelfen sollen. Gleichzeitig nimmt der Ton die Aromen des Tees auf und kann sie an den Tee wieder abgeben. Ein gewisser Atmungseffekt tritt ein. Dafür bedarf es allerdings einer langen Nutzung der Kyusu.

Seit einigen Wochen besitze ich eine violette Banko-yaki von Meister Masaki Tachi und eine schwarze Tokoname-yaki aus der Gyokko-Töpferei. Die Banko benutze ich für Gyokuru und Kabusecha, die Tokoname für Sencha und Bancha. Allerdings bin ich mittlerweile so von den Kyusus überzeugt, dass ich plane, eigene Kannen für alle Teesorten, die ich regelmäßig trinke, zu kaufen.

Zuvor habe ich alle Tees in einem Teeglas mit großem Edelstahlfilter gebrüht. Ich bilde mir ein, der Tee aus der Kyusu schmeckt runder und feiner. Was man außerdem nicht unterschätzen sollte, ist eine gewisse emotionale Wirkung im Umgang mit den handgetöpferten Tonkännchen. Eine Kyusu hat etwas angenehm altertümliches und wirkt viel wärmer als so ein Glas mit Edelstahlfilter. Ich bin jedenfalls begeistert und schaue schon meiner nächsten Kyusu freudig entgegen.

Bonus-Foto: Ich habe den ersten Shincha des Jahres gebrüht. Kuritawase aus Tanegashima. Sehr gut.

shincha

Post aus Japan

Japan Pop

CDs kaufe ich nur noch gelegentlich. Vor allem dann, wenn die entsprechende Musik nicht digital angeboten wird und mich niemand sonst mit einer Privatkopie versorgen kann. Ein eher rares Sammelgebiet ist die japanische Pop- und Filmmusik aus den 60er und 70er Jahren. Dieser ganze Kram wird in Japan auf CD und teilweise auf Vinyl wiederveröffentlicht, seitdem etwa vor zehn Jahren eine größere Rerelease-Welle losgetreten wurde, nicht zuletzt auch dank dem DVD-Erfolg der alten Sukeban-, Yakuza- und Pinky-Violence-Filme.

Mittlerweile habe ich eine nette kleine Sammlung zusammengetragen. Die neusten Zugänge sind die folgenden:

Oben links:
やけっぱちロック~やさぐれ歌謡最前線 ビクター編
Yakeppachi Rock – Yasagure Kayou Saizensen

Eine Compilation von Pop-Songs aus den 1970ern, die teilweise auch in Filmen verwendet wurde. Darunter sind bekannte Songs, aber auch seltene B-Seiten von Miki Sugimoto, Reiko Ike, Maria Anzai und anderen.

 

Oben rechts:
フラワー・メグ – ささやき・ためいき・もだえ
Flower Meg – Sasayaku Tameiki Modae

Flower Meg gehört zu den Sängerinnen, die ich in der exzellenten und seltenen 6-CD-Box Miwaku no Mood Hihōkan entdeckt habe. Meg, benannt nach dem Tokioter Stadtteil Meguro, fing als Gravure-Idol an und hatte eine kurze Film– und Musikkarriere in 1971 und 1972. Die CD enthält fast alle ihre Songs. Supersmooth.

 

Unten links:
緑川アコ – 酔いどれ女の流れ歌
Midorakawa Ako – Yoidore Onna No Nagareuta

Eine weitere Sängerin, die in den 60er Jahren zu Ruhm gelangte. Dies ist das Rerelease ihres zweiten und letzten Albums. Musikalisch geht das eher in Richtung schwermütiger Chanson.

 

Unten rechts:
やさぐれ姐御伝 総括リンチ~やさぐれ歌謡最前線
Female Yakuza Tale – Yasagure Anegoden Sokatsu Rinchi

Eine weitere der Hotwax-Trax-Compilations mit Soundtracks und Musik aus Sukeban/Girl-Boss und Pinky-Violence-Filmen wie Female Yakuza Tale und Sex And Fury. Großartig.

Eine Bestellung in Japan lohnt fast immer. Diese CDs bekommt man zwar auch hier mit etwas Glück, aber nur als Import für sagenhafte 35 Euro pro Stück. Bei amazon.co.jp zahle ich inklusive Versandkosten und Einfuhrumsatzsteuer gute 10 Euro weniger pro CD. Da Amazon die Einfuhrumsatzsteuer direkt mitabrechnet, entfallen außerdem die Zollgebühren und die Verzögerung durch die Zollabfertigung. In 5 bis 7 Tagen ist das Paket üblicherweise da.