Alle Schimanski-Filme auf Amazon Prime

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Auf Amazon Prime sind seit vorgestern alle 17 Filme der Schimanski-Reihe, die zwischen 1997 und 2013 entstanden ist, verfügbar. Ich hätte direkt Lust, die noch mal komplett durchzuschauen, denn da waren einige richtig gute Filme dabei. Außerdem ist Schimanski immer sehenswert. Aber 17 mal 90 Minuten ist viel Stoff. Und ich habe noch so viele andere Filme auf dem Zettel. Ja, ja, die Qual des digitalen Übermaßes. Die Zeiten sind hart.

Wer bist du? Die Antwort wird dich entsetzen

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Fun Fact. Der italienische Horrorstreifen Chi sei?, ein kruder Mix aus The Exorcist und Rosemary’s Baby, lief 1975 in den deutschen Kinos unter dem (korrekt übersetzten) Titel Wer bist du? Kurioserweise wurde der Film mit einem Slogan versehen, der frappierend an heutige Clickbait-Links erinnert: Die Antwort wird Dich entsetzen. Oben sieht man das deutsche Kinoposter.

Später auf VHS stand der Film unter dem reißerischen Titel Vom Satan gezeugt in den Videotheken.

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Einige Jahre danach wärmte die DVD-Veröffentlichung den alten Clickbait-Titel wieder auf, hielt aber auch am plakativen Satan fest. Da ist ein bischen zu viel „Entsetzen“ auf dem Cover.

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Zu allen Überfluss erschien die gleiche DVD später nochmals unter den englischen Titeln Beyond the Door und The Devil within her. Soviel zum Titel-Wahnsinn.

Ebenfalls erwähnenswert ist die deutsche Synchronisation dieses Films, die sich, wie üblich für die 70er Jahre, kaum am Original orientiert. Sprüche wie„Eins sage ich dir. Wenn ich groß bin, gehe ich ran wie eine Hafennutte!“ werden hier einem 10-jährigen Mädchen in den Mund gelegt.

Im folgenden Video hat jemand ein paar Kracher dieser Güte gesammelt:

Thomas Danneberg, unverkennbar, spricht den Vater und der kleine Ken wird von Oliver Rohrbeck gesprochen, der hier fast schon so klingt, wie ein paar Jahre später als Justus  Jonas in Die drei ???. Wer seine Schwester spricht ist leider nicht bekannt. Es würde mich schon interessieren, wen man mit diesem Job betraut belästigt hat.

An dieser Stelle bin ich zwiegespalten. Auf der einen Seite halte ich grundsätzlich nicht viel von Synchronisationen, aber wie man an diesem Beispiel schön sieht, erhalten maue Filme durch die gute alte deutsche Witz-Synchro definitiv einen zusätzlichen Unterhaltungswert.

Äußerst hörenswert, und das ganz ironiefrei, ist der coole Jazz-Funk-Soundtrack von Franco Micalizzi. Fast zu gut für diesen Film. Aber das ist ja keine Seltenheit im italienischen Genrekino.

 

Obsession und die 80er Jahre Retrowelle

Das Video zum Song Obsession der amerikanischen Indie-Band Joywave zaubert mir durchgängig ein Grinsen ins Gesicht. Die Band – oder die Produzenten; ich bin mir nicht ganz sicher, wer wieviel Anteil an dem Video und der Idee besitzt – hat für das 3-minütige Video sage und schreibe 64 verschiedene von B-Filmen aus den 1980er Jahren inspirierte Titel und Titelszenen kreiert. Manche blitzen nur für einen kurzen Moment auf, andere dauern mehrere Sekunden. Man muss auf jeden Fall genau hinsehen.

Bei einigen Titeln ist die Quelle offensichtlich (z.B. Red Puma <=> Red Sonja), bei anderen weniger. Mitunter greifen die Titel auch nur die gängigen Klischees auf. Gerade im B-Film waren viele Filme, Titel und Themen ja völlig austauschbar. Dem Video gelingt es jedenfalls sehr gut, den typischen 80er Film-Vibe über diese in kurzer Frequenz abgefeuerten collageähnlichen Vignetten zu transportieren. Und – das muss auch gesagt werden – der Song ist eine richtig geschmeidige Nummer, die klanglich sehr gut in die Ära passt. Um das Konzept letztlich perfekt zu machen, wurde das komplette Video auf gutem alten Kodak-Filmmaterial gedreht.

