Archiv der Kategorie: TV-Serien

Hard Case Crime – Comics!

Seit über 10 Jahren erscheinen unter dem Label Hard Case Crime Krimiromane von namhaften Autoren. Neue Geschichten im klassischen Hardboiled-Stil. Fans dieser Reihe und solche, die es werden wollen, können sich nun auch über Hard-Case-Crime-Comics freuen, die bei Titan Comics erscheinen. Autoren der Buchreihe liefern hierzu Geschichten, die noch nicht in Romanform erschienen sind.

Bisher sind drei inhaltlich und grafisch sehr unterschiedliche Serien veröffentlicht worden, die mir allesamt sehr gut gefallen:

1: Peepland

Spielt im Rotlichtmilieu von New York, 1986. Als der Times Square schmuddelig und jeder zweite Laden ein Pornokino oder Striplokal war. Leichen, Erpressung, Korruption.

2: The Assignment

Ein Profikiller wird entführt, betäubt und erwacht Monate später umoperiert als Frau. Zugegeben, das ist etwas weit hergeholt, aber wenn man sich darauf einlässt, irre gut.

3: Triggerman

Klassische Gangster-Ballade der 1930er Jahre. Ursprünglich von Walter Hill als Drehbuch verfasst, aber nie als Film realisiert.

Im Laufe des Jahres erscheinen drei weitere Serien: Quarry, Normandy Gold und Millenium: The Girl with the Dragon Tattoo. Besonders bin ich auf Quarry gespannt, denn die auf der Buchreihe basierende Fernsehserie hat mich letztes Jahr ziemlich begeistert.

 

 

Serien in Überbreite

Vor einigen Wochen habe ich auf den Tatort im Cinemascope-Format hingewiesen. Der kommende Schweiger-Tatort Off Duty, der im Februar im Kino laufen wird, ist ebenfalls im Format 2.35:1 gedreht, was für einen Kinofilm nicht ungewöhnlich ist.

Die Streamingdienste Netflix und Amazon allerdings, setzen auch bei ihren Serien vermehrt auf ein extrabreites Bildformat. Hier einige Beispiele:

Häufig taucht das Format 2,0:1 auf, das einen guten Kompromiss darstellt zwischen dem Standard-16:9 und dem Scope-Format 2,20:1 oder breiter. Genaugenommen ist es das mathematische Mittelmaß.

Der Kameramann Vittorio Storaro hatte dieses Format bereits 1998 als Idealformat für alle zukünftigen Film- und TV-Produktionen postuliert, um das Seherlebnis auf der Leinwand und dem Fernseher anzugleichen. Er entwickelte eigene Filmstreifen und eine Kameraapertur, und nannte das Ganze Univisium.  Außer ihm selbst hatte aber kein Filmemacher so richtig Lust auf diese Sache.

Heute, in der Zeit von digitalen Filmproduktionen und Streamingdiensten, und einem Kino, dessen Stellenwert innerhalb der Unterhaltungsbranche doch zumindest diskutiert wird, scheint dieses Format wieder attraktiv geworden zu sein. 2,0:1 erzeugt auf einem 16:9-Fernseher nicht zu hohe schwarze Balken, bietet aber im Vergleich zu 16:9-Produktionen mehr Breite für einen ausgefeilteren Bildaufbau.

Erwähnt werden muss auch die neue Netflix-Serie Master of None, die direkt im Kinoformat von 2,35:1 daherkommt. Das ist für eine Fernseh-/Streamingserie schon ungewöhnlich, aber für eine Comedyserie umso mehr. In der Tat sieht die Serie auch ganz fantastisch aus und wirkt technisch betrachtet sehr „kinohaft“.

Dazu gibt es einen Kommentar von Produzent Alan Yang auf reddit:

From the beginning, we wanted it to feel less like most of the single camera comedies that are out there and more like a loose, personal, realistic comedy from the 70’s. A big part of that was the look of the show […]

We pushed really hard for the anamorphic aspect ratio. We did a camera test where it was Aziz’s stand-in Danny looking through some papers. With the regular aspect ratio, it looked pretty boring. But then with the anamorphic ratio, we were like, „What’s Danny looking at? That shit looks interesting as hell!“

Demnach wollte man sich also unbedingt von dem Single-Camera-Look der üblichen Comedyserien absetzen, und orientierte sich stattdessen mehr an den realistischen Komödien der 70er Jahre.

Nicht nur inhaltlich setzen die Streamingdienste Akzente, sondern auch filmtechnisch. Gefällt mir. Ich werde weiterhin ein Auge auf die Bildformate haben und berichten, was sich so tut.

Amazon Pilot Season November 2015

Die aktuelle Pilot-Season von Amazon ist gestartet. Wieder stehen Pilotfolgen von sechs neuen Serien (plus sechs Kinderserien) online für alle Nutzer zur Verfügung. Die Meinung des Zuschauers trägt mit dazu bei, welche Serien letztendlich produziert werden.

Ich habe mir alle sechs Pilotfolgen angeschaut und abgestimmt. Die Kinderserien habe ich außen vorgelassen. Hier mein Kurzeindruck.

amazon_originals_pilot_season_15

American Patriot

Ein labiler Geheimdienstler, der unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet, und der seine Missionen am liebsten in Folksongs verarbeitet, die er öffentlich aufführt, wird in eine Rohrherstellungsfirma eingeschleußt, um zu verhindern, dass der Iran zur Atommacht aufsteigt. Fein ausbalancierte Groteske, deren Grenzen zwischen Ernsthaftigkeit und Humor fließend sind. Die lakonische Absurdität erreicht fast Fargo-Qualität. Die Umsetzung ist originell und die Besetzung treffend. Für mich der beste Serienpilot dieser Amazon-Season mit Entwicklungspotential zum echten Knaller.

Edge: The Loner

Basiert auf einer Buchreihe, die ich nicht kenne. Eine Rachegeschichte, die mit typischen Western-Klischees beginnt, dann aber schnell einen tarantinomäßigen Einschlag ins Überdrehte nimmt und in einem wahnwitzigen Finale gipfelt, in dem Gliedmaßen abgeschossen und ein Städtchen in Schutt und Asche gelegt wird. Inhaltlich ist das alles andere als neu, aber höchst unterhaltsam umgesetzt ist es. Guter Trash.

Good Girls Revolt

Ein bischen wie The Newsroom, mit dem Unterschied, dass Good Girls Revolt im Jahr 1969 spielt und der Fokus weniger auf realer Politik liegt. Im Mittelpunkt steht der feministische Aspekt der Geschichte über die Arbeit von Frauen in einer Nachrichtenredaktion, die dort als Re­cher­cheu­rinnen den Lorbeer einheimsenden Herren Reportern zuarbeiten. Eine interessante Geschichte, die so noch nicht da war. Ein kleines bischen zu quirlig vielleicht, aber fesselnd inszeniert und sehr gut besetzt. Zumal kommt die 60er Jahre Atmosphäre durchaus überzeugend rüber, nicht zuletzt dank der Referenzen an zeitgenössische Ereignisse.

Highston

Tolle Idee:  Ein 19-jähriger versucht seinen Platz im Leben zu finden, indem er auf die Ratschläge seiner imaginären Freunde hört, bei denen es sich um berühmte Persönlichkeiten handelt. In der Pilotfolge haben dann auch gleich Shaquille O’Neal und Flea von den Red Hot Chili Peppers Gastauftritte. Leider bleibt es nur bei einer guten Idee. Die Serie hat zu wenig Drive und dümpelt vor sich hin. Kein Vergleich mit der genialen Serie Wilfred, die grundlegend ähnlich angelegt ist. Humor ist Geschmackssache, und dieser Humor ist der meinige nicht.

One Mississippi

Semiautobiografisch basierend auf dem Leben der Schauspielerin Tig Notaro, die neben einer Krebserkrankung noch so manches andere Schicksal zu erleiden hat. Die Serie ist als tiefschwarze Komödie angelegt, deren Humor so trocken ist, dass ihn mancher Zuschauer glatt übersehen wird. Hier gibt es keine Schenkelklopfer. Ziemlich interessante Geschichte, die aber fast schon zu deprimierend ist, um daraus eine Komödie zu machen. Ich bin gespannt, wie diese Serie beim breiten Publikum ankommt. Ich selbst bin gespalten.

Z: The Beginning of Everything

Eine weitere biografische Serie. Z steht für die Schriftstellerin und Feminismus-Ikone Zelda Fitzgerald. Die Serie erzählt, wie sich Zelda und F. Scott Fitzgerald kennen und lieben lernen. Mit toller Ausstattung wird eine 20er Jahre Atmosphäre erzeugt, die als authentische Kulisse für die Geschichte dieser zwei historischen Persönlichkeiten dient. Ich selbst bin kein besonderer Fan von solchen Biopics. Wer sowas allerdings mag, der wird hieran seine Freude haben.

Fazit

Mit Ausnahme von Highston, liefert Amazon erneut eine durchgehend hohe Qualität, inhaltlich wie inszenatorisch. Auffallend ist die große Originalität und die breite Themenvielfalt. Ich selbst würde mich freuen, wenn zumindest American Patriot, Edge: The Loner und Good Girls Revolt tatsächlich eine Staffel-Order bekämen.

Deutscher Titelquatsch: Nord bei Nordwest

nord-bei-nordwest-kaeptn-hook

Die ARD hat eine neue Krimireihe namens Nord bei Nordwest im Programm. Zwar ist die Reihe bereits vor einem Jahr gestartet, aber offenbar wird nur eine Folge pro Jahr produziert. Damit ist das Ganze mehr oder weniger neu.

Was mich stutzig macht, ist der Titel. Oh ja, Hitchcock, der Meister! Der unsichtbare Dritte heißt im Original North by Northwest. Aber bekanntermaßen ergibt der Titel schon bei Hitchcock wenig Sinn. Die Himmelsrichtung north by northwest existiert nicht. Es gibt verschiedene Fan-Theorien zur Bedeutung des Titels; und Hitchcock selbst äußerte sich in dem berühmten Interview mit Peter Bogdanovich. Demnach verkörpert der Titel den ganzen fantastischen Charakter des Films, eben weil die Richtung north by northwest eine Illusion ist. Immerhin aber stimmt die Syntax. Im Englischen werden die Kompasspunkte über die Himmelsrichtungen und die Präposition by gebildet.

Im Deutschen hingegen wird die Präposition zu verwendet. Korrekt inkorrekt müsste der deutsche Titel also Nord zu Nordwest heißen, was zugegebenermaßen noch bescheuerter klingt. Das Ganze kann man natürlich unter künstlerischer Freiheit abhaken. Zumal die Krimis an der Ostsee spielen, was den Titel noch kurioser erscheinen lässt.

Nachdem ich mich kleinkariert zum Titel ausgelassen habe, noch ein Wort zu der Krimireihe selbst, die rein gar nichts Hitchcockiges an sich hat. Nord bei Nordwest ist ein gemächlicher, nicht unsympathischer Provinzkrimi mit leichtem Humor und sprödem Ostsee-Flair. In manchen Szenen ist die Reihe allerdings auch leider näher an Pilcher dran als an Tatort. Nur die gute Besetzung rettet dann Nord bei Nordwest vor der Belanglosigkeit. Es ist mal wieder das typisch öffentlich-rechtliche Problem. Man hat eine gute Idee, schöne Locations und überzeugende Schauspieler, bleibt dann aber mutlos bei der Umsetzung. Sprechende Papageien names Captain Hook und Wikingerflüche? Das klingt eher nach den Drei Fragezeichen. Selbst die Mädchenhändler, die hier einen armen Bauern foltern und in der Gegend rumballern, erscheinen nicht wirklich bedrohlich. Alles Durchschnitt also? Nee, der Titel, der fällt aus dem Rahmen.

Vier zukünftige Comic-Fernsehserienadaptionen

Den folgenden Fernsehserien schaue ich gespannt entgegen, denn die zugrunde liegenden Comics lese ich mit Begeisterung. Anzumerken ist, dass sich die Serien noch in der Entwicklung befinden. Sprich: Besetzung oder gar ein Veröffentlichungsdatum stehen noch in den Sternen.

Five Ghosts

fiveghosts Seit der Begegnung mit einem mysteriösen Artefakt, kann sich der Abenteurer Fabian Gray der Fähigkeiten von fünf legendären Geistern bemächtigen: Robin Hood, Sherlock Holmes, Merlin, Dracula und Miyamoto Musashi (berühmter Samurai). Er ist damit so etwas wie „The League of Extraordinary Gentlemen“ in einer Person. Five Ghosts ist eine wunderbar altmodische Pulp-Geschichte mit klassischen Abenteuer- und Horrormotiven sowie überbordender Phantastik. Das Ganze ist extrem visuell erzählt, alles ist in Bewegung, mäandernde Farbtöne setzen die Stimmung, verschwindende Hintergründe lassen die Figuren aus dem Panel treten, hohes Tempo durch die Bank weg; manche Actionszene spannt sich völlig stumm über sechs oder sieben Seiten. Und jedes einzelne Panel ist eine kreischende Aussage.

Eigentlich ideal für eine Verfilmung. Allerdings handelt es sich hierbei um eine zukünftige Serie von SyFy. Das heißt, ich erwarte mittelmäßige CGI und viel Green-Screen-Action. Diese ganzen unheimlichen Monster und die prächtigen Locations aus dem Comic – von Östereich bis Japan, von England bis Afrika – auf den Bildschirm zu bringen, ist eine Herausforderung. So ist Five Ghosts auch der Comic, bei dem ich meine größten Zweifel habe, dass eine ordentliche Fernsehserie daraus entsteht. Aber ich lasse mich sehr gerne eines Besseren belehren.

Lazarus

lazarusNachdem eine große Finanzkrise die Welt erschütterte sind Landesgrenzen und Regierungen passé. Stattdessen wird diese postapokalyptische Welt von superreichen Familien-Clans beherrscht, die eine strikte Klassenkultur etabliert haben. Jede der Familien besitzt einen so genannten Lazarus, einen genetisch veränderten Menschen, ausgestattet mit besonderer Stärke, Intelligenz und Loyalität gegenüber seiner Familie. Die Lazarusse haben die Befehlsgewalt über Sicherheitsdienste und fungieren sowohl als Vermittler in politischen Verhandlungen als auch als Geheimwaffe in millitärischen Missionen. Ein zentraler Charakter des Comics ist Forever Carlyle, die als Lazarus der Carlyle-Familie im Laufe der Geschichte ihren Platz innerhalb der Famile und der Welt in Frage stellt.

Lazarus bietet viel Action, aber auch politische Verstrickungen und familiäre Verschwörungen. Es dreht sich immer wieder um Ethik und Moral, Sozialkritik, Verrat, Liebe und Selbstfindung. Großes Drama. Ich bin gespannt, wie das alles im Fernsehen umgesetzt wird. Kritisch dürfte sein, die postapokalyptische Zukunftswelt visuell in Szene zu setzen und eine geeigente Schauspielerin für die Hauptrolle zu finden. Produziert wird die Fernsehserie von Legendary Pictures. Bei welchem Sender das mal laufen wird, ist noch unklar.

Southern Bastards

southernbastardsDer alte Earl Tubb kehrt zurück in seinen ehemaligen Heimatort Craw County, Alabama, um den Nachlass seines verstorbenen Vaters abzuwickeln. Ungern, denn zu viele schlechte Erinnerungen stecken hier. Kaum angekommen, legt er sich versehentlich mit Euless Boss an, der Mann, den hier nur alle Coach Boss nennen, weil er nicht nur alle legalen und illegalen Geschäfte im Ort managt, sondern weil ihm auch das örtliche Football-Team gehört. Anders als von Earl Tubb geplant, muss der sich sowohl seiner Vergangenheit als auch dem Coach Boss stellen.

Dreckiges Südstaaten-Drama mit viel Blut, Schweiß, Football und fettigem Essen. Brutal und roh, aber auch lyrisch dicht erzählt Southern Bastards eine uramerikanische Geschichte, die auch schwierige Themen wie Rassismus nicht außen vorlässt. Dies ist zwar kein hochpolitischer Comic, er wird aber zusätzlich von realen Ereignissen angefacht. Im Angesicht der großen Diskussion in den USA über die Akzeptanz der Konföderierten-Flagge, sah sich selbst Zeichner Jason Latour verpflichtet ein Statement abzugeben. Neben der guten Story, kann Southern Bastards mit zwei verdammt starken Hauptfiguren glänzen. Nach dem Ende der Fernsehserie Justified, passt es ausgezeichnet, dass die Serienrechte vom Sender FX gekauft wurden. Die Zeichen stehen gut. Das hier könnte auch im Fernsehen ein Kracher werden.

Sheltered

shelteredWährend es sich beim oben vorgestellten Lazarus um eine Postapokalypse handelt, erzählt Sheltered eine präapokalyptische Geschichte von einer kleinen Gemeinschaft so genannter Preppers, die sich abseits der Zivilisation eingebunkert haben und auf das Ende der Welt warten. Als einer der Preppers in einem wahnhaften Zustand davon ausgeht, dass aufgrund einer Vulkanexplosion unter dem Yellowstone Park ganz Nordamerika sich für Jahre verfinstern wird, eskaliert die Situation, denn die Bunker bieten nicht genug Platz für alle.

Sheltered ist für mich ein kleiner Überraschungshit, denn die 15-teilige Comicserie wäre fast an mir vorbei gegangen. Sheltered ist spannend und ziemlich düster, und geht darüber hinaus schonungslos mit seinen Protagonisten um. Man könnte Sorge tragen, dass die vornehmlich mit Teenagern besetzte Geschichte im Fernsehen nur verwässert wiedergegeben und daraus ein zweites The 100 wird. Aber Entwarnung bringt die Tatsache, dass Sheltered von AMC in Fernsehform gebracht wird. Tolle Serien aus deren Programm wie Breaking Bad und The Walking Dead lassen hier auf eine gute Umsetzung hoffen.

Tatort im Scope-Format

Tatort - Hinter dem Spiegel 1 Tatort - Hinter dem Spiegel 3 Tatort - Hinter dem Spiegel 2 Tatort - Hinter dem Spiegel 6 Tatort - Hinter dem Spiegel 4

Ich schaue gerade den neuen Frankfurter Tatort, Hinter dem Spiegel, und bin einigermaßen über das extrem breite Bild überrascht. Wir sehen hier ein Seitenverhältnis von 2,40:1, also klassisches Kinobildformat.

Der vorherige, und gleichzeitg erste, Frankfurter Tatort lief noch in 1,78:1 (=16:9). Ich nehme an, es handelt sich um ein einmaliges Stil-Experiment. Das ist gelungen, einige Szenen haben durchaus einen schönen Bildaufbau, der durch das breite Bild profitiert.

True Detective Season 2: Opening Credits

Das Intro zur zweiten Staffel von True Detective ist ein audiovisuelles Meisterstück. Den Netzkommentaren nach zu urteilen, stören sich allerdings nicht wenige an der Leonard-Cohen-Nummer Nevermind.

Im Vergleich zu dem hingehauchten Country-Geklöppel des Intros der ersten Staffel, ist das hier ein großer Bruch. Aber das gilt auch für die Geschichte und den Handlungsort. Dass hier alles anders ist, macht also schon das Intro deutlich. Mir gefällt es ausgesprochen gut.

Aus dem Comic Lazarus wird eine TV-Serie

Lazarus #4 Panel

Gute Neuigkeiten: Aus der Comic-Serie Lazarus, von Greg Rucka und Michael Lark, wird eine Fernsehserie. Seit knapp zwei Jahren begeistert mich der Comic, mittlerweile bei Ausgabe 16 angekommen. Lazarus spielt einige Jahrzehnte in der Zukunft, nachdem eine große Finanzkrise die Welt erschütterte und alle Staatsformen hat zusammenbrechen lassen. Landesgrenzen und Regierungen gelten nichts mehr. Stattdessen wird diese postapokalyptische Welt von superreichen Familien-Clans beherrscht, die eine strikte Klassenkultur etabliert haben.

Jede der Familien besitzt einen so genannten Lazarus, einen genetisch veränderten Menschen, ausgestattet mit besonderer Stärke, Intelligenz und Loyalität gegenüber seiner Familie. Die Lazarusse haben die Befehlsgewalt über Sicherheitsdienste und Militär, und fungieren sowohl als Vermittler in politischen Verhandlungen als  auch als Geheimwaffe in millitärischen Missionen. Die Hauptfigur ist Forever Carlyle, die als Lazarus der Carlyle-Familie im Laufe des Comics ihren Platz innerhalb der Famile und der Welt in Frage stellt.

Die Geschichte bietet viel Action, aber auch politische Verstrickungen und familiäre Verschwörungen. Inhaltlich wird eine ganze Reihe von Themen präsentiert: Ethik und Moral, Sozialkritik, Verrat, Liebe, Selbstfindung. Großes Drama.

Ich bin gespannt, wie das alles im Fernsehen umgesetzt wird. Und vor allem: wer wird Forever Carlyle spielen? Eine der Comicvorlage entsprechende Schauspielerin, groß und muskulös, in skinny Hollwood zu finden, dürfte nicht ganz einfach sein.

Musicless Intros

Mario Wienerroither ist letztes Jahr durch seine lustigen Musicless Musicvideos bekannt geworden, bei denen er populären Musikvideos die Musik nimmt und dafür passende Soundeffekte hinzufügt. Die Genialität liegt in der Balance zwischen Komik und Realismus.

Nun hat er sein Repertoire um Intros von Fernsehserien erweitert. Los gehts direkt mit zwei Klassikern der 80er Jahre: MacGyver und Knight Rider.