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The Boats of the Glen Garrig

Die Funeral-Doom-Band Ahab veröffentlicht nun seit fast einer Dekade mit schöner Regelmäßigkeit alle drei Jahre ein formidabel ausgeklügeltes Konzept-Album, in dem es sich thematisch stets um das Meer dreht. Angefangen hat alles 2006 mit The Call of the Wretched Sea, passend zum Bandnamen basierend auf Melville’s Moby Dick. Es folgten The Divinity of Oceans, basierend auf der wahren Geschichten vom Untergang des Walfängers Essex im Jahr 1820, und The Giant, basierend auf Poe’s Der Bericht des Arthur Gordon Pym.

Als die Band ihr erstes Album veröffentlichte, wurde noch darüber gescherzt, dass eine Band mit diesem Namen und dem nautischen Dauerkonzept, sich womöglich selbst zu sehr limitieren würde. Aber die klassische Literatur bietet genug tolle Seemannsgeschichten. Schon damals dachte ich, dass die Geschichten von Horrormeister William Hope Hodgson eine tolle Vorlage bieten würden. Ahab haben nun tatsächlich auf Hodgson zurück gegriffen und mit dem neuen Album seinen Roman The Boats of the Glen Garrig vertont.

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Die dicht erzählte Gruselgeschichte handelt vom Überlebenskampf einer Gruppe von Schiffbrüchigen, die auf einer Tanginsel auf seltsame Wesen stoßen. Das wunderbare, aber vielleicht einen Tick zu bunt geratene Cover, stammt von Grafiker Sebastian Jerke, der ebenfalls für jeden Song eine eigene doppelseitige Illustration im CD-Booklet gestaltet hat. Dieses wird dankenswerter Weise auch beim Download mitgeliefert (gilt zumindest für amazon.de).

Auch wenn Ahab seit jeher als Funeral-Doom-Band bezeichnet wird, stand ihr dieses enge Korsett noch nie so wirklich. Es ist wahrscheinlich lediglich der Begriff, der am nächsten kommt. Die Einflüsse sind ja zweifellos da, aber wer Funeral-Doom bisher nur als stark begrenztes Genre kannte, in dem möglichst langsam und möglichst verzweifelt monoton rumgeklagt wird, den werden Ahab überraschen. Die Atmosphäre, die Ahab erzeugen, ist einzigartig. Für Funeral-Doom ist die Musik ausgesprochen dynamisch. Über die vier Alben hinweg lässt sich eine Verbreiterung des Genres erkennen. Mehr Klargesang, längere Ambientpassagen und mit „Like Red Foam (The Storm)“ beinhaltet das neue Album gar den schnellsten Song, den die Band bisher geschrieben hat. Eine akkuratere Repräsentation des Ahab-Sounds bietet allerdings der Album-Opener The Isle, der davon handelt, wie die Crew die Insel erreicht.

 

Zufälligerweise habe ich kürzlich eine Sammlung von digitalen Ausgaben des Science-Fiction- und Fantasy-Magazins Famous Fantastic Mysteries heruntergeladen. Dieses amerikanische Magazin erschien zwischen 1939 und 1953, anfangs beim Verlag von Frank Munsey, der sehr großen Anteil an der Verbreitung der Pulp-Fiction-Magazine hatte.

Ausgabe #6 von 1945 enthält als Titelgeschichte Hodgson’s The Boats of the Glen Garrig. Sowohl Titelbild als auch die Innenillustrationen stammen von Lawrence Sterne Stevens. Und da die so fantastisch sind, poste ich alle Illustrationen an dieser Stelle.

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Die Originalgeschichte von Hodgson ist bereits seit geraumer Zeit urheberrechtsfrei und kann zum Beispiel beim Project Gutenberg heruntergeladen werden. Der Künstler John Coulthart hat in seinem Blog einige modernere Illustrationen und Coverbilder zusammengetragen, die ebenfalls einen Blick wert sind.

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Free Music: Vodun – Eat up the Sun

Vodun aus England versehen ihren psychedelischen und supergroovigen Rock mit einer Extraportion Voodoo-Atmosphäre, textlich wie rhythmisch. Mit der souligen Sängerin und den tribalartigen Drums wird dieser originelle Sound komplettiert. Vodun sind einer dieser minimalistischen Rock-Bands, die ohne Bass auskommen, nur auf Gitarre, Drums und Gesang setzen, und trotzdem ordentlich ausgefüllt klingen ohne die Gitarren kellertief runter zu stimmen.

Die erste EP der Band gibt es auf Bandcamp als kostenlosen Download. Nächstes Jahr kommt dann ein neues Album, zu dem es hier schon mal einen audiovisuellen Vorgeschmack gibt:

Wer sich jetzt denkt, moment, da gab es doch vor ein paar Jahren schon einmal Engländer, die ähnlich geklungen haben, liegt richtig. Zwei der drei Vodun-Mitglieder waren vorher bei Invasion aktiv, die schon mit einem ähnlichen Psych-Trip aufwarteten.

Doku: Slow Southern Steel (2011)

Slow Southern Steel is a film about heavy music in the modern American South, as told by the very people who have created this music during the last two decades. Shot in back alleys, parking lots, and the seedy green rooms of the dirtiest clubs that the Bible Belt failed to snuff out, these diehard musicians discuss their love of music and the south, as well as the difficulties, contradictions, and insanity that haunt every southern artist.

There are no illusions here, no apologies, no distractions – only the straight truth as told by those who would know the difference. Narrated by the notorious Dixie Dave Collins (Weedeater, Buzzov-en, Bongzilla), Slow Southern Steel is an authentic and honest and thorough look at one of the most remarkable music communities ever spawned on the continent.

Die Dokumentation Slow Southern Steel beschäftigt sich mit dem Doom, Stoner, Sludge und anderer Metal-Musik des amerikanischen Südens. Im Film kommen etliche Szenegrößen zu Wort und es wird eine große Bandbreite von Themen abgedeckt. Gleichzeitig gelingt es den sympathischen Protagonisten auch mit so manchem Redneck-Vorurteil aufzuräumen.

Als Fan dieser Musikrichtung sollte man sich das nicht entgehen lassen. Nach Festivalvorführungen und Touren durch die USA, ist der Film nun auch ganz offiiziell auf Youtube für den Rest der Welt zu sehen.

Free music: Ruby The Hatchet – Ouroboros

Auch in meinem neuen Blog soll kostenlose Musik ein Thema sein. Als erstes muss ich noch ein Album vorstellen, das bereits vor zwei Jahren erschienen ist. Ruby The Hatchet aus Philadelphia spielen doomigen Rock mit 70er Jahre Einschlag. Solche Retrobands sind selten wirklich originell, aber die Umsetzung stimmt. Mittlerweile ist die Band beim Genre-Label Tee Pee Records unter Vertrag. Das knackige Album Ouroboros gibt es bei Bandcamp als Name your price-Download.

Coven CDs

coven

Habe mir die neue CD von Coven und das Klassikeralbum Witchcraft (1969) gekauft. Beide CDs kommen mit Original-Autogramm direkt von Jinx Dawson. Ich kaufe eigentlich fast nur noch Musik-Downloads, aber für sowas mache ich hin und wieder mal eine Ausnahme. Vom neuen Album bin ich allerdings etwas unbeeindruckt. Musikalisch durchaus interessant, knüpft im Prinzip direkt an die Musik aus den 70er Jahren an, aber die Produktion ist arg schwach und wird den heutigen Möglichkeiten nicht gerecht. Es ist klanglich tatsächlich schlechter als Witchcraft von 1969.