Archiv für den Monat Februar 2015

Sammelmagazin: Insekten & Echte Krabbeltiere der Welt

Aktuell gibt es im Zeitschriftenhandel das Magazin Insekten & Echte Krabbeltiere der Welt, dem  jeder Ausgabe ein in Acryl gegossener Gliederfüßer beiliegt. Vor einigen Jahren gab es diese Sammlung schon einmal unter dem Titel „Mini-Biester“. Da die Sammlung damals an mir vorbeigegangen ist, habe ich nun die von National Geographic unterstützte Neuauflage abonniert. Hier ein kleiner Check der ersten soeben angekommenen Ausgabe.

lebendeinsekten1Inhalt der ersten Ausgabe ist ein „goldener China-Skorpion“ (Mesobuthus martensii). Die Sendung, die im stabilen Karton geliefert wird, besteht aus dem 16-seitigen Heft, einer Werbebrochüre zur Sammlung, einem Insektenposter speziell für Abonnenten und dem Acrylblock mit dem Skorpion.

Das Heft richtet sich eher an jüngere Leser, hat aber durchaus einen wissenschaftlichen Anspruch. Informationen über Körperbau, Lebensweise und Lebensraum werden vermittelt. Gut gefallen mir die Illustrationen zum Körperbau. Die Werbebrochüre gibt einen groben Überblick über die Sammlung und welche Tiere in den zukünftigen Ausgaben erscheinen. Das Poster ist für mich eher nebensächlich. Es zeigt eine in Jäger und Gejagte unterteilte Ansammlung von anscheinend zufällig ausgewählten Arten. Ich glaube nicht, dass ich mir das irgendwo hinhängen werde.

Der Acrylblock selbst ist von hoher Qualität. Das Tier ist in einem makellosen Zustand und der Acrylguss ist professionell durchgeführt. Luft- oder Fremdeinschlüsse sind hier nicht zu finden. Schaut man von der Seite auf den Block lässt sich ganz schwach der dreischichtige Aufbau erahnen. Bei der Präparation wird zunächst eine flache Grundschicht Gießharz in die Form gegossen und trocknen gelassen. Auf diese Grundschicht wird das tote Tier gesetzt, entsprechend ausgerichtet und mit einer weiteren Schicht Gießharz bedeckt. Ist diese trocken, kommt die letzte Schicht Harz als Abschluss darauf. Von oben und unten betrachtet ergibt sich dadurch ein völlig homogener und transparenter Block, mit einem in beiden Achsen schön mittig platziertem Tier. Haltbar für die Ewigkeit.

lebendeinsekten2Solche Sammelmagazine haben häufig einen Ruch von „viel Krempel für viel Geld“. Das lässt sich im Fall der Insektensammlung nicht sagen. Im Abo kostet die erste Ausgabe 1,99€, ein Schnäppchen. Die weiteren Ausgaben schlagen mit 8,99€ zu Buche, was zwar kein Schnäppchen mehr ist, für das Gebotene aber durchaus angemessen. Zum Lieferumfang der späteren Ausgaben gehören Präsentationskästen für alle Blöcke. Abonnenten erhalten außerdem noch eine „Riesen-Vogelspinne“, ein Mikroskop (von dem wahrscheinlich nicht viel zu erwarten ist) und für eine 1€-Zuzahlung vier Sets mit präparierten Objektträgern.

Die komplette Sammlung besteht aus 85 Ausgaben. Das macht eine Gesamtsumme von 766€. Kein Pappenstiel. Aber meiner Recherche nach könnte man sich eine solche große und vor allem eine solche diverse Sammlung mit diesen 85 höchst unterschiedlichen Tieren gar nicht so einfach einzeln von irgendwo zusammenkaufen.

Kurzum: ausgehend von der ersten Ausgabe, kann ich diese Insektensammlung jedem Interessierten nur empfehlen. Eine ethische oder tierschutzrelevante Rechtfertigung spare ich mir an dieser Stelle, denn dazu gibt es schon andere gute Artikel.

Update

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Mittlerweile habe ich die ersten 7 Ausgaben sowie die ersten beiden Sammelkästen. Die Sammelkästen sind optisch durchaus ansprechend und somit gut zur Präsentation geeignet. Auf dem obigen Foto lassen sich die zwei unterschiedlichen Größen der Acrylblöcke erkennen, die die Sammlung enthält. Links ~7 x 4 cm und rechts ~11 x 4,5 cm. Die Präsentationsboxen für beide Größen haben die gleichen Maße.

