Serien

Ein paar der Serien, die ich mir letztens angesehen habe und die zurzeit allesamt bei Netflix oder Amazon Prime zur Verfügung stehen.

Batman and Robin (IMDb, Amazon Prime)

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Ein 15-teiliges Columbia-Serial von 1949. Historisch nicht ganz unbedeutend. Es handelt sich hierbei um die Fortsetzung des Serials von 1943 (das komplett auf archive.org verfügbar ist) und somit den zweiten Filmauftritt von Batman überhaupt. Rein formal betrachtet überwiegt aus heutiger Sicht unfreiwillige Komik. Dass der Produktion kein großes Budget zur Verfügung stand, wird in jeder Szene deutlich. Es hat nicht mal für ein ordentliches Batmobil gereicht. Batman und Robin cruisen in einem zeitgenössischen Mercury vom Fließband durch die Gegend. Ein Cabriolet wohlgemerkt, dessen Dach geschlossen wird, wenn Bruce Wayne sich hinten auf der Rückbank sein Batman-Kostüm überzieht. Großartig.

Während im 1943er-Serial als Hauptfiguren Batman, Robin und Butler Alfred auftraten, erscheinen in der Fortsetzung außerdem als bekannte Figuren Commissioner Gordon und Reporterin Vicki Vale. Es gibt die Bat-Höhle und das Bat-Signal und Batman nutzt diverse Gadgets. Die Story ist vernachlässigbar. Batman und Robin wollen einem Bösewicht mit dem einfallsreichen Namen The Wizard das Handwerk legen. The Wizard befindet sich im Besitz einer Maschine, mit der er im Umkreis von 50 Meilen jegliches motorisiertes Gefährt fernsteuern kann. Blöderweise wird die Maschine durch Diamanten angetrieben, die er erst noch stehlen muss. Wie da der Kostennutzenfaktor der Maschine aussieht, wird nicht thematisiert.

Wer ein Herz für solche alten Klamotten hat und Batman-Fan ist, sollte sich dieses Serial nicht entgehen lassen. Ich fände es begrüßenswert, wenn Amazon noch weitere Serials ins Programm näme. Ich kenne bisher nur einen Bruchteil und da gibt es noch jede Menge Gold zu heben.

 

Nos4a2 (IMDb, Amazon Prime)

Nos4a2

Ich habe mich durch die ersten vier Folgen gequält. Die Serie basiert auf einem Roman von Stephen Kings Sohn Joe Hill, der eigentlich eine ganz ordentliche Karriere als Schriftsteller gemacht hat, ohne auf den Namen seines großen Vaters reduziert werden zu müssen. Aber hier komme ich nicht umhin, festzustellen, dass das Ganze wie eine mittelmäßige Stephen-King-Verfilmung der 90er Jahre wirkt. Kein Pep, kein Grusel, keine Originalität. Zachary Quinto, den ich sonst mag, überzeugt mich hier auch nicht wirklich in der Rolle eines Kinderfängers. Die meiste Zeit agiert er hinter einer merkwürdigen Maske eines alten Mannes. Diese Figur ist eher komisch als angsteinflössend.

Das gefällt mir alles leider ganz und gar nicht und ich weiß nicht, ob ich mir das weiter antue. Der Titel Nos4a2 soll übrigens für „Nosferatu“ stehen. Äh, ja. Die Erfahrung zeigt, dass solche Titelspielereien selten etwas Gutes bedeuten. Disclaimer: Ich weiß, dass der Roman ziemlich erfolgreich war und relativ gute Kritiken bekommen hat. Ich beziehe mich nur auf die Serie.

 

The Widow (IMDb, Amazon Prime)

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Gesehen und fast schon wieder vergessen. Die Serie hat durchaus ein paar starke Szenen und die Thrillerelemente erzeugen zumindest anfangs eine spannende Ausgangslage. Kate Beckinsale begibt sich hier auf die Suche nach ihrem im Kongo verschollenen Ehemann. Leider versucht die Serie ein bischen zu viel in die Handlung zu packen und bedient sich billiger Plotdevices. Eheprobleme, ein auf tragische Weise verlorenes Baby, Rebellen, Aufstände, Spionage, Kindersoldaten und vieles mehr. Die Unglaubwürdigkeit der Geschichte steigt proportional zur Episodennummer. Die Auflösung des ganzen Debakels kann dann letztlich nur noch als lachhaft bezeichnet werden. Hier wurde leider Potential verschenkt.

