Musikvideo: Player Piano – Ghost Waltz

Das Projekt Player Piano nannte sich vorher Cosplay Piano. Ein passender Name, denn genau diese zwei Dinge werden verbunden: Cosplay und Piano. Player Piano ist die Fortführung unter neuem Namen, das Konzept bleibt gleich: Pianistin Sonya Belousova und Regisseur Tom Grey inszenieren wunderbare Musikvideos rund um ein popkulturelles Thema.

Passend zu Halloween kommt heute Ghost Waltz, basierend auf dem Untitled Waltz von David Arnold, der das Stück ursprünglich für den Film The Stepford Wives (2004) geschrieben hatte, in dem es aber letztlich nicht verwendet wurde.

Free Music: Vodun – Eat up the Sun

Vodun aus England versehen ihren psychedelischen und supergroovigen Rock mit einer Extraportion Voodoo-Atmosphäre, textlich wie rhythmisch. Mit der souligen Sängerin und den tribalartigen Drums wird dieser originelle Sound komplettiert. Vodun sind einer dieser minimalistischen Rock-Bands, die ohne Bass auskommen, nur auf Gitarre, Drums und Gesang setzen, und trotzdem ordentlich ausgefüllt klingen ohne die Gitarren kellertief runter zu stimmen.

Die erste EP der Band gibt es auf Bandcamp als kostenlosen Download. Nächstes Jahr kommt dann ein neues Album, zu dem es hier schon mal einen audiovisuellen Vorgeschmack gibt:

Wer sich jetzt denkt, moment, da gab es doch vor ein paar Jahren schon einmal Engländer, die ähnlich geklungen haben, liegt richtig. Zwei der drei Vodun-Mitglieder waren vorher bei Invasion aktiv, die schon mit einem ähnlichen Psych-Trip aufwarteten.

Kunstkataloge des Panorama Museums

Das Panorama Museum in Bad Frankenhausen hat den Preis vieler seiner Kunstkataloge beachtlich reduziert. Die Preise fangen nun bereits ab 3€ an. Ich konnte nicht widerstehen und habe gleich einen ganzen Karton voll bestellt. Das Museum bietet aber auch eine Auswahl an Künstlern, die mir sehr liegt.

Die Bücher haben alle das gleiche Format von 19,5 cm x 24,5 cm, was sich gut im Regal macht. Allerdings ist das für mich die unterste Größe, die solche Veröffentlichungen haben sollten. Bilder brauchen nun mal eine gewisse Größe, um zu wirken und um alle Details sichtbar werden zu lassen. Einige der Bücher bieten aber auch ausklappbare Bildtafeln für übergroße Gemälde.

Die Abbildungs- und Druckqualität ist exzellent, die Texte sind informativ. Wer sich für den einen oder anderen der Künstler interessiert, sollte zuschlagen, bevor die Bücher vergriffen sind.

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Free Music: Karina Buhr

Als ich Karina Buhr vor einigen Jahren entdeckt habe, war ich direkt gefesselt von der spannenden musikalischen Mischung. Endlich komme ich dazu, dieser auch mal einen Blogpost zu widmen. Karina Buhr kann der MPB (Música Popular Brasileira) zugerechnet werden, geht aber über das hinaus, was ich davon bisher so gehört habe. Neben den typischen traditionellen Musikstillen aus Brasilien, Tropicália, Bossa Nova, finden sich Elemente aus Rock, Punk und Indie. Schmeichelnde Klänge folgen auf 70er-Jahre-mäßige Gitarren, Orgeln und furiose Trompeten.

Ich bin nun wahrlich kein Kenner der modernen brasilianischen Musik, und weiß daher nicht, wie originell dieser Sound tatsächlich ist. Für meine deutschen Ohren, die durchaus einiges gewöhnt sind, klingt das jedenfalls sehr originell und auf den Punkt gebracht. Karina Buhr selbst ist keine Unbekannte, zählt sie doch zu den Gründungsmitgliedern der Band Comadre Fulozinha, die bis heute eine der populären traditionellen Bands in Brasilien ist.

Ihre eigene Musik hat sie bisher auf zwei Alben veröffentlicht, die man kostenlos von ihrer Website runterladen kann (Downloads). Alternativ kann man die Alben auch bei den gängigen Online-Shops käuflich erwerben (z.B. Amazon). Es lohnt sich.

Serie: The Walking Dead – Season 5

Die 5. Staffel von The Walking Dead ist gestartet. And I was like:

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Ein furioser Auftakt – mit einer ganz schön unangenehm brutalen Szene, die auf FOX nur gekürzt zu sehen war. Mal wieder ärgerlich für zahlende Kunden.

Man nehme es mit Humor, daher ein Verweis auf dieses Rick/Coral Walking-Dead-Meme, das seit einiger Zeit die Runde macht und ich echt zum Schießen finde. Diese Zusammenstellung enthält die gelungensten Wortspiele. Kleine Kostprobe folgend, mehr bei Sad and Clueless.

