Alle Schimanski-Filme auf Amazon Prime

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Auf Amazon Prime sind seit vorgestern alle 17 Filme der Schimanski-Reihe, die zwischen 1997 und 2013 entstanden ist, verfügbar. Ich hätte direkt Lust, die noch mal komplett durchzuschauen, denn da waren einige richtig gute Filme dabei. Außerdem ist Schimanski immer sehenswert. Aber 17 mal 90 Minuten ist viel Stoff. Und ich habe noch so viele andere Filme auf dem Zettel. Ja, ja, die Qual des digitalen Übermaßes. Die Zeiten sind hart.

Everybody’s Going To Die

Das Wochende kann man kaum besser einläuten, als mit einem neuen Album von Church of the Cosmic Skull. Die Brüder und Schwestern der kosmischen Schädelkirche kredenzen zum dritten Mal einen himmlisch-höllischen Reigen aus wundervollen  Gesangsharmonien, pointierten Gitarrensoli und explosivem Hammond-Georgel, der sofort in die Birne geht. Und in die Beine. Der Fuß muss wippen. Die ganze theatralische Großkunst erinnert nicht von ungefähr an 70er Helden des Prog-Rock und Pop. Queen, Fleetwood Mac, Thin Lizzy, ELO und vielleicht sogar Abba sagen hallo.

Die Band selbst bezeichnet sich als spirituelle Organisation. Ob das erst gemeint ist oder augenzwinkernd, man weiß es nicht. Die Botschaft kann jedenfalls runtergebrochen werden auf: Lass dir nichts vom Pferd erzählen und lass dir keine Steine in den Weg legen. Feiere das Leben und die Liebe, denn der Tod wartet schon an der nächsten Ecke. Und bevor es soweit ist, lasst uns alle noch mal zusammenkommen.

Da ist stehts dieses Wechselspiel zwischen erhebenden Momenten und dem dräuenden Ende. Aber nicht fatalistisch, sondern im Sinne der Akzeptanz. Das klingt ein wenig nach thelemischer Lehre mit einer Priese aufklärerischen Anspruchs. In diesem Sinne: Everybody’s going to die.

Wer bist du? Die Antwort wird dich entsetzen

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Fun Fact. Der italienische Horrorstreifen Chi sei?, ein kruder Mix aus The Exorcist und Rosemary’s Baby, lief 1975 in den deutschen Kinos unter dem (korrekt übersetzten) Titel Wer bist du? Kurioserweise wurde der Film mit einem Slogan versehen, der frappierend an heutige Clickbait-Links erinnert: Die Antwort wird Dich entsetzen. Oben sieht man das deutsche Kinoposter.

Später auf VHS stand der Film unter dem reißerischen Titel Vom Satan gezeugt in den Videotheken.

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Einige Jahre danach wärmte die DVD-Veröffentlichung den alten Clickbait-Titel wieder auf, hielt aber auch am plakativen Satan fest. Da ist ein bischen zu viel „Entsetzen“ auf dem Cover.

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Zu allen Überfluss erschien die gleiche DVD später nochmals unter den englischen Titeln Beyond the Door und The Devil within her. Soviel zum Titel-Wahnsinn.

Ebenfalls erwähnenswert ist die deutsche Synchronisation dieses Films, die sich, wie üblich für die 70er Jahre, kaum am Original orientiert. Sprüche wie„Eins sage ich dir. Wenn ich groß bin, gehe ich ran wie eine Hafennutte!“ werden hier einem 10-jährigen Mädchen in den Mund gelegt.

Im folgenden Video hat jemand ein paar Kracher dieser Güte gesammelt:

Thomas Danneberg, unverkennbar, spricht den Vater und der kleine Ken wird von Oliver Rohrbeck gesprochen, der hier fast schon so klingt, wie ein paar Jahre später als Justus  Jonas in Die drei ???. Wer seine Schwester spricht ist leider nicht bekannt. Es würde mich schon interessieren, wen man mit diesem Job betraut belästigt hat.

An dieser Stelle bin ich zwiegespalten. Auf der einen Seite halte ich grundsätzlich nicht viel von Synchronisationen, aber wie man an diesem Beispiel schön sieht, erhalten maue Filme durch die gute alte deutsche Witz-Synchro definitiv einen zusätzlichen Unterhaltungswert.