 

Black Summer (IMDb, Netflix)

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Obwohl ich von Zombies übersättigt bin, hat es Black Summer geschafft, mich wirklich positiv zu überraschen. Die Serie hat mich von der ersten Sekunde an durch den ungewöhnlichen Stil und die exzellente Kameraarbeit gefesselt. Black Summer erzählt die frühe Phase einer Zombievirus-Epidemie und wirkt dabei wie eine Kriegsdokumentation, in der den Charakteren kommentar- und schnörkellos gefolgt wird. Als Zuschauer ist man von Anfang an direkt mitten drin – und bleibt bis zum Ende mittendrin. Das scheint, als wäre das alles mal ebenso gonzo-mäßig aus der Hüfte geschossen, aber ich bin sicher, dass da tatsächlich Regietalent und eine ausführliche Absprache zwischen Schauspieler und Kameramann nötig ist.

Ohne Kritikpunkte geht es leider nicht. Wie bei jeder Zombiegeschichte gibt es auch hier Typen, die dumme Entscheidungen treffen. Es gibt eine Füller-Episode, die wenig zur Handlung oder Stimmung beiträgt. Und die finale Episode mit endlosem Geballer hat mich nicht begeistert. Diese Folge steht im krassen Gegensatz zu den vorherigen Folgen, in denen kaum Schusswaffen gebraucht werden. Das ist eigentlich eine interessante, weil originelle Herangehensweise an eine Zombiegeschichte. Ich kann auch die Intention erkennen, die dahinter steht. Man wollte die Serie dann mit einem Actionfeuerwerk auflösen. Leider gelingt das nur bedingt. Trotzalledem ist Black Summer eine Serie, die man empfehlen kann. Aufgrund des hohen Erzähltempos und einer Lauflänge von nur 8 mal 20 bis 40 Minuten, kann man Black Summer schön wegbingen.

 

Dead To Me (IMDb, Netflix)

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Jen und Judy lernen sich bei einer Trauerselbsthilfegruppe kennen. Jen, gespielt von Christina Applegate, hat ihren Ehemann bei einem Autounfall mit Fahrerflucht verloren, Judy ihren Mann durch einen Herzinfarkt. Die beiden werden nach anfänglicher Ablehnung schnell ziemlich gute Freundinnen, teilen ihre Gedanken und versuchen vorwärts zu blicken. Schon bald aber deutet sich an, dass Judy irgend etwas verheimlicht.

Man sollte an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Dead to me kann fast in jeder Folge mit einem Twist oder Reveal aufwarten und hangelt sich von Cliffhanger zu Cliffhanger, ohne zu konstruiert zu wirken. Das hier ist eine originelle Geschichte, die als schwarze Komödie beworben wird. Das ist die Serie irgendwie. Aber sie ist auch Drama und Murder Mystery mit abgemilderten Thrillerelementen. Wir sehen außerdem eine beeindruckende Performance von Christina Applegate. Wer die Gute, wie ich, immer noch in erster Linie mit Kelly Bundy assoziiert, sollte sich das hier mal anschauen. Dead to me ist eine erfrischende Serie mit viel Esprit, liebenswerten Figuren und überraschenden Wendungen. Eine zweite Staffel ist erfreulicherweise schon angekündigt.

 

How to sell Drugs online (fast) (IMDb, Netflix)

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Der Titel ist auch schon die Inhaltsangabe. Zwei Schulfreunde bauen einen Drogenshop im Darknet auf. Der eine, weil er seine Ex-Freundin beeindrucken will, der andere, weil er Geld braucht.