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Film: Everly (2014)

everly_titlescreenEverly ist ein Genrefilm, den man am ehsten so umschreiben kann: Rächende Frau, spärlich bekleidet, schießt alles zu Klump. Die Story passt auf einen Bierdeckel: Everly, gespielt von Salma Hayek, wird von dem fiesen Yakuza-Boss Taiko (niemand anderes als Hiroyuki Watanabe) in einer Wohnung als Sexgespielin gehalten. Um sie gefügig zu machen, bedroht er ihre kleine Tochter. Als Ausweg sieht Everly die Zusammenarbeit mit einem Polizisten, der Taiko zur Strecke bringen will. Doch die Sache geht schief und Taiko hetzt seine private Armee von Killern auf Everly. Glücklicherweise kann die toughe Everly in der Gangsterbude auf ein ganzes Waffenarsenal zurückgreifen. Payback time, motherfuckers.

Der Film startet mit viel Tamtam. Ein ganzes Zimmer voller Bösewichte wird umgepflügt und die Wände blutrot dekoriert. Bei einem solchen Film muss die Action stimmen. Die Shootouts und die Choreografie sind solide. Nichts, was man nicht schon woanders in ähnlicher Form gesehen hätte, aber durchaus unterhaltsam und gut umgesetzt. Wie viele Filme dieser Art, versucht auch Everly sich an dem bissigen und schwarzen Tarantino-Humor. Das gelingt nur teilweise. Herrlich absurd wird es, wenn Taiko ein Kopfgeld auf Everly aussetzt und auch die Prostituierten aus den Nebenzimmern Everly an den Kragen wollen. Der Auftritt von Togo Igawa als Taikos Cheffolterer in der Mitte des Films ist kurios und nimmt dem Film leider das Tempo. Dieser typische Sadist scheint auch lediglich den Haufen der Klischeefiguren zu komplettieren und bringt wenig in die Handlung ein.

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Neben der Action gibt es eine weitere Hauptattraktion: Salma Hayek. Der Film ist der zeitlos schönen Salma auf den kurvenreichen Leib geschneidert. Die Kamera klebt förmlich auf ihr. Salma leidet, Salma blutet, Salma schwitzt, Salma schält sich aus ihrem Negligé, Salma pustet sich eine Strähne aus dem Gesicht, Salma kickt ihre High-Heels zur Seite, Salma lädt die Waffen durch, Salma schießt, sticht und schlitzt die Körper auf. Die Inszenierung der Hauptfigur schwankt zwischen purem Voyeurismus und idealisierter, wenn auch geschundener, Heldengestalt. Also prinzipiell dem Genre entsprechend.

Schlecht in den Film integriert, quasi überflüssig, ist die Vergewaltigung von Everly. Ein typisches Element von Rachefilmen mit weiblicher Hauptfigur, ist, dass die Frau erst gebrochen werden muss, bevor sie über sich hinaus wachsen und die, meist männlichen, Peiniger zur Rechenschaft ziehen kann. Aber Everlys einziger Antrieb ist ihre kleine Tochter, was im Film mehr als deutlich wird. Damit hat die Vergewaltigung handlungstechnisch keinerlei Bedeutung und wird zur müden Reminiszenz an vergangene Zeiten des Rape-Revenge-Genres.

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Gut gefallen hat mir die „Kammerspielatmosphäre“. Der gesamte Film spielt sich in einem Apartment und dem dazugehörigen Flur ab. Hin und wieder fällt ein Blick in die Nebenzimmer durch Löcher in der Wand, Einschusslöcher natürlich, sowie auf den Monitor der Überwachungskamera, die die Lobby des Hauses filmt. Ordentliche und abwechslungsreiche Action in diesem begrenzten Raum zu inszenieren, das gelingt dem Film schon ziemlich gut. Dies ist auch der dynamischen, verspielten Kameraführung zu verdanken. Es gibt hier keine langen Einstellungen. Die Kamera ist ständig in Bewegung, zoomt, schwenkt und fährt, und schreckt auch nicht vor extremen Close-Ups und ungewöhnlichen Kamerawinkeln zurück.

