Archiv für den Monat April 2015

Fogh Depot

Denovali Records sorgt bei mir mal wieder für Begeisterung. Denovali versteht es, wie kaum ein anderes Label, stets neue innovative Bands zu entdecken und zu fördern. Neuster Auslöser der Euphorie: Fogh Depot. Das ist trippiger Darkjazz, der zwischen knarziger Elektronik und kühnen Bebop-Arrangements hin- und herfließt. Gute alte Jazz-Kunst trifft auf experimentelle Moderne. Es dürfte sich außerdem um die einzige Band handeln, die dem Bitcoin-Mining einen Song gewidmet hat.

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Neu im Regal

insektenführer

Ich habe mir endlich mal gute Spinnen- und Insektenführer zugelegt, beide aus dem Kosmos-Verlag. Der Spinnenführer enthält 400 Arten aus dem europäischen Raum. Zusätzlich gibt es noch ein Kapitel über Tausendfüßer (Myriapoda). Hilfreich sind auch die dargestellten Blattschäden im Milbenkapitel (Acari). Danach lassen sich Schädlinge sehr gut erkennen.

Bei über 30000 Insektenarten, die es allein in Deutschland gibt, ist es kaum möglich, alle Arten in einem Buch zu erfassen. Der Insektenführer beschränkt sich daher auf eine Auswahl von Insekten aus Deutschland und teilweise aus dem Mittelmeergebiet. Viele Insektenarten ähneln sich ohnehin so sehr, dass man sie allein äußerlich nicht unterscheiden kann.

Beide Bücher stammen vom Zoologen Heiko Bellman und sind in dieser oder ähnlicher Form bereits seit Jahrzehnten auf dem Markt und wurden kontinuierlich erweitert und überarbeitet. Die Bücher besitzen sehr schöne detaillierte Fotos und klare Texte zu Kennzeichen, Vorkommen, Lebensweise und Wissenswertem. Mit den enthaltenen Übersichtsschemata und Farbcodes lassen sich Tiere sehr einfach einer Insekten- oder Spinnenordnung zuordnen und im Buch nachschlagen. Mit Preisen von 24,90 und 26,90€ sind diese Bücher nicht gerade billig. Angesichts der Qualität und dem Wissen, das hier hinein geflossen ist, ist der Preis aber durchaus angemessen.

Von Bellmann sind außerdem im Kosmos-Verlag erschienen Führer für Libellen, Schmetterlinge, Heuschrecken und Bienen/Wespen/Ameisen. Diese Arten werden in den Einzelbüchern nochmals umfassender behandelt, als im Insektenführer.

VU+ SOLO², Fire TV, Amazon Instant Video, Netflix

solo2

Als erste Maßnahme auf dem Weg zur neuen Heimkino-Einrichtung habe ich mir einen neuen Sat-Receiver und Mediaplayer sowie eine Fire-TV-Box zugelegt. Daher hier ein paar Eindrücke dazu sowie zu Amazon Prime Instant Video und Netflix.

Im Falle des Receivers ist die Wahl auf die VU+ SOLO² gefallen. Die SOLO² kann alles, was für mich wichtig ist. Problemloser Empfang der Satelliten Astra 19,2°, 28,2° und Hotbird 13,0°, komfortable Sendereditierung am PC, Filmdateien direkt vom Netzwerkspeicher abspielen und Internet-Inhalte darstellen. Zusätzlich kann ich das Fernsehprogramm auf den PC oder Smartphone/Tablet streamen, über Transcoding sogar außerhalb des heimischen Netzwerks, und natürlich auch das Fernsehprogramm auf interne Festplatte oder externe Medien aufnehmen.

Die SOLO² ist dabei mit einem 1300-MHz-Prozessor und 1 GB RAM verdammt schnell. Zuvor hatte ich einen Billig-Receiver von Xoro, gar kein Vergleich. Die Fernbedienung ist kein Design-Highlight, aber gut nutzbar. Zudem übernimmt sie auch die Bedienung des Fernsehgeräts. Es gibt aber auch ein potentielles Problem für Besitzer von Plasma- und älteren LCD-Geräten. Die Strahlung dieser Geräte kann den Infrarotempfänger in der SOLO² stören. In meinem Fall hat die Fernbedienung komplett den Dienst verweigert, solange der Receiver im Umkreis von zwei Metern des Fernsehers stand. Abhilfe: Receiver aufschreiben und den Infrarotempfänger mit einer doppelt gefalteten Antistatikfolie abkleben. Danach funktioniert die Fernbedienung, als hätte es nie ein Problem gegeben. Dennoch ärgerlich, dass man sich bei einem 270-Euro-Receiver mit einem solchen Problem rumärgern muss.

Wer zum ersten Mal einen Linux-basierten (Enigma2) Receiver nutzt, der muss sich zwangsläufig ein wenig einlesen. So eine VU+ ist nicht gerade ein Gerät, das man aus dem Karton nimmt, anschließt und damit loslegt. Schon für die Konfiguration der zwei Tuner sollte man mal ins Handbuch schauen. Hat man sich aber erst mal eingelesen, funktioniert das alles gut und zuverlässig. Das Schöne an einem solchen Receiver, ist das offene System. Neben dem schon ziemlich guten Original-Image lassen sich Community-Images wie VTi, Black Hole, OpenATV, usw. installieren. Ich habe bisher allerdings noch keinen guten Grund dafür entdeckt, da das Original-Image im Prinzip schon alles bietet und über Plugins erweitert werden kann.

Neben einem guten Receiver/Mediaplayer brauche ich auch Zugriff auf Netflix und Amazon Prime Instant Video. Leider sind die ganzen Streaming-Dienste inkompatibel mit der VU+. Als Alternative kommt hier eine Amazon Fire TV zum Einsatz. Fire TV ist eine kleine Box, schön schnell und mit guter Fernbedienung, die eine komfortable Spracherkennung bietet (diese allerdings nur für Amazon-Content). Fire TV ist leider nicht ganz so offen, wie man sich das wünschen würde. Über Sideloading lassen sich allerdings prinzipiell alle möglichen Programme installieren, inklusive Kodi/XBMC, womit Fire TV zum kompletten Mediaplayer wird.

Prime Instant Video und Netflix habe ich in erster Linie wegen dem Eigen-Content der Anbieter. Amazon Prime ist ziemlich günstig und beinhaltet ja neben dem Videoangebot auch den Premiumversand und ein paar andere Features. Das Videoangebot über Prime ist okay, aber für jemanden, der überhaupt keine synchronisierten Filme schaut, ist das O-Ton-Angebot etwas enttäuschend. Ich hoffe, das wird ausgebaut. Immerhin steht für die Amazon-eigenen Serien stets der O-Ton zur Verfügung, was die Hauptsache ist.

Netflix bietet grundsätzlich immer mehrere Sprach- und Untertitel-Versionen an. Anders als bei Amazon, wo verschiedene Sprachfassungen als separate Filmversionen auftauchen, lassen sich bei Netflix die Sprachen direkt umschalten während der Film läuft. Sehr praktisch. Das breitgefächerte Angebot von Netflix gefällt mir ziemlich gut. Aber im Vergleich zum US-Netflix darf hier auch noch gerne etwas nachgelegt werden. Besonders schade, dass manches, wie zum Beispiel House of Cards, nur mit Verspätung hier erscheint, weil es zunächst auf Sky läuft. Negativ ist auch, dass einige Blockbuster offenbar nur in Stereo vorliegen.

Technisch und qualitativ nehmen sich beide Dienste nicht viel. Sowohl Netflix als auch Amazon streamen in 1080p und das kann sich sehen lassen. Das Bild sieht sogar besser aus als bei vielen HD-TV-Sendern. Verbindungsprobleme sind mir noch nicht begegnet, allerdings fängt mein Fernsehtag auch nicht vor 22 oder 23 Uhr an.

Insgesamt bin ich mit diesem Setup aus VU+ SOLO², Fire TV, Amazon Instant Video und Netflix sehr zufrieden. Als nächstes steht erst mal der Innenausbau des Heimkinos an, sprich Wand- und Deckenverkleidung.

Aus dem Comic Lazarus wird eine TV-Serie

Lazarus #4 Panel

Gute Neuigkeiten: Aus der Comic-Serie Lazarus, von Greg Rucka und Michael Lark, wird eine Fernsehserie. Seit knapp zwei Jahren begeistert mich der Comic, mittlerweile bei Ausgabe 16 angekommen. Lazarus spielt einige Jahrzehnte in der Zukunft, nachdem eine große Finanzkrise die Welt erschütterte und alle Staatsformen hat zusammenbrechen lassen. Landesgrenzen und Regierungen gelten nichts mehr. Stattdessen wird diese postapokalyptische Welt von superreichen Familien-Clans beherrscht, die eine strikte Klassenkultur etabliert haben.

Jede der Familien besitzt einen so genannten Lazarus, einen genetisch veränderten Menschen, ausgestattet mit besonderer Stärke, Intelligenz und Loyalität gegenüber seiner Familie. Die Lazarusse haben die Befehlsgewalt über Sicherheitsdienste und Militär, und fungieren sowohl als Vermittler in politischen Verhandlungen als  auch als Geheimwaffe in millitärischen Missionen. Die Hauptfigur ist Forever Carlyle, die als Lazarus der Carlyle-Familie im Laufe des Comics ihren Platz innerhalb der Famile und der Welt in Frage stellt.

Die Geschichte bietet viel Action, aber auch politische Verstrickungen und familiäre Verschwörungen. Inhaltlich wird eine ganze Reihe von Themen präsentiert: Ethik und Moral, Sozialkritik, Verrat, Liebe, Selbstfindung. Großes Drama.

Ich bin gespannt, wie das alles im Fernsehen umgesetzt wird. Und vor allem: wer wird Forever Carlyle spielen? Eine der Comicvorlage entsprechende Schauspielerin, groß und muskulös, in skinny Hollwood zu finden, dürfte nicht ganz einfach sein.