Die dritte deutsche Netflix-Produktion ist ein Knaller, der mich in allen Belangen überzeugt. Drehbuch, realistische Dialoge, Besetzung, Schauspiel, Tempo, guter Humor, Inszenierung, Musik, visuelle Effekte, das ist alles perfekt auf den Punkt gebracht. Ich bin auch davon angetan, wie glaubhaft hier die Erfahrungswelt der heutigen Teenager mit dem ganzen Social-Media-Kram umgesetzt wird. Zudem werden die Erwachsenen als völlig Ahnungslose dargestellt, was vermutlich auch der Wahrnehmung der Jugend entspricht. Dennoch ist How to sell Drugs online (fast) nicht unbedingt eine Serie, die sich dem jungen Publikum anbiedert. Man kann hier auch als Erwachsener viel Spaß haben. Außerdem ganz groß: Bjarne Mädel als schmieriger Drogendealer. 6 mal 30 kurzweilige Minuten. Binge it, Baby!

 

Dark (IMDb, Netflix)

Dark

Die deutsche Serie, die mit einem IMDb-Rating von 8,7 und einem Rotten-Tomatoes-Score von 94% (Tomatometer) bzw. 85% (Audience Score) aufwarten kann. Verrückt, aber auch einigermaßen verdient. Der ersten Staffel ist es gut gelungen, mich regelrecht in die Geschichte reinzuziehen. Zugegebenermaßen bin ich ohnehin ein Fan von Zeitreisegeschichten und Dark erzählt eine Geschichte, die es in dieser Form und Komplexität noch nicht gab. Gleichzeitig werden Paradoxe elegant umschifft. Die Serie sieht zudem optisch verdammt gut aus und hält sich nicht mit Firlefanz auf. Alles, was man sieht, ist relevant für die Geschichte. Und als Zuschauer tut man gut daran, sich Dark konzentriert und ablenkungsfrei anzuschauen. Wer nicht aufpasst, der ist in dieser Geschichte von vier Familien, deren Mitglieder über verschiedene Zeitebenen miteinder verbunden sind, hoffungslos verloren. Wir reden hier von etwa 30 Figuren, die in verschiedenen Lebensabschnitten von verschiedenen Schauspielern verkörpert werden. Was auf dem Papier nach einer Schnapsidee klingt, funktioniert in der Serie verblüffend gut. Aber ich gebe es zu. Es ist durchaus hilfreich, sich einen Familienstammbaum zu ergooglen und diesen während des Schauens als Referenz parat zu halten.

Die kürzlich veröffentlichte zweite Staffel führt den eingeschlagenen Weg konsequent fort, löst einige verzwickte Knoten der ersten Staffel und knüpft gleichzeitig neue. Die zweite Staffel ist erzählerisch nochmals besser als die erste. Man merkt, dass hier ein Epos aufgebaut wird, von dem die Macher genau wissen, wie es ausgehen wird. Auch das ist das Schöne an Dark: von Anfang an war klar; es gibt drei Staffeln und dann ist Schluss.

Ich habe nur einen einzigen Kritikpunkt. Alle Figuren, einschließlich der Kinder, reden in diesem unheilvollen bedeutungschwangeren Ton. Damit kommt man in einem Roman vielleicht noch ganz gut weg, aber in einer filmischen Darstellung wirkt es bemüht und künstlich. Dabei hätte die Serie es gar nicht nötig, auf diese Art Größe und Tragweite suggerien zu müssen. Die Geschichte selbst ist schon groß genug. Es fehlen mir hier einfach ein paar mehr echte, wahrhaftige Dialoge aus dem Leben. Diese Momente sind zu selten.

Aber da mich alles andere überzeugt, kann ich damit leben. Dark ist eine richtig gute und fordernde Serie. Und ich will gar nicht mit der Floskel kommen „für eine deutsche Serie“. Nein, das muss man sich langsam abgewöhnen.