Es wäre nun begrüßenswert, wenn Filme wie Everly sich nicht stets so offensichtlich auf Kill Bill und Die Hard berufen würden. Ja, Überaschung: Everly spielt zur Weihnachtszeit und die Schlachteplatte wird passend mit bekannten Weihnachtshits untermalt. Immerhin wurde davon abgesehen, Everly in einem gelben Trainingsanzug auftreten zu lassen.

Insgesamt ein (noch) sehenswerter völlig überdrehter Actionfilm mit viel Blut, Geballer, Gehaue und Gesteche, Schusswaffen, Granaten, Messern, Schwertern, Sadisten, Yakuza-Killern, Killerhunden, Killernutten, Polizeikommandos und, ja: Salma Hayek, die, wie könnte man es vergessen, auch früher schon Teil von wilden Krawallfilmen wie From dusk till Dawn und Desperado war. Der Unterschied: In Everly ist sie für das Blutvergießen ganz allein verantwortlich.

Was damals Direct-to-Video war, ist heute Direct-to-Internet. Seit einigen Wochen ist der Film über den US-iTunes-Store zu haben. Eine deutsche Veröffentlichung ist noch nicht angekündigt.

Screenshot-Galerie

Doku: X-Rated – The Greatest Adult Movies of All Time

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Combining scintillating film clips of the 32 greatest adult movies ever produced with in-depth interviews from the biggest stars in the industry, this erotic documentary is the definitive look at the art of carnal films. Hosted by Chanel Preston, with Jenna Jameson, Ron Jeremy, Marilyn Chambers, Christy Canyon, Jessica Drake, Georgina Spelvin and many more.

Eine neue Showtime-Dokumentation wirft einen Blick auf die 32 „besten Pornofilme aller Zeiten“. Erwartungsgemäß werden in dieser amerikanischen Doku ausschließlich amerikanische Filme erwähnt und europäische Werke außen vorgelassen. Damit ist das Versprechen „the definitive look at the art of carnal films“ zwar etwas übertrieben, aber einen sehenswerten Abriss des us-amerikanischen Adult-Films bietet die Doku auf jeden Fall.

Wie und von wem die 32 Filme ausgewählt wurden, ist unklar. Die Macher scheinen sich an Kultstatus, soziokultureller Wirkung, finanziellem Erfolg, Preisauszeichnungen und Meilensteinen wie besonders teuren oder besonders aufwändig inszenierten Filmen orientiert zu haben. Das Ganze reicht vom obligatorischen Deep Throat (1972) bis The Submission of Emma Marx (2013) und deckt so quasi 40 Jahre amerikanische Pornogeschichte ab.

Die Doku zeigt viele Ausschnitte aus den Filmen (ohne Hardcore-Szenen) und lässt Darsteller wie Regisseure und Produzenten zu Wort kommen. Das ist durchaus interessant, oft lustig und manchmal geradewegs kurios. Was weitestgehend fehlt, ist Kritik. Mit Ausnahme von Constance Money (spielt die Hauptfigur in The Opening of Misty Beethoven, 1976), die nichts Gutes über Radley Metzger zu berichten weiß und daher lieber schweigt, sowie Kylie Ireland, die Upload (2007) produziert hat und Hillary Scott geradewegs für eine miese Schauspielerin hält, bleibt doch alles eher im freundlichen Rahmen. Highlight: Georgina Spelvin (The Devil in Miss Jones, 1973), die heute eine nette alte Lady mit losem Mundwerk ist.

Alles in allem, genug, um eine Empfehlung auszusprechen. Wer die Möglichkeit hat, die Dokumentation zu sehen, nicht zögern. Über eine Veröffentlichung außerhalb des Showtime-Networks ist noch nichts bekannt.

Wer billig kauft, kauft doppelt

IMG_20150207_221816Da bewahrheitet sich mal wieder das Sprichwort. Tablethalter mit Schwanenhals gekauft, damit ich bequem auf dem Sofa lesen und surfen kann. Leider für ein Chinateil entschieden.

Die Schwachstelle ist der Metallguss-Fuß, mit dem der Halter am Tisch oder an einem anderen fixen Gegenstand festgeschraubt wird. Um das Teil richtig festzubekommen, muss man die Schraube ordentlich anziehen, wofür der Metallguss-Fuß aber nicht so richtig ausgelegt ist.

Mein nächster Halter wird wohl ein Gelenkarmstativ, das man an der Wand festdübelt.