Zur Übersicht hier alle 64 Filmtitel aus dem Video.

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Gedanken zur 80er Retrowelle

Im Folgenden geht es nicht darum, dass immer noch viele Menschen gerne ihre Musik aus den 80ern hören oder dass Thomas Gottschalk regelmäßig eine Retroshow mit den immer gleichen Nasen im Fernsehen moderiert. Es geht auch nicht um Filme oder Musik, die irgendwie etwas aus den 80ern zitieren, covern oder remaken, denn das gab es schon immer. Ich rede von einer nostalgisch geprägten Retrowelle, deren vagen Ausgangspunkt ich 2011 am Film Super 8 von J.J. Abrams festzumachen glaube. Super 8 war der erste Film, der dieses wohlige Nostalgiegefühl weckte und den Zuschauer an 80er Jahre Filmklassiker wie Stand by me und The Goonies erinnerte. Im gleichen Jahr erschien der inhaltlich völlig gegensätzliche Drive von Nicolas Winding Refn, der, obwohl in der Gegenwart spielend, vom Design über den Stil bis insbesondere hin zum Soundtrack knallige 80er Jahre Atmosphäre verströmte.

Kurz darauf traten verstärkt Synthwave-Bands in Erscheinung – ich wage zu behaupten, das kann kein Zufall sein – die den alten Helden aus den 80ern nacheiferten, aber auch neue Akzente setzten und so ziemlich schnell populär wurden. Das dürfte auch dem Fakt geschuldet gewesen sein, dass diese Bands nicht einfach wie die 80er Jahre Hitparade klangen, sondern mit dem Einfluss von Film- und Videospielsoundtracks auch ein gewisses Nerdtum bedienten. So bin auch ich auf Bands wie Gunship, Carpenter Brut (alleine dieser Name!) und Power Glove aufmerksam geworden.

Filmisch wird es nun interessant. 2015 erschien der furiose Kurzfilm Kungfury, der bis heute über 30 Millionen Aufrufe auf Youtube hat. Das dazugehörige Musikvideo von David Hasselhoff kommt gar auf 40 Millionen. Man könnte an dieser Stelle auch Turbo Kid nennen. Der passt zeitlich gut hier hin und scheint irgendwie auch ein Teil dieser Retrowelle zu sein, aber die Steinbruch-Optik und die übertriebenen Splatter-Effekte fallen aus der Reihe und erinnern mich eher an japanische Filme der 2000er (sowas wie Machine Girl und Tokyo Gore Police kommt mir in den Sinn).

Ende 2015 veröffentlichte Amazon die wundervolle Serie Red Oaks, die wie eine perfekte Mischung aus Breakfast Club und American Pie anmutet. Auch spielt hier der Soundtrack eine große Rolle. Statt der ganz bekannten Nummern, werden hier überwiegend Songs gespielt, die man zwar irgendwie kennt, aber oft nicht direkt zuordnen kann. Dazu mischen sich neue Retrosongs, die sich nahtlos in den musikalischen Strom einfügen und so zumindest bei mir ständig zur Frage führten, ob das nun ein echter 80er Song oder doch was Neues ist, was da gerade im Hintergrund läuft.

Im folgenden Jahr ließ schließlich Stranger Things die Welle endgültig bis in den Mainstream schwappen. Hierzu gibt es wenig zu sagen. Der Erfolg und der darauffolgende Trend spricht für sich. Plötzlich sah ich Neonlicht und hörte Synthieklänge überall. Serien, Filme, Musikvideos, Werbung, Comics. Irgendwie schien jeder vom Stranger-Things-Hype profitieren zu wollen.

Zwei Jahre später kam Blade Runner 2049 ins Kino. Die Fortsetzung zu einem, wenn nicht dem ikonischsten Neonlichtfilm der 80er Jahre. Und seltsamerweise wurde der Film mit dem Erwerb der Filmrechte bereits 2011 angekündigt, in dem Jahr also als Super 8 rauskam.

Die Retrowelle erlangte schließlich mit Ready Player One einen meines Erachtens exzessiven Höhepunkt. Dieser Film ist die Kulmination und Akkumulation aller popkulturellen Referenzen der 80er Jahre. Der Roman, auf dem der Film basiert, wurde, welch Überraschung, im Jahr 2011 veröffentlicht.