Serien 2018

Weils so schön ist, gleich noch eine Liste. Die Serienneustarts 2018, die mich besonders begeistert haben, sind diese fünf:

Killing Eve

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Eine durchgeknallte Auftragsmörderin namens Villanelle mordet sich durch Europa. Die MI5-Ermittlerin Eve Polastri erkennt die Zusammenhänge, wird aber wegen eines Dienstvergehens gefeuert. Daraufhin erhält sie von der Auslandssektion des MI6 die Chance eine inoffizielle Sondereinheit zu gründen, um die Killerin aufzuspüren. Villanelle bekommt unterdessen Wind von der Sache und entwickelt eine stalker-artige Leidenschaft für Eve. Obwohl zuerst in Todesangst, fühlt sich auch Eve bald zu der unberechenbaren Psychopathin hingezogen. Von da an beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Rollen von Jägerin und Gejagter ständig wechseln.

Dem positiven Medien- und Zuschauerecho kann ich mich nur anschließen. Killing Eve ist sowohl Thriller als auch schwarze Komödie mit wohldosiertem Humor und trotz Blut und Brutalität voller überraschender Leichtigkeit und mit Verve inszeniert – und gespielt. Sandra Oh als zielstrebige Ermittlerin und Jodie Comer als völlig Wahnsinnige, die in sexuelle Erregung gerät, wenn sie ihren Opfern beim Sterben zusieht, bieten hier eine große Show. Warum die Serie noch keinen deutschen Starttermin hat, ist mir ein Rätsel. Nachtrag: Die Serie ist mittlerweile über Amazon Prime auf dem Starzplay Channel und als DVD verfügbar.

 

The Haunting of Hill House

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Die famose Netflix-Horrorserie habe ich bereits hier vorgestellt.

 

The Terror

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Ein echter Downer. Wer was für die gute Laune sucht, muss woanders schauen. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Dan Simmons, der die gescheiterte Arktis-Expedition von John Franklin thematisiert und mit Elementen des fantastischen und realen Horrors kombiniert. Ironischerweise hätte es das Monster gar nicht gebraucht, denn das wahre Monster ist in dieser Geschichte mal wieder der Mensch selbst.

Die Serie strahlt zu jeder Sekunde die pure Hoffnungslosigkeit aus und der Zuschauer weiß, dass dieses düstere Abenteuer kein gutes Ende nehmen wird. Der Kontrast zwischen der gedrängten Enge in den Schiffen und der weiten arktischen Unwirtlichkeit außerhalb ist gut in Szene gesetzt. Dazu eine feine Schauspielerriege und ein die Atmosphäre unterstreichender minimalistischer Soundtrack. Die erste Staffel steht auf Amazon Prime Video zum Abruf. Eine zweite Staffel ist für 2019 angekündigt, was mich überrascht, denn die Geschichte ist eigentlich auserzählt. Ich hoffe auf eine sehenswerte Weiterführung.

 

Strange Angel

Augurs of Spring

Strange Angel erzählt die Geschichte des Raketenwissenschaftlers Jack Parsons, der in den 1930er Jahren die erste Rakete mit heterogenem Festtreibstoff erfand und so maßgeblich die Raumfahrt beeinflusste. Einen kuriosen Twist erhält Parsons Biografie dadurch, dass er ein Anhänger von Aleister Crowleys okkulter Thelema-Bewegung war. Das prädestiniert die Figur Parsons geradezu für eine spannende Serienumsetzung. Auf der einen Seite Wissenschaftler, auf der anderen Seite Mitglied eines verschrobenen Kults mit sexualmagischen Ritualen. Die erste Staffel von Strange Angel spielt mit diesem Gegensatz auf anschauliche Weise und zeigt, wie und warum Parsons in den Bann der örtlichen Loge gerät, während er gleichzeitig versucht, die Wissenschaft zu revolutionieren.

Die Serie überzeugt visuell und hat eine tolle Besetzung. Zugegebenermaßen könnte die Serie etwas mehr Tempo gebrauchen. Man könnte auch sagen, die Erzählweise korrespondiert mit der Karriere von Parsons, die anfangs mehr als einmal ins Stocken gerät und das nicht nur, weil seine Raketen nicht zünden. Vielleicht befasst sich die Serie tatsächlich etwas zu ausführlich mit den Eheproblemen von Parsons und seinem Nachbarn. Da mich die Geschichte aber so begeistert, kann ich über diese Unzulänglichkeiten hinwegsehen. Die Serie ist bisher leider nur über den Streaming-Dienst CBS All Access zu sehen.