Äußerst hörenswert, und das ganz ironiefrei, ist der coole Jazz-Funk-Soundtrack von Franco Micalizzi. Fast zu gut für diesen Film. Aber das ist ja keine Seltenheit im italienischen Genrekino.

 

Obsession und die 80er Jahre Retrowelle

Das Video zum Song Obsession der amerikanischen Indie-Band Joywave zaubert mir durchgängig ein Grinsen ins Gesicht. Die Band – oder die Produzenten; ich bin mir nicht ganz sicher, wer wieviel Anteil an dem Video und der Idee besitzt – hat für das 3-minütige Video sage und schreibe 64 verschiedene von B-Filmen aus den 1980er Jahren inspirierte Titel und Titelszenen kreiert. Manche blitzen nur für einen kurzen Moment auf, andere dauern mehrere Sekunden. Man muss auf jeden Fall genau hinsehen.

Bei einigen Titeln ist die Quelle offensichtlich (z.B. Red Puma <=> Red Sonja), bei anderen weniger. Mitunter greifen die Titel auch nur die gängigen Klischees auf. Gerade im B-Film waren viele Filme, Titel und Themen ja völlig austauschbar. Dem Video gelingt es jedenfalls sehr gut, den typischen 80er Film-Vibe über diese in kurzer Frequenz abgefeuerten collageähnlichen Vignetten zu transportieren. Und – das muss auch gesagt werden – der Song ist eine richtig geschmeidige Nummer, die klanglich sehr gut in die Ära passt. Um das Konzept letztlich perfekt zu machen, wurde das komplette Video auf gutem alten Kodak-Filmmaterial gedreht.

Zur Übersicht hier alle 64 Filmtitel aus dem Video.

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Gedanken zur 80er Retrowelle

Im Folgenden geht es nicht darum, dass immer noch viele Menschen gerne ihre Musik aus den 80ern hören oder dass Thomas Gottschalk regelmäßig eine Retroshow mit den immer gleichen Nasen im Fernsehen moderiert. Es geht auch nicht um Filme oder Musik, die irgendwie etwas aus den 80ern zitieren, covern oder remaken, denn das gab es schon immer. Ich rede von einer nostalgisch geprägten Retrowelle, deren vagen Ausgangspunkt ich 2011 am Film Super 8 von J.J. Abrams festzumachen glaube. Super 8 war der erste Film, der dieses wohlige Nostalgiegefühl weckte und den Zuschauer an 80er Jahre Filmklassiker wie Stand by me und The Goonies erinnerte. Im gleichen Jahr erschien der inhaltlich völlig gegensätzliche Drive von Nicolas Winding Refn, der, obwohl in der Gegenwart spielend, vom Design über den Stil bis insbesondere hin zum Soundtrack knallige 80er Jahre Atmosphäre verströmte.

Kurz darauf traten verstärkt Synthwave-Bands in Erscheinung – ich wage zu behaupten, das kann kein Zufall sein – die den alten Helden aus den 80ern nacheiferten, aber auch neue Akzente setzten und so ziemlich schnell populär wurden. Das dürfte auch dem Fakt geschuldet gewesen sein, dass diese Bands nicht einfach wie die 80er Jahre Hitparade klangen, sondern mit dem Einfluss von Film- und Videospielsoundtracks auch ein gewisses Nerdtum bedienten. So bin auch ich auf Bands wie Gunship, Carpenter Brut (alleine dieser Name!) und Power Glove aufmerksam geworden.

Filmisch wird es nun interessant. 2015 erschien der furiose Kurzfilm Kungfury, der bis heute über 30 Millionen Aufrufe auf Youtube hat. Das dazugehörige Musikvideo von David Hasselhoff kommt gar auf 40 Millionen. Man könnte an dieser Stelle auch Turbo Kid nennen. Der passt zeitlich gut hier hin und scheint irgendwie auch ein Teil dieser Retrowelle zu sein, aber die Steinbruch-Optik und die übertriebenen Splatter-Effekte fallen aus der Reihe und erinnern mich eher an japanische Filme der 2000er (sowas wie Machine Girl und Tokyo Gore Police kommt mir in den Sinn).