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Film: Forced Entry (1973)

Zimperlich geht anders. Forced Entry ist ein räudiges Hardcore-Vergewaltigungsfilmchen mit Pornolegende Harry Reems in der Titelrolle. Reems spielt einen Vietnamveteranen, den ein Kriegstrauma zum Töten treibt.

Der ganze Aufhänger der Story ist eine am Anfang eingeblendete Texttafel mit einem Zitat des prominenten Psychiaters Robert Lifton, der sagt, dass Veteranen häufig an einer Kombination aus Furcht, Verwirrung, Wut und Frustration leiden, und sich daraufhin einen vorgeblichen Feind als Ventil für ihre Störung suchen.

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Als Feind müssen in diesem Fall ausgerechnet Frauen herhalten, die die namenlose Hauptfigur als Tankwart an der Tanstellte trifft, nach Hause verfolgt, vergewaltigt und umbringt. Als Einblick in die Gedanken des Tankwarts dienen einzig kurze Sequenzen, bestehend aus authentischem Filmmaterial aus dem Vietnamkrieg, die im ganzen Film als Flashbacks eingeschnitten sind. Diese plastische Darstellung ist anfangs noch recht überzeugend, wenn sich der Tankwart, bewaffnet mit Messer und Pistole, durch den Großstadtdschungel schleicht, von Deckung zu Deckung hastet, paranoid umherschauend durch die Menschenmassen drängt und dabei von den Bildern aus Vietnam gepeinigt wird.

Spätestens jedoch wenn diese Flashbacks in den pornografischen Szenen auftauchen, entlarven sie ihre Funktion als billiger Schockeffekt und den Film als simple Exploitation. Ejakulationen auf Vergewaltigungsopfer und tote Kinder in Vietnam gehen irgendwie überhaupt nicht zusammen.

Der Film gipfelt dann, man muss fast sagen enttäuschenderweise, nicht im größten finalen Schock, sondern endet unfreiwillig komisch. Tankwart Reems landet bei zwei Hippie-Lesben, die sich trotz vorgehaltener Knarre nicht von ihm einschüchtern lassen. In einer Abfolge von misserablem Schauspiel und völlig sinnfreier Handlung, treiben die beiden den gestörten Tankwart endgültig in den Wahnsinn, woraufhin der den Ausweg im Selbstmord sucht.

Nicht unerwähnt lassen sollte man, dass der dreckige Look und die Amateurhaftigkeit des Films nicht ganz ohne Reiz sind, und die deprimierende Atmosphäre auf die Stimmung drückt. Wenn man etwas Positives über den Film sagen kann, dann das, dass er den Zuschauer nicht kalt lässt. Als Obskuritätensucher und Wertschätzer von purem Schund kann man einen Blick auf Forced Entry werfen. Alle anderen machen lieber einen Bogen um den Film.

Musik: Witch Mountain – Mobile of Angels

Das erste, was ich von Witch Mountain hörte, war vor vier Jahren die schaurig schöne Doom-Nummer „Veil of the Forgotten“, veröffentlicht auf einem Metal-Sampler von Adult Swim. Es gibt Musikmomente, die sich einem in die Birne brennen. Das war ein solcher. Dieser Einstiegsriff, die akzentuierten Drums, da braut sich was zuammen ist schon die Message des Intros. Dann diese große Stimme, die da von ekstatisch heulend bis diabolisch grummelnd so betörend leidet. Das passt. Sogar der Bandname ergab Sinn: Witch Mountain, Hexenberg.

Seitdem bin ich Fan. Fragt mich jemand nach Empfehlungen bezüglich neueren Doom-Bands, ist Witch Mountain einer der Namen die als erstes fallen. Die Geschichte der Band ist etwas ungewöhnlich, denn Witch Mountain haben bereits 2001 das erste Album veröffentlicht, danach aber lange pausiert. Erst als 2009 die Sängerin Uta Plotkin dazustieß, ist die Band durchgestartet. Manchmal braucht es seine Zeit, bis alles zusammenpasst. Und im Doom hat man ja genrebedingt alle Zeit der Welt. ;-)

Mit Mobile of Angels ist nun bereits das dritte Album der Band zusammen mit Uta Plotkin erschienen und es steht steht den beiden Vorgängern in Sachen Qualität in nichts nach. Der Blues-Einfluss, der auf auf den beiden Vorgängern schon einen nicht zu unterschätzenden Originalitätsanteil in dem traditionellen Doom-Metal-Sound innehatte, wird hier nochmals verstärkt und stellt jetzt ein zentrales Element dar, auch gerade was den Gesang anbelangt.

Den Schocker hat die Band noch vor Erscheinen des Albums angekündigt: Es wird das letzte Album mit der Sängerin sein. Somit ist auch diese Ära für Witch Mountain schon wieder zu Ende. Ob die Band die große Lücke zeitnah füllen kann oder ob die Band nun erst einmal wieder sechs Jahre pausiert, bleibt abzuwarten. Uta Plotkin hat immerhin schon angekündigt, weiterhin musikalisch aktiv zu bleiben. Ein Trost. Aber warum über die ungewisse Zukunft jammern? Denn was auch immer passiert, dem Doom-Fan bleiben drei großartige Alben. So viel ist gewiss.