 

The End of the f***ing World

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Der 17-jährige Außenseiter James hält sich selbst für einen Psychopathen und fantasiert von einem Mord, als die neu an die Schule gekommene Alyssa ihn überzeugt sie bei der Suche nach ihrem leiblichen Vater zu begleiten. James willigt ein, weil er sie für sein perfektes erstes Mordopfer hält. Mit einem geklauten Auto begeben sich die Beiden auf einen Roadtrip, der nicht nur die Suche nach Alyssas Vater ist, sondern sich auch als Suche nach Sinn und Bedeutung in einer düsteren Welt entpuppt.

Trotz nihilistischer Weltsicht und rabenschwarzem Humor handelt es sich hierbei um eine romantische Komödie mit Feinsinn. Die Serie hat nicht nur einen originellen Plot, sondern ist außerdem außergewöhnlich gut inszeniert und in 8 mal 25 Minuten schön kompakt erzählt. Staffel 1 steht auf Netflix, eine zweite Staffel ist angekündigt.

 

Honorable Mention

Folgende Serien haben es letztlich nicht ganz in meine Top 5 geschafft, bedürfen aber durchaus besonderer Erwähnung.

Altered Carbon

Viel eye candy, viel Action, solide Story mit etlichen tollen Ideen. Läuft nicht ganz rund, macht aber tierisch Spaß. Freue mich auf die zweite Staffel, auch wenn Joel Kinnaman nicht mehr dabei sein wird.

Lost in Space

Wie Altered Carbon, aber für die ganze Familie. Ein richtig schönes Remake der Serie aus den 1960ern. Irgendwie ist es der Serie gelungen, dass ich über die ganzen Klischees und Logiklöcher und nervenden Figuren hinwegsehen konnte. Erweckte eine kindliche Freude in mir.

Maniac

Äußerst bizarre Mini-Serie, die in einer retro-futuristischen Welt im 1980er-Jahre-Look spielt. Wenig ergibt Sinn, bis zur finalen Folge. Und bis dahin ist es eine irre Reise durch die Gedanken zweier Menschen, die auf seltsame Weise miteinander verbunden sind.

Future Man

Rasante Zeitreisekomödie mit vielen popkulturellen Anspielungen und mit wenig Tabus. Es geht mal wieder um nichts Geringeres als die Welt zu retten, aber die Drehbuchautoren schöpfen aus dem Vollen und schrecken vor nichts zurück. Verdammt lustig.

Impulse

Aus dem mittelmäßigen Science-Fiction-Action-Film Jumper von 2008 hat Youtube eine überraschend gute Coming-of-Age- und Traumabewältigungs-Geschichte gemacht, die weniger auf hektische Rumspringerei und mehr auf Teenage-Angst und Familientragödie setzt. Das ist alles recht schlüssig geschrieben und die Autoren wissen, wann es Zeit ist, die Nebenschauplätze zu verlassen und die Jumper-Haupthandlung weiterzuspinnen.

Star Trek: Discovery

Das ist schon lustig, wie sich die Fanboys über diese Serie empören. Mir haben schon die Kinofilme von J.J. Abrams gefallen und da die Serie eine ähnliche Richtung einschlägt, habe ich auch hier meinen Spaß. Wer Old-School-Star-Trek haben möchte, kann ja The Orville schauen und für die, die ernsthafte Science-Fiction suchen, für die gibt es The Expanse.

Deutschland 86

Nicht so temporeich wie Deutschland 83, dennoch eine sehenswerte Fortsetzung. Behandelt ein sonst eher vernachlässigtes Thema, nämlich die dubiosen Waffengeschäfte der DDR mit dem Apartheid-Regime in Südafrika. Allerdings verliert sich die Serie auch ein wenig in etlichen Nebenplots.