Ende 2015 veröffentlichte Amazon die wundervolle Serie Red Oaks, die wie eine perfekte Mischung aus Breakfast Club und American Pie anmutet. Auch spielt hier der Soundtrack eine große Rolle. Statt der ganz bekannten Nummern, werden hier überwiegend Songs gespielt, die man zwar irgendwie kennt, aber oft nicht direkt zuordnen kann. Dazu mischen sich neue Retrosongs, die sich nahtlos in den musikalischen Strom einfügen und so zumindest bei mir ständig zur Frage führten, ob das nun ein echter 80er Song oder doch was Neues ist, was da gerade im Hintergrund läuft.

Im folgenden Jahr ließ schließlich Stranger Things die Welle endgültig bis in den Mainstream schwappen. Hierzu gibt es wenig zu sagen. Der Erfolg und der darauffolgende Trend spricht für sich. Plötzlich sah ich Neonlicht und hörte Synthieklänge überall. Serien, Filme, Musikvideos, Werbung, Comics. Irgendwie schien jeder vom Stranger-Things-Hype profitieren zu wollen.

Zwei Jahre später kam Blade Runner 2049 ins Kino. Die Fortsetzung zu einem, wenn nicht dem ikonischsten Neonlichtfilm der 80er Jahre. Und seltsamerweise wurde der Film mit dem Erwerb der Filmrechte bereits 2011 angekündigt, in dem Jahr also als Super 8 rauskam.

Die Retrowelle erlangte schließlich mit Ready Player One einen meines Erachtens exzessiven Höhepunkt. Dieser Film ist die Kulmination und Akkumulation aller popkulturellen Referenzen der 80er Jahre. Der Roman, auf dem der Film basiert, wurde, welch Überraschung, im Jahr 2011 veröffentlicht.

Die Frage ist, wie lange wird der Trend anhalten? Wird die Kreativität über das banale Nacheifern siegen? Mitunter sehe ich bereits 80er Referenzen, die unpassend und anbiederend wirken. Aber noch bin ich offen für mehr Retro, so lange sehenswerte Produktionen erscheinen wie beispielsweise Summer of 84 (vom Regisseur von Turbo Kid) oder Obsession von Joywave.

eighty° #2 kostenfrei abzugeben

Im Februar hatte ich die 1. Ausgabe des neuen Teemagazins eighty° vorgestellt. Mit etwas Verspätung ist mittlerweile die 2. Ausgabe erschienen. Mir wurden versehentlich zwei Hefte geliefert, so dass ich nun nach Rücksprache mit dem Herausgeber mein überflüssiges Exemplar an einen interessierten Leser abgeben kann. Wer das Heft haben möchte, kontaktiert mich bitte kurz. Ich schicke es dem- oder derjenigen natürlich kostenfrei zu. Es gilt: wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Zum Inhalt.

Hauptthema is diesmal Japan und seine Tees, ergänzt durch Artikel über Südafrika (Roiboos), Portugal (ja, es gibt Teeplantagen in Portugal!) und Brasilien. Außerdem hat Don Mei von Mei Leaf einen schönen Artikel zum Thema Gong-Fu-Brewing geschrieben, in dem er das Aufgießen des Tees mit dem Dirigieren eines Orchesters vergleicht. Wie schon Ausgabe 1, ist auch die 2. Ausgabe mit tollen Fotos und Illustrationen bebildert.

Zwischenmahlzeit

In letzter Zeit finde ich zunehmend Gefallen an Buchweizenmehl. Mittlerweile backe ich nicht nur gerne Pfannkuchen damit, sondern habe auch Blinis für mich entdeckt.

Rezepte für die Zubereitung gibt es viele. Wichtig ist für mich, dass reines Buchweizenmehl verwendet wird, was der traditionellen Zubereitungsart entspricht. Viele Rezepte, die man im Netz findet, basieren leider auf Weizenmehl mit klitzekleinem Buchweizenmehlanteil und enthalten meist auch noch übertrieben viel Zucker. Ja, reine Buchweizenblinis sind relativ herb, aber dass muss so sein.

Ein für meinen Geschmack recht gutes Rezept ist auf der Packung des Buchweizenmehls von Biozentrale aufgedruckt. Wenn man die Blinis belegen oder bestreichen will, man kann sie auch sehr gut ohne alles schnabulieren, würde ich sogar empfehlen, den Zucker ganz wegzulassen. Bei einer deftigen Variante mit Lachs oder Käse stört er und bei einer süßen Variante mit Marmelade oder Sirup ist er nicht nötig. Den Extraschritt mit dem Eischnee spare ich mir meistens auch. Durch die Hefe wird der Blini auch so schon schön locker fluffig.