Die Frage ist, wie lange wird der Trend anhalten? Wird die Kreativität über das banale Nacheifern siegen? Mitunter sehe ich bereits 80er Referenzen, die unpassend und anbiederend wirken. Aber noch bin ich offen für mehr Retro, so lange sehenswerte Produktionen erscheinen wie beispielsweise Summer of 84 (vom Regisseur von Turbo Kid) oder Obsession von Joywave.

Die Saturnus Philosophorum Filmgalerie

Vor Ewigkeiten, als ich noch Zeit und Muße hatte, habe ich einen ganzen Schwung von  Kinoaushangfotos, Promobildern und Plakaten eingescannt. Diese Bilder geistern mittlerweile überall im Netz umher. Da ich die Scans gerne mal gesammelt zur Verfügung stellen will, veröffentliche ich diese hier; alphabetisch nach deutschen Titeln sortiert.

Zusätzlich habe ich die gesamte Sammlung in eine ZIP-Datei gepackt und auf Google Drive hochgeladen (350 Bilder, 80 MB).

Schon vor einiger Zeit habe ich meine Filmbildsammlung aufgelöst. Wahnsinnig umfangreich war die ohnehin nicht. Eigentlich wollte ich sämtliches Material vorher noch einscannen, denn es waren auch ein paar seltene Sachen dabei, aber dazu bin ich leider nicht mehr gekommen. Daher bleibt es vorläufig bei diesen Bildern.

Die Bilder können gerne für eigene Zwecke verwendet und weiterverbreitet werden. Ein Link zu meinem Blog wäre nett. Die Verwendung erfolgt auf eigene Gefahr. Es handelt sich um Werbematerial, dessen Urheberrecht bei den jeweiligen Produktionsfirmen, Nachfolgefirmen und Lizenzgebern liegt.

 

Bestien lauern vor Caracas (The Lost Continent, 1968)

 

Braindead (Dead Alive, 1992)

 

Circus der Vampire (Vampire Circus, 1972)

 

Das Cabinet des Dr. Caligari (1920)

 

Das Geheimnis des Dr. Z (Miss Muerte, 1966)

 

Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts (Mystery of the Wax Museum, 1933)

 

Das schwarze Zimmer (The Black Room, 1935)

 

Der Fluch der Mumie (The Mummy’s Shroud, 1967)

 

Der Fluch des schwarzen Rubin (Thirteen Days to Die, 1965)

 

Der rote Schatten (Circus of Horrors, 1960)

 

Der Teufel kam aus Akasava (The Devil Came from Akasava, 1971)

 

Die Bande des Captain Clegg (Captain Clegg, Night Creatures, 1962)

 

Die Folterkammer des Dr. Fu-Manchu (The Castle of Fu Manchu, 1969)

 

Die Nackte und der Satan (The Head, 1959)

 

Die neunschwänzige Katze (The Cat o‘ Nine Tails, Il gatto a nove code, 1971)

 

Die reitenden Leichen – Verschiedene (The Blind Dead, 1972 – 1974)

 

Die Schlangengrube und das Pendel (The Torture Chamber of Dr. Sadism, 1967)

 

Die schwarze Katze (The Black Cat, 1934)

 

Die sieben goldenen Vampire (The Legend of the 7 Golden Vampires, 1974)

 

Dracula braucht frisches Blut (The Satanic Rites of Dracula, 1973)

 

Dracula jagt Mini-Mädchen (Dracula A.D. 1972, 1972)

 

Draculas Hexenjagd (Twins of Evil, 1971)

 

Edgar Wallace – Der Frosch mit der Maske (1959)

 

Edgar Wallace – Verschiedene Plakate (1960 – 1967)

 

Ein Zombie hing am Glockenseil (City of the living Dead, Paura nella città dei morti viventi, 1980)

 

Flesh Gordon (1974)

 

Frankenstein schuf ein Weib (Frankenstein Created Woman, 1967)

 

Gangster sterben zweimal (Gangsters ’70, 1968)

 

Geißel des Fleisches (Torment of the Flesh, 1965)

 

Herrscherin der Wüste (She, 1965)

 

In der Gewalt der Riesenameisen (Empire of the Ants, 1977)

 

Klaus Kinski – Italienische Werbeplakate für verschiedene Filme

 

Scarletto – Schloß des Blutes (Bloody Pit of Horror, Il boia scarlatto, 1965)

 

The Ghoul (1933)

 

Verschiede Plakate

 

Verschiedene Originalmotive

Links: Plakatmotiv von Sandro Simeoni für Das schreckliche Geheimnis des Dr. Hichcock (1962). Rechts oben: unverwendetes Motiv für Vampire gegen Herakles (1961), Künstler unbekannt. Rechts unten: unverwendetes Motiv von Mort Künstler für Der Pate (1974).

Eine Filmanzeigen-Sammlung

Auf archive.org habe ich eine schöne Sammlung von Anzeigenvorlagen für alte Horror- und Science-Fiction-Streifen entdeckt. Es handelt sich dabei um Seiten mit jeweils 10 Anzeigen in verschiedenen Formen und Größen für über 150 Filme. Diese schwarzweißen grobkörnigen Zeitungsanzeigen besitzen eine ganz eigene Ästhetik im Vergleich zu farbigen Postern und Cover-Artworks. Es freut mich immer, solches altes Filmmaterial zu entdecken.

Ich habe mal eine Downloadcontainer-Datei für den JDownloader erstellt. Einfach die DLC-Datei im JDownloader öffnen und schon kann man mit einem Klick die ganze Sammlung runterladen.

Hier eine kleine Auswahl.

 

Rialto Report News

Das akribische Recherche-Blog zum amerikanischen Pornofilm der 1970er und 80er Jahre, The Rialto Report, hatte ich hier schon mal irgendwann erwähnt. Die Autoren des Blogs, Ashley West und April Hall, überraschen immer wieder mit unterhaltsamen wie spektakulären Artikeln. Die Beiden fungierten bereits bei der HBO-Serie The Deuce als Berater und konnten kürzlich vermelden, dass ihr Daily-Beast-Artikel ‘Centurians of Rome’: How a Bank Robber Made the Most Expensive Gay Porno of All Time verfilmt wird. Der spannende Artikel erzählt die abgefahrene Lebensgeschichte von George Bosque nach; ein Wachmann, der 1980 fast zwei Millionen Dollar aus einem Geldtransporter stiehlt und dem es dann gelingt, sich eineinhalb Jahre lang dem Zugriff der Polizei zu entziehen, währenddessen im Luxus schwelgt, Partys schmeißt und den „teuersten Schwulenporno aller Zeiten“ produziert: Centurians of Rome. Klingt nach großem Potential für eine Verfilmung. Mal schauen, was daraus wird.

Eine andere Meldung bedarf auch noch kurzer Erwähnung. Rialto Report ist es gelungen einen bisher unbekannten Film von Radley Metzger namens The Sins of Ilsa aufzutreiben. Wenn von einem visionären Filmemacher, und Metzger dürfte man als solchen bezeichnen können, ein unbekannter Film auftaucht, ist das schon eine kleine Sensation, auch wenn, wie in diesem Fall, der Film sich letzlich als mittelmäßig herausstellt. Der Artikel über die Entstehung des Films und warum er bisher verschollen war, ist dennoch höchst lesenswert.

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Von Metzgers verschollenem Film zu seinem vielgelobten The Lickerish Quartet. Der Film spielt zum großen Teil auf Castello Piccolomini, ein Schloss in den italienischen Abruzzen. Rialto Report war da und hat eine schöne Fotodokumentation online gestellt, die die Filmszenen mit dem heutigen Ort vergleicht. Als Bonus gibt es noch einige Screenshots aus The Bloody Pit of Horror. Das Schloss diente nämlich nicht nur The Lickerish Quartet als atmosphärischer Drehort. Mehr also 100 Horror-, Giallo-, Sandalen-, Hard- und Softcore-Filme sind dort entstanden. Eine Auswahl der Filme ist im Artikel zu finden.

dynasty (1977)Als letzter Lesetipp sei noch der Artikel über Michael Findlay genannt, in dem viele seiner Weggefährten zu Wort kommen. Findlay drehte zusammen mit seiner Frau Roberta in den 60er und 70er Jahren eine ganze Reihe von Z-Filmen aus den Bereichen Sexploitation und Horror und hat es dadurch zumindest in Fankreisen zu gewisser Bekanntheit gebracht. Weniger bekannt ist, dass er ein experimentelles Interesse an Kameras und Linsen hatte und seine eigene 3D-Filmtechnik entwickelte. Im Artikel ist die Rede von der Bezeichnung „Super Depth“. Allerdings wurden die Filme, bei denen Findlays Technik zum Einsatz kam, mit „Super Touch 3-D“ bzw. „Super 3-D“ beworben. Das waren sein eigener eilig zusammengeschusterter Porno Funk sowie die Martial-Arts-Klopper Dynasty und 13 Nuns (auch: Revenge of the Shogun Women), bei denen Findlay als 3D-Berater vor Ort in Taiwan und Hongkong mitwirkte. Bei dem Jackie-Chan-Film Master of Death (auch: Magnificent Bodyguards), den der Artikel nicht erwähnt, wird Findlay ebenfalls als 3D-Berater genannt. Aber hier kam offenbar nicht seine urspüngliche Single-Strip-3D-Technik zum Einsatz, sondern eine als „Ultra Vision“ bezeichnete Dual-Strip-Methode, von der sonst nicht viel bekannt ist. Findlay gelang es nicht mehr, seine 3D-Technik im großen Stil zu vermarkten. 1977 starb Findlay bei einem Helikopterunglück auf dem Dach des Pan-Am-Gebäudes in New York.

 

Commando Ninja

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Ich hatte bereits letztes Jahr in meinem Trash-Tumblr den über alle Maßen fantastischen und herrlich beknackten Fan-Film Commando Ninja verbloggt. Da kürzlich ein sehenswertes Making-Of veröffentlicht wurde, nutze ich die Gelegenheit und weise auch hier noch mal auf den Film hin. Der Franzose Benjamin Combes hat dank knapp 800 zahlungswilliger Unterstützer auf Kickstarter und dem Enthusiasmus der beteiligten Helfer und Schauspieler eine augenzwinkernde Hommage erschaffen, die den Filmen huldigt, mit denen er aufgewachsen ist. Das sind vorwiegend die 80er Jahre Actionheuler von Cannon Films und Carolco Pictures. Die Ninja-Filme und der Schwarzenegger-Klopper Phantom Commando spielen ganz offensichtlich eine herausragende Rolle. Wenn man beide kombiniert, erhält man: Commando Ninja!

Für Trashfans bietet Commando Ninja einen hohen Unterhaltungswert, insbesondere wenn man diese Filmära kennt und genauso abgefeiert hat wie Filmemacher Combes. Commando Ninja ist einer dieser raren Filme, die absichtlich trashig sind und dennoch funktionieren. Guter Trash lebt ja eigentlich davon, dass er sich seiner Trashigkeit nicht bewusst ist. Unfreiwilliger Trash eben. Bewusst auf trashig gedrehte Filme sind hingegen selten überzeugend (Sharknado, anyone?). Commando Ninja aber funktioniert, weil viel Leidenschaft, Herzblut und Detailgenauigkeit drinsteckt. Das Beste: der knapp 70-minütige Kracher kann auf Youtube kostenlos angeschaut werden. Sowohl im englischen Original als auch in einer deutschen Synchronisation.

Das erwähnte Making-Of sei nochmals besonders empfohlen (Untertitel anschalten). Man erhält hier einen guten Einblick in die 3 Jahre dauernde Produktionszeit des Films und lernt den Film und den betriebenen Aufwand noch mehr zu schätzen. Gleichzeitig demonstriert das Making-Of, wie man heute einen beachtlichen Fan-Film realisieren kann, nicht zuletzt auch mit der Hilfe des Internets. Da ist nicht nur die Finanzierung über Kickstarter. Desweiteren hat Combes fast alle Schauspieler und Beteiligte über Facebook kennengelernt, sofern er nicht auf Talente aus seinem Bekanntenkreis zurückgreifen konnte. Selbst bei den Synchronisationen hilft das Internet dank Sprecher-Plattformen wie voicebunny.com.

Das Making-Of geht auch auf die vielen Probleme ein, die während des Drehs auftauchen. Passende Locations finden, Geldmangel, Krankheit, fehlendes oder defektes Equipment und manchmal auch schlicht fehlende Expertise. Sehenswert dazu das Segment über die improvisierten Special Effects der Einschusswunden. Wie Combes das alles mit viel Erfindungsreichtum und Hartnäckigkeit meistert, ringt mir echt Respekt ab.

Ach ja, einen tollen Soundtrack gibt es auch.

 

Und in Kürze ein Prequel-Comic. Die Action-Figuren (!) sind hingegen schon ausverkauft. Aber worauf ich eigentlich hoffe, ist natürlich eine Fortsetzung des Films. Vielleicht in drei oder vier Jahren?