 

The Haunting of Hill House

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The Haunting of Hill House (Netflix)

Eine packende Modernisierung und Neuinterpretation des 1959 erschienen Romans von Shirley Jackson und der Verfilmung von 1963, die in Deutschland unter dem Titel Bis das Blut gefriert bekannt ist. In dem Netflix-„Remake“ vereinen sich tiefenpsychologische Motive mit visuellem Horror und beschwören eine ausgesprochen schaurige und bedrückende Atmosphäre.

Extrem aufwändig gefilmt, ist die Serie atemberaubend anzusehen und überzeugt mit einem ausgeklügelten Sounddesign. Die Musik ist zurückhaltend und die Serie verzichtet meist auf billige Jump-Scares mit schrillem Schockton. Stattdessen wird viel öfter mit großer Wirkung auf die Unbehaglichkeit der Stille vertraut.

Auch schauspielerisch bietet die Serie großes Kino. Das ist nicht unwichtig, denn die Story ist zu einem erheblichen Teil ein Familiendrama, das mit der Spukhaus-Handlung verschmilzt. Die sozialen Interaktionen und Dialoge sind ebenso wichtig wie der Horror.

The Haunting of Hill House, das ist intelligenter Horror. Modern, aber nicht seine klassische Spukhaus-Herkunft verleugnend. Während die Serie im Mittelteil sich von der Romanvorlage entfernt, leitet Folge 8 mit einer großartigen, unfassbar emotionalen Szene den Schwenk ein zurück zur romantischen Schauermär. Am Ende der Serie, wenn sich alles auflöst, bleibt nur eines übrig: Pure Poesie.

Englischer Trailer

 

Deutscher Trailer

Amazon-Serien

Meine Kurzkommentare zu einigen Amazon-Serien, sowohl Eigen- als auch Drittproduktionen, die zu Unrecht etwas unter dem Radar laufen.

Patriot (2 Staffeln)

Der depressive Geheimagent John Tavner, der nach Dienstschluss seine Missionen gerne bei öffentlichen Liederabenden vorträgt (sehr zum Missfallen der Vorgesetzten, versteht sich), heuert bei einem Rohrhersteller an, um undercover als Geschäftsmann in Luxemburg einen Deal einzufädeln, der den Iran daran hindern soll, sein Nuklearprogramm umzusetzen. Doch John scheint das Pech förmlich anzuziehen. Er tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste, aber nie aus eigener Inkompetenz, sondern es kommt ihm stets der Zufall dazwischen. Gemäß Murphy’s Law: Alles, was schief gehen kann, geht auch schief.

Wie John das Schicksal annimmt und mit stoischer Entschlossenheit die unmöglichsten Situationen meistert, ist grandios erzählt und noch besser gespielt. Michael Dorman heißt der Schauspieler. Man möchte ihm in jeder Szene zurufen: Junge, warum nimmst du all die Strapazen auf dich? Der Serientitel gibt die Antwort. Patriot ist ein lakonisch erzähltes Drama, gespickt mit trockenem Humor und grotesk-absurden Momenten, die sich immer noch gerade so im Rahmen des Glaubwürdigen bewegen. Staffel 2 legt noch mal nach und sprengt die Konventionen endgültig. Ein Geniestreich!

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Hap and Leonard (3 Staffeln)

Spielt in den 1980ern und fühlt sich auch so an, jedoch ohne altbacken zu wirken. Die erste Staffel hat alles, was eine gute Modern-Noir-Story braucht: zwei beste Freunde, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die sich ständig in die Haare geraten, eine Femme Fatale (Christina Hendricks, wer sonst?), die die beiden mit einem versunkenen Schatz in den tiefsten Sümpfen von Louisiana ködert, Schurken, die sich gegenseitig hintergehen, ein durchgeknalltes Killerpärchen auf einem Roadtrip und eine Schippe schräger Humor.

Die zweite Staffel schlägt einen ernsteren Ton an und erzählt die Geschichte von einem Kindermörder, der über Jahrzehnte sein Unwesen treibt. Anstatt Modern Noir ist das eher Southern Gothic.

In Staffel 3 schließlich landen die Beiden auf der Suche nach Haps verschwundener Freundin in dem rassistischen Städtchen Grovetown, wo die zwei sich mit dem örtlichen White-Supremecy-Klan anlegen.

Zugegeben, die Geschichten haben kein besonders neues Konzept, aber schon lange habe ich sowas nicht mehr so unterhaltsam präsentiert bekommen. Dass das alles so rund läuft, liegt auch an dem Duo Hap und Leonard (gespielt von James Purefoy und Michael Kenneth Williams), zwei sympathische Losertypen, die am Ende doch die Gewinner sind.

Es handelt sich um eine Verfilmung der Romanreihe von John R. Landsdale. Nach diesen drei Staffeln ist leider Schluss.

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Taboo (1 Staffel, 2. in Produktion)

Eine Serie, die um Tom Hardy herumgeschrieben wurde, könnte man meinen. Der Mann dominiert jede Szene auf unvergleichliche Weise. Hardy spielt den mysteriösen James Keziah Delaney, der 1814 nach langem Aufenthalt in Afrika nach London zurückkehrt, wo ihn alle schon längst für tot gehalten haben. Dort beansprucht er sein Erbe, ein Stück Land an der amerikanischen Küste, um das sich England mit Amerika streitet, zwei Nationen, die die sich zu diesem Zeitpunkt im Krieg befinden. Neben dem im Hintergrund agierenden englischen Königshaus, setzt die raffgierige East India Company Delaney unter Druck und schmiedet kurzerhand ein Mordkomplott.

Die Serie erzählt äußerst faszinierend, wie die verschiedenen Parteien agieren und wie Delaney versucht, die beiden Nationen gegeneinder auszuspielen. Das Ganze ist ziemlich düster und dreckig und wird überdies noch mit einem Mystery-Aspekt verziert. Denn Delaney wird aus seiner Zeit in Afrika von morbiden Flashbacks geplagt, deren Bedeutung in der ersten Staffel noch im Dunkeln bleibt.

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Sneaky Pete (2 Staffeln, 3. in Produktion)

Die erste Folge hatte ich damals schon in der Amazon-Pilot-Season für gut befunden und daher hoffnungsvoll für eine Fortsetzung abgestimmt. Erfreulicherweise ist die Serie in Produktion gegangen und die erste Staffel übertrifft alles, was ich anhand der ersten Folge von der Serie erwartet hatte.

Auf der Flucht vor skrupellosen Gangstern gibt sich der Trickbetrüger Marius (Giovanni Ribisi) als sein alter Zellkumpan Pete aus und quartiert sich bei dessen Familie ein. Onkel und Tante sind zwar misstrauisch, aber die Sache fliegt nicht auf, da der echte Pete zuletzt in seiner Kindheit mit der Familie Kontakt hatte. Während Marius/Pete durch sein entwaffnendes Auftreten und sein geschicktes Vortäuschen von Familienwissen, langsam das Herz der Familie gewinnt, entführen die Gangster seinen Bruder und setzen ihn so unter Druck.

Sneaky Pete ist eine wendungsreiche Krimiposse, äußerst trickreich erzählt, mit einer tollen Besetzung und genau der richtigen Mischung aus Drama, Humor, Härte und Warmherzigkeit. Trotz des ganzen Lug und Betrug – es zeigt sich nämlich bald, dass jeder in der Familie etwas zu verbergen hat – und der stellenweise bösen Ironie, ist Sneaky Pete eine durch und durch positive Serie.

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Red Oaks (3 Staffeln)

Red Oaks zelebriert die klassische Coming-of-Age-Komödie der 1980er Jahre und gibt sich als echte Hommage an dieses Genre – und nicht als Parodie. Guter Humor, interessante Figuren, die sich tatsächlich entwickeln und selbst der Soundtrack ist überraschend originell, verzichtet der doch weitgehend auf die üblichen totgenudelten 80er Hits, sondern setzt eher auf B-Seiten. Red Oaks ist mit viel Liebe zum Detail inszenierte Nostalgie, die von vorne bis hinten richtig viel Spaß macht.

Serien in Überbreite

Vor einigen Wochen habe ich auf den Tatort im Cinemascope-Format hingewiesen. Der kommende Schweiger-Tatort Off Duty, der im Februar im Kino laufen wird, ist ebenfalls im Format 2.35:1 gedreht, was für einen Kinofilm nicht ungewöhnlich ist.

Die Streamingdienste Netflix und Amazon allerdings, setzen auch bei ihren Serien vermehrt auf ein extrabreites Bildformat. Hier einige Beispiele:

Häufig taucht das Format 2,0:1 auf, das einen guten Kompromiss darstellt zwischen dem Standard-16:9 und dem Scope-Format 2,20:1 oder breiter. Genaugenommen ist es das mathematische Mittelmaß.

Der Kameramann Vittorio Storaro hatte dieses Format bereits 1998 als Idealformat für alle zukünftigen Film- und TV-Produktionen postuliert, um das Seherlebnis auf der Leinwand und dem Fernseher anzugleichen. Er entwickelte eigene Filmstreifen und eine Kameraapertur, und nannte das Ganze Univisium.  Außer ihm selbst hatte aber kein Filmemacher so richtig Lust auf diese Sache.

Heute, in der Zeit von digitalen Filmproduktionen und Streamingdiensten, und einem Kino, dessen Stellenwert innerhalb der Unterhaltungsbranche doch zumindest diskutiert wird, scheint dieses Format wieder attraktiv geworden zu sein. 2,0:1 erzeugt auf einem 16:9-Fernseher nicht zu hohe schwarze Balken, bietet aber im Vergleich zu 16:9-Produktionen mehr Breite für einen ausgefeilteren Bildaufbau.

Erwähnt werden muss auch die neue Netflix-Serie Master of None, die direkt im Kinoformat von 2,35:1 daherkommt. Das ist für eine Fernseh-/Streamingserie schon ungewöhnlich, aber für eine Comedyserie umso mehr. In der Tat sieht die Serie auch ganz fantastisch aus und wirkt technisch betrachtet sehr „kinohaft“.

Dazu gibt es einen Kommentar von Produzent Alan Yang auf reddit:

From the beginning, we wanted it to feel less like most of the single camera comedies that are out there and more like a loose, personal, realistic comedy from the 70’s. A big part of that was the look of the show […]

We pushed really hard for the anamorphic aspect ratio. We did a camera test where it was Aziz’s stand-in Danny looking through some papers. With the regular aspect ratio, it looked pretty boring. But then with the anamorphic ratio, we were like, „What’s Danny looking at? That shit looks interesting as hell!“

Demnach wollte man sich also unbedingt von dem Single-Camera-Look der üblichen Comedyserien absetzen, und orientierte sich stattdessen mehr an den realistischen Komödien der 70er Jahre.

Nicht nur inhaltlich setzen die Streamingdienste Akzente, sondern auch filmtechnisch. Gefällt mir. Ich werde weiterhin ein Auge auf die Bildformate haben und berichten, was sich so tut.

True Detective Season 2: Opening Credits

Das Intro zur zweiten Staffel von True Detective ist ein audiovisuelles Meisterstück. Den Netzkommentaren nach zu urteilen, stören sich allerdings nicht wenige an der Leonard-Cohen-Nummer Nevermind.

Im Vergleich zu dem hingehauchten Country-Geklöppel des Intros der ersten Staffel, ist das hier ein großer Bruch. Aber das gilt auch für die Geschichte und den Handlungsort. Dass hier alles anders ist, macht also schon das Intro deutlich. Mir gefällt es ausgesprochen gut.

Serie: The Walking Dead – Season 5

Die 5. Staffel von The Walking Dead ist gestartet. And I was like:

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Ein furioser Auftakt – mit einer ganz schön unangenehm brutalen Szene, die auf FOX nur gekürzt zu sehen war. Mal wieder ärgerlich für zahlende Kunden.

Man nehme es mit Humor, daher ein Verweis auf dieses Rick/Coral Walking-Dead-Meme, das seit einiger Zeit die Runde macht und ich echt zum Schießen finde. Diese Zusammenstellung enthält die gelungensten Wortspiele. Kleine Kostprobe folgend, mehr bei Sad and Clueless.

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