Mansion – Altar Sermon

Mansion aus Finnland kann man im weitesten Sinne als Occult-Rock mit starkem Doom-Einschlag bezeichnen. Dieses Genre hat in den letzten Jahren unzählige neue Bands hervorgebracht. Mansion gehören zu denjenigen Bands, die in Sachen Atmosphäre und Originalität überzeugen. Im Gegensatz zu anderen Bands in diesem Bereich, verzichten Mansion darauf, zu sehr retro zu sein.

Mein erster Kontakt mit der Band war vor zwei Jahren das Video zu Slumber Sermon. Die gruselige Nummer hat mich umgehauen. Nun steht eine neue 2-Track-EP an, und dazu wurde das Video Altar Sermon veröffentlicht. Dieses verbreitet wiederum eine ganz eigene, unheimliche Stimmung, die perfekt zu dem getragenen Sound der Band passt.

Musikvideo: Gunship – Tech Noir

Das neue Musikvideo von Stop-Motion-Meister Lee Hardcastle für den Song Tech Noir der Londoner Synthwave-Band Gunship ist nicht nur ein Fest für 80er Jahre Musik-Fans, sondern auch für die Fans von Filmen dieser Zeit. Allerlei Ikonen, von Alien bis Rocky, haben hier ihren Auftritt in Knetform. Und kein geringerer als der legendäre Horrorregisseur John Carpenter spricht das Intro. Das komplette Album von Gunship gibt es auf Bandcamp als Stream und Download.

Post aus Japan

Japan Pop

CDs kaufe ich nur noch gelegentlich. Vor allem dann, wenn die entsprechende Musik nicht digital angeboten wird und mich niemand sonst mit einer Privatkopie versorgen kann. Ein eher rares Sammelgebiet ist die japanische Pop- und Filmmusik aus den 60er und 70er Jahren. Dieser ganze Kram wird in Japan auf CD und teilweise auf Vinyl wiederveröffentlicht, seitdem etwa vor zehn Jahren eine größere Rerelease-Welle losgetreten wurde, nicht zuletzt auch dank dem DVD-Erfolg der alten Sukeban-, Yakuza- und Pinky-Violence-Filme.

Mittlerweile habe ich eine nette kleine Sammlung zusammengetragen. Die neusten Zugänge sind die folgenden:

Oben links:
やけっぱちロック~やさぐれ歌謡最前線 ビクター編
Yakeppachi Rock – Yasagure Kayou Saizensen

Eine Compilation von Pop-Songs aus den 1970ern, die teilweise auch in Filmen verwendet wurde. Darunter sind bekannte Songs, aber auch seltene B-Seiten von Miki Sugimoto, Reiko Ike, Maria Anzai und anderen.

 

Oben rechts:
フラワー・メグ – ささやき・ためいき・もだえ
Flower Meg – Sasayaku Tameiki Modae

Flower Meg gehört zu den Sängerinnen, die ich in der exzellenten und seltenen 6-CD-Box Miwaku no Mood Hihōkan entdeckt habe. Meg, benannt nach dem Tokioter Stadtteil Meguro, fing als Gravure-Idol an und hatte eine kurze Film– und Musikkarriere in 1971 und 1972. Die CD enthält fast alle ihre Songs. Supersmooth.

 

Unten links:
緑川アコ – 酔いどれ女の流れ歌
Midorakawa Ako – Yoidore Onna No Nagareuta

Eine weitere Sängerin, die in den 60er Jahren zu Ruhm gelangte. Dies ist das Rerelease ihres zweiten und letzten Albums. Musikalisch geht das eher in Richtung schwermütiger Chanson.

 

Unten rechts:
やさぐれ姐御伝 総括リンチ~やさぐれ歌謡最前線
Female Yakuza Tale – Yasagure Anegoden Sokatsu Rinchi

Eine weitere der Hotwax-Trax-Compilations mit Soundtracks und Musik aus Sukeban/Girl-Boss und Pinky-Violence-Filmen wie Female Yakuza Tale und Sex And Fury. Großartig.

Eine Bestellung in Japan lohnt fast immer. Diese CDs bekommt man zwar auch hier mit etwas Glück, aber nur als Import für sagenhafte 35 Euro pro Stück. Bei amazon.co.jp zahle ich inklusive Versandkosten und Einfuhrumsatzsteuer gute 10 Euro weniger pro CD. Da Amazon die Einfuhrumsatzsteuer direkt mitabrechnet, entfallen außerdem die Zollgebühren und die Verzögerung durch die Zollabfertigung. In 5 bis 7 Tagen ist das Paket üblicherweise da.

Fogh Depot

Denovali Records sorgt bei mir mal wieder für Begeisterung. Denovali versteht es, wie kaum ein anderes Label, stets neue innovative Bands zu entdecken und zu fördern. Neuster Auslöser der Euphorie: Fogh Depot. Das ist trippiger Darkjazz, der zwischen knarziger Elektronik und kühnen Bebop-Arrangements hin- und herfließt. Gute alte Jazz-Kunst trifft auf experimentelle Moderne. Es dürfte sich außerdem um die einzige Band handeln, die dem Bitcoin-Mining einen Song gewidmet hat.

Kammerflimmer Kollektief – Désarroi

kammerflimmerkollektief_desarroi

Kammerflimmer Kollektief, die Meister des Knarzens und Quietschens, haben ein neues Album veröffentlicht. Akustischer Surrealismus in Perfektion, aber auch abstrakt wie selten zuvor. Erst nach der radikalen Dissonanz der ersten drei Songs, kommt sowas wie Musikalität auf. Ich weiß noch nicht, was ich davon halten soll. Muss ich erst noch öfter hören. Die vorherigen Alben Wildling und Teufelskamin waren jedenfalls etwas zugänglicher.

Musik: Das frivole Burgfräulein – Schulmilch-Report

Das frivole Burgfräulein hat ein neues Video draußen. Der Song nennt sich Schulmilch-Report und ist auf der letzten EP Urlaubs​-​Report aus den Punkrock Single​-​Charts zu finden. Das Video wurde in einer Schule in Guatemala gedreht. Wie die Verbindung von einer Bonner Punk-Band dorthin zustande kommt, das weiß ich auch nicht. Ist aber auch nicht so wichtig, denn das Video ist ganz entzückend – und irgendeine berühmte Luchadora (Wrestlerin) aus Mexiko spielt auch noch mit. Also, Film ab.