Archiv für den Monat Oktober 2015

Neue Sammelobjekte

Ich habe zwei tolle Sachen beim Zoll abgeholt.

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Als erstes haben wir hier eine alte schamanische Exorzismus-Maske des Tharu-Volks aus Nepal. Kam ziemlich verdreckt an, habe ich wieder schön aufpoliert. Die Maske ist aus Holz des Bodhibaums geschnitzt. Der Baum steht im Buddhismus als Symbol für Buddha, da dieser unter einem solchen Baum sitzend zur Erleuchtung fand. Die Maske ist mit Yak-Haar, Yak-Zähnen, Kupferstreifen und zwei großen Schafhörnern besetzt. Die runden Scheiben sind ebenfalls aus Horn gearbeitet. Solche Schamanen-Masken sind generell relativ selten und stets einzigartig in ihrer Erscheinung. Soweit ich weiß, gibt es keine zwei Masken, die sich ähneln.

Beim zweiten Objekt handelt es sich um einen Halbschädel auf Ständer. Das Präparat hat einen akkuraten Sagittalschnitt und dürfte schätzungsweise um die 100 Jahre alt sein.

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Android 6 Update ist schon da

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Mein Nexus 5 hat gestern Abend schon das Android-6-Update erhalten. Seit ich auf ein Nexus umgestiegen bin, ist das mit den Updates wirklich ein Segen. Aufgrund der unsäglichen Update-Situation bei den meisten Herstellern und dem Problem der zunehmend auftauchenden Bugs und Sicherheitslücken in Android, kann man zurzeit eigentlich nur Nexus-Geräte wirklich empfehlen. Damit hat man mindestens 2 Jahre garantierte Updates, und die umgehend und nicht erst nach Monaten, wie bei anderen Herstellern. Ich mag Android, aber die Gerätefragmentierung ist und bleibt ein Desaster.

Nachtrag:

Nachdem ich Android 6 nun einige Tage nutze, kann ich ein vorläufiges Fazit ziehen. Das Update lohnt sich. Anders als bei dem Update-Debakel von 4.4 auf 5.0, das mir erhebliche Schwierigkeiten mit dem Nexus eingebracht hat (u.a. ständiger Verlust des Netzempfangs), kommt es bei Android 6 zu keinerlei Problemen.

Optisch hat sich so gut wie nichts verändert. Technisch schon. Hervorzuheben ist die neue Rechteverwaltung, die es erlaubt, jeder App spezifische Rechte zuzuweisen oder zu entziehen. Das Auffälligste aber sind die erhöhte Akkulaufzeit, speziell im Standby, aber auch während der Nutzung, und eine allgemeine Steigerung der Geschwindigkeit. Alles läuft zügiger und flüssiger.

Mansion – Altar Sermon

Mansion aus Finnland kann man im weitesten Sinne als Occult-Rock mit starkem Doom-Einschlag bezeichnen. Dieses Genre hat in den letzten Jahren unzählige neue Bands hervorgebracht. Mansion gehören zu denjenigen Bands, die in Sachen Atmosphäre und Originalität überzeugen. Im Gegensatz zu anderen Bands in diesem Bereich, verzichten Mansion darauf, zu sehr retro zu sein.

Mein erster Kontakt mit der Band war vor zwei Jahren das Video zu Slumber Sermon. Die gruselige Nummer hat mich umgehauen. Nun steht eine neue 2-Track-EP an, und dazu wurde das Video Altar Sermon veröffentlicht. Dieses verbreitet wiederum eine ganz eigene, unheimliche Stimmung, die perfekt zu dem getragenen Sound der Band passt.

Neu in meiner Sammlung

Diese zwei schönen Objekte der Pende aus dem Kongo stehen nun bei mir.

Dies ist eine Mbangu-Maske, die ungewöhnlicherweise mit zwei Gesichtern dargestellt ist, und der eine – wiederum zweigesichtige – Figur auf dem Kopf sitzt. Mbangu symbolisiert den Dualismus von Krankheit und Gesundheit. Die mit Kaolin gefärbte weiße Seite ist die gesunde Seite, während die dunkle Seite die kranke Seite darstellt. Der Effekt der Widersprüchlichkeit wird in diesem Fall durch die Zweigesichtigkeit noch verstärkt.

Die zwei Münder stehen fast vertikal. Der linke Mund hat keine sichtbaren Zähne, während der rechte Mund die für die Pende typischen angespitzen Zähne zeigt. Der Maskenteil weist Attribute auf, die die Pende mit Männlichkeit assozieren (bauchige Stirn, ausgeprägte Wangenkochen und vorspringende Augen), gleichzeitig erscheint das Gesicht feminisiert, speziell beim Anblick von der Seite.

Die Figur auf dem Maskenteil besitzt den eindeutig männlichen dicken Bauch und einen kleinen Buckel auf dem Rücken. Beim Mbangu-Tanz trägt der Maskenträger einen Buckel, in dem ein Pfeil steckt. Dies verweist auf den Volksglauben, dass Krankheit und Verderben von Zauberern und Hexen ausgeht, die ihre unsichtbaren Pfeile auf die Opfer schießen. Die Figur besitzt einen eingewickelten Arm (gebrochen?), einen Lendenschurz aus Stoff und ein Medizinhorn.

Es ist öfter zu lesen, dass Mbangu-Masken bei einem Heilungsritual eingesetzt werden. Die moderne Forschung geht allerdings eher davon aus, dass es sich bei Mbangu um eine Art Warnung für alle Gesunden handelt, nicht überheblich gegenüber denen zu sein, die von Krankheit und Pein geplagt sind. Denn das Übel kann jeden treffen, wie der Blitz – oder in diesem Fall: der Pfeil – aus heiterem Himmel.

Die gesamte Maske ist ca. 50 cm hoch und aus einem Stück geschnitzt.

Das zweite Objekt ist eine Statue, die alle typischen Mbangu-Charakteristiken aufweist. Die Figur ist klassisch eingesichtig und aufgrund der Brüste eindeutig als weiblich zu identifizieren. Der Gesundheit-Krankheit-Dualismus verläuft in diagonaler Form über den gesamten Körper. Im Vergleich mit der Maske, sind bei der Figur krankhafte Symptome in hohem Detailgrad herausgearbeitet und grafisch dargestellt.

Das „kranke“ Auge ist verdickt, der verzerrte Mund zieht sich bis zur Schulter hinunter, am Hals und der Hüfte sind riesige Auswüchse zu sehen (Beulenpest?), die rechte Brust ist verkümmert und das Bein weist eine große rohe Wunde auf, deren Schwere durch das unbehandelte Holz an dieser Stelle sehr eindringlich zu Geltung kommt. Die Figur ist mit Seil und Lendenschurz aus Raffia bekleidet.

Die Größe beträgt ca. 60 cm. Ein schönes wie interessantes Stück.

DoomRL

doomrlNach längerer Pause spiele ich wieder DoomRL und der verführerische Sog des Versuchens und Scheiterns in den dunklen Gängen ist sofort wieder spürbar. Das Spiel ist ein brillantes Beispiel dafür, wie man ein Actionspiel in ein komplexes Stategiespiel transformiert. DoomRL ist die Roguelike-Variante des First-Person-Shooter-Klassikers Doom. Roguelike steht für rundenbasierte Strategie, Permadeath und prozedural generierte Level. Der atemlosen Action des Originalspiels weicht nervenzehrende Spannung.

DoomRL übernimmt Grundlegendes aus dem Originalspiel, dazu gehören die Gegner, die Ausrüstungsgegenstände und die Waffen – von der Kettensäge bis zum BFG 9000 ist alles da. Neuerungen, die DoomRL einbringt, sind unter anderem so genannte Modpacks, mit denen sich in Kombination Waffen und Rüstungen aufmotzen lassen. So wird beispielsweise aus einem normalen Armor ein Nanofibre Armor, der stets seine volle Absorbationskraft beibehält, oder aus einer normalen Shotgun wird eine Tactical Shotgun, die nach einem Schuss, die nächste Patrone automatisch in den Lauf befördert.

Ein Roguelike ist kein Roguelike, wenn der Spieler keine Erfahrungspunkte sammeln kann. Diese gibt es auch in DoomRL. Das Erreichen einer neuen Erfahrungsstufe gibt dem Spieler die Wahl zwischen verschiedenen Traits, also Eigenschaften, die das Spielgeschehen maßgeblich beinflussen können. Bei Spielstart hat der Spieler die Auswahl zwischen drei verschiedenen Charakterklassen – Marine, Scout und Technician – sowie fünf verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Bereits die leichteste Stufe namens I’m too young to die ist eine Herausforderung.

DoomRL ist eines der Roguelikes, in die man relativ einfach einsteigen kann, die aber dennoch schwierig zu meistern sind. Für Anfänger lohnt sich auf jeden Fall ein Blick in das Wiki, das nicht nur detailierte Informationen enthält, sondern auch wichtige Tipps für den Einstieg (z. B. alternative Feuermodi, Waffen zum schnellen Wechseln in der zweiten Hand halten, Speziallevel, Modpack-Kombinationen, usw.).

Der Entwickler des Spiels arbeitet zurzeit übrigens am Nachfolger: Jupiter Hell. Dieses wird sich vom Doom-Kosmos lösen, aber viele Details aus DoomRL (und AliensRL) übernehmen. Ich bin zuversichtlich, dass Jupiter Hell ganz neue Akzente setzen wird im Bereich der Roguelikes.

Quentin Tarantino nutzt noch VHS-Kassetten

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In einem Interview im Buch I Lost it at The Video Store, gesteht Tarantino, dass er immer noch Filme aus dem Fernsehen auf VHS aufnimmt. Von Streaming und digitalen Aufzeichnungen hält er demnach gar nichts.

Auf der anderen Seite steht Darren Aronofsky, der Netflix und co. gegenüber aufgeschlossen ist, und für seinen Film Noah gar einen Sound-Mix speziell für iPhone und iPad angefertigt hat. Für Tarantino ist dies verständlicherweise „das Deprimierendste, was er je gehört hat“.

VHS-Tapes aus Sentimentalitätsgründen und eventuell wegen der Cover zu sammeln, ist eine Sache, aber aus dem Fernsehen auf VHS aufzuzeichnen, ist doch eine Qual. Zuletzt ist da auch noch die limitierte Qualität von VHS. Ich bin jedenfalls froh, dass VHS Geschichte ist. Ich habe ich mich schon vor ungefähr 12 Jahren von allen meinen VHS-Kassetten